Großes Interesse an Dahme-Spreewalds neuem Sportentwicklungsplan

Landkreis und Institut erhalten knapp 2.600 Bürgerantworten / Arbeitsgruppe gegründet

LDS. Der Landkreis Dahme-Spreewald erstellt einen neuen Sportentwicklungsplan. Dafür sind 10.000 per Zufallsziehung ausgewählte Bürgerinnen und Bürger einbezogen worden. Sie alle erhielten im Herbst 2020 einen vierseitigen Fragebogen zu ihrem Sport- und Bewegungsverhalten. Insgesamt 2.593 der Befragten nutzten die Möglichkeit, sich an der repräsentativen Studie zu beteiligen: „Das ist die beste Rücklaufquote, die wir bislang in einem Flächenlandkreis erzielen konnten und zeigt, dass Sport und Bewegung gerade auch in Pandemie-Zeiten von herausragender Bedeutung sind,“ sagt Prof. Dr. Michael Barsuhn, der wissenschaftliche Leiter des Instituts für kommunale Sportentwicklungsplanung (INSPO). Der Landkreis hat das INSPO an der Fachhochschule für Sport und Management Potsdam der Europäischen Sportakademie Land Brandenburg (EASB)mit der Erstellung des neuen Sportentwicklungsprogramms beauftragt. 

Die Studie operiert dabei bewusst mit einem weiten Sportbegriff. „Sport, Bewegung und Gesundheit sind für unseren Landkreis Dahme-Spreewald zentrale Entwicklungsfelder, insbesondere vor dem Hintergrund des demografischen Wandels. Dies wird durch die gute Rücklaufquote bestätigt. Wir danken allen Bürgerinnen und Bürgern herzlich für ihre Mitarbeit an der Studie“, erklärt Dahme-Spreewalds Sportdezernent Stefan Wichary.

Öffentlicher Raum als bevorzugter Sportort

Die beliebtesten Sport- und Bewegungsaktivitäten im Landkreis sind demnach Radfahren, Spazierengehen, Fitnesstraining, Laufen und Schwimmen. Als bevorzugte Mannschaftssportart folgt Fußball. Als Ort für Sport und Bewegung wird der öffentliche Raum bevorzugt: Straßen, Radwege, Waldwege und Parkanlagen sind die mit Abstand am stärksten frequentierten Sportorte im Landkreis.
 
Barsuhn: „Über die Hälfte aller Sport- und Bewegungsaktivitäten finden auf den sogenannten Sportgelegenheiten statt, sprich Anlagen, die nicht in erster Linie für die sportliche Nutzung erbaut wurden. Die Alterung der Gesellschaft sowie der anhaltende Trend zur Individualisierung und das gestiegene Gesundheitsbewusstsein verschieben den Fokus hin zu sanften und ausdauerorientierten Sport- und Bewegungsformen in den Städten und in der Natur“.

Entwicklungspotentiale beim Sporttreiben

Die Bevölkerungsbefragung zeigt, dass 75 Prozent der Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Dahme-Spreewald sport- und bewegungsaktiv sind. Sie verweist aber zugleich auf die notwendigen Entwicklungspotentiale: Denn gegenwärtig erreichen nur 43 Prozent der Aktiven auch tatsächlich die Zeit- und Belastungsumfänge, die zu entsprechenden körperlichen Veränderungen und nachhaltigen Gesundheitseffekten führen.
 
Deutlich wird auch, dass im Durchschnitt Sporttreiben im Verein höhere Gesundheitseffekte nach sich zieht als außerhalb des Vereins ― ein weiteres gutes Argument für die Unterstützung der gemeinwohlorientierten Sportvereine im Landkreis Dahme-Spreewald. Diese zeichnen sich durch ihr hohes gesellschaftliches Engagement, preiswerte Sport- und Bewegungsangebote und eine hohe Kooperationsbereitschaft aus, wie die parallel durchgeführte Vereinsbefragung zeigt. Rund drei Viertel der Vereine betreiben aktiv Mitgliedergewinnung. 54 Prozent der Vereine pflegen Kooperationsbeziehungen untereinander, mit Schulen, Kindertagesstätten und weiteren Akteuren der Sport- und Regionalentwicklung.  „Dieser Wert liegt erfreulicherweise über vergleichbaren Erhebungen im Bundesgebiet. Wie diese Kooperationen inhaltlich weiter mit Leben gefüllt werden können, wollen wir gemeinsam mit den Akteuren vor Ort untersuchen“, sagt Sportdezernent Wichary. 

Arbeitsgruppe eingerichtet

Helfen soll hierbei, neben der regelmäßigen Information und Beteiligung der Politik, die eigens eingerichtete „Arbeitsgruppe Sportentwicklungsplanung“, in neben Verwaltungsmitarbeitenden aus den zuständigen Bereichen auch der Kreissportbund Dahme-Spreewald vertreten ist. So nahm die Vorsitzende des Ausschusses für Bildung, Sport und Kultur des Kreistags Dahme-Spreewald, Martina Mieritz, an der jüngsten AG-Sitzung teil. Eine Vorstellung der Zwischenergebnisse der empirischen Analyse erfolgt voraussichtlich in der nächsten Ausschusssitzung am Montag, 31. Mai 2021. In den kommenden Monaten werden die gesammelten Daten vom INSPO weiter ausgewertet und in gemeinsamen Sitzungen mit der AG Sportentwicklungsplanung zu Handlungsempfehlungen verdichtet. Mit der Fertigstellung des Sportentwicklungsplans und anschließenden Beschlussfassung des Konzeptpapiers durch den Kreistag wird Ende 2021 gerechnet.

 Hintergrund:

Im Kreissportbund Dahme-Spreewald als Dachverband sind derzeit 179 im Kreis ansässige Sportvereine mit 20.129 Mitgliedern organisiert. Die Sportvereine des Landkreises bieten eine breite Palette an Sportveranstaltungen, Events und Höhepunkten in gegenwärtig 52 verschiedenen Sportarten an. Um die Sportvereine und den investiven Sportstättenbau zu stärken, die Angebote zur Sportausübung zu sichern, zu verbessern, zu erweitern und das Ehrenamt im Sport zu fördern, setzt der Landkreis jährlich erhebliche Finanzmittel zur Sportförderung ein. Damit diese Kreishaushaltsmittel künftig noch präziser zur Förderung eingesetzt werden, investiert der Landkreis rund 85.000 Euro in die Erstellung eines wissenschaftlich fundierten Sportentwicklungsplans.  red