Statt Mega-Rastanlage in Paaren: Ausbau der Raststätte Wolfslake gefordert

Gemeinsamer Brief von OB Mike Schubert und Schönwaldes Bürgermeister Bodo Oehme

Potsdam. Die Landeshauptstadt fordert eine Kehrtwende in Sachen Tank- und Rastanlage Havelseen an der A 10: Eine transparente Prüfung alternativer Standorte zum landwirtschaftlich genutzten Gelände auf Paarener Gebiet durch die mittlerweile zuständige Autobahngesellschaft des Bundes sei dringend erforderlich, betonte Baudezernent Bernd Rubelt (parteilos) am Mittwoch in einer Stellungnahme vor Journalisten. Sie sollte in erster Linie das Ausbaupotenzial der schon bestehenden Raststätte Wolfslake in der Gemeinde Schönwalde-Glien genauer betrachten.

Der von der Stadt aufgestellte Flächennutzungsplan sehe in Paaren keine Autobahnrastanlage vor, so Rubelt weiter. Im Gegenteil: Da es sich um in der Region eher seltenes, hochwertiges Ackerland handelt, hat sogar der Eigentümer der vorgesehenen Flächen bereits Alternativen rund um die beidseitig der A 10 gelegene Raststätte Wolfslake angeboten, die ebenfalls in seinem Besitz sind. Der bis Ende 2020 für die Planung zuständige Landesbetrieb Straßenwesen hatte im vergangenen Jahr darauf bestanden, dass dort kein ausreichender Anschluss an Ver- und Entsorgungssysteme möglich sei. Aus Schönwalde-Glien hieß es inzwischen jedoch, dass sich die Situation vor Ort in den vergangenen Jahren stark verändert habe und Anschlussmöglichkeiten in ausreichendem Maß zur Verfügung stehen. Denn die Gemeinde wolle die Raststätte gern behalten, so Rubelt. Das habe der Schönwalder Bürgermeister Bodo Oehme (CDU) ausdrücklich bestätigt.


Veränderte Anschlussmöglichkeiten nicht berücksichtigt

In den der Stadt vorliegenden Planungsunterlagen seien die veränderten Anschlussmöglichkeiten jedoch nicht verzeichnet. Das mache die Unterlagen unzulänglich. Rubelt fordert deshalb eine transparente Neubewertung der Situation unter Einbeziehung der Alternativen. Das derzeitige Vorhaben beeinträchtige zudem die Planungshoheit der Landeshauptstadt.

Das Gebiet sei zwar weder Natur-, noch Landschaftsschutzgebiet, die Errichtung einer Tank- und Rastanlage des geplanten Ausmaßes würde aber Biotope großräumig beeinträchtigen und den Lebensraum zahlreicher, streng geschützter Tierarten vernichten. Auch auf angrenzende Obstwiesen hätte es Einfluss und würde zudem Potsdams ehrgeizigen Klimazielen entgegen stehen.


Landeshauptstadt und Gemeinde Schönwalde-Glien ziehen an einem Strang

Gemeinsam mit der Gemeinde Schönwalde-Glien fordert die Landeshauptstadt deshalb die umfassende Überarbeitung der Planunterlagen und eine transparente Neubewertung der möglichen Varianten. Die Rastanlage Wolfslake hat eine Betriebsgenehmigung, die vor allem wegen der bei der Errichtung begrenzten Erschließungsmöglichkeiten nach Ablauf ihrer Befristung zur Schließung führen soll. Der Landesbetrieb Straßenwesen hatte daraufhin ohne Rücksicht auf die mittlerweile erweiterten Anschlussmöglichkeiten in Wolfslake aus mehreren Varianten den Vorzugsstandort nordwestlich des Gewerbegebiets Friedrichspark ausgewählt.

Für dieses Gebiet läuft zurzeit das Planfeststellungsverfahren durch das Landesamt für Bauen und Verkehr, das dem brandenburgischen Infrastrukturministerium untersteht. Die Planung hat seit dem 1. Januar die Autobahn GmbH des Bundes übernommen. In einem gemeinsamen Schreiben an das Infrastrukturministerium, das Landwirtschaftsministerium und das Bundesverkehrsministerium haben Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und der Bürgermeister von Schönwalde-Glien, Bodo Oehme, bereits eine erneute Prüfung des Vorhabens zum Neubau einer Raststätte an der A10 in Potsdam Nord und am jetzigen Standort gefordert. sg




Kommentare

  1. User
    Meyerhoff Potsdam, Mo, 15.03.2021 19:00

    Hallo, es ist sehr gut, wenn der Potsdamer OB Mike Schubert und Schönwalder Bürgermeister Bodo Oehme gleicher Meinung sind. Der Bau und Betrieb der Raststätte "Havelseen" an der A10 muss verhindert werden, wenn nur 20 km entfernt, die Raststätte "Wolfslake" vorhanden ist. Die Natur ist zu schützen und die Klimawerte sind einzuhalten. Die Natur muss Vorfahrt haben - Verkehrswende jetzt! MfG M. Meyerhoff, Potsdam