Photovoltaik macht's möglich: Ein Energiepark für Satzkorn

Ab 2023 soll Solarstrom aus dem Potsdamer Norden kommen

Potsdam. Einer der größten Solarenergieparks in Brandenburg soll in den kommenden Jahren im Potsdamer Norden entstehen. Auf einer rund 76 Hektar großen landwirtschaftlichen Fläche plant die Energie Baden-Württemberg (EnBW) die Installation von Photovoltaikanlagen für die Produktion von etwa 65,7 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Diese Menge würde reichen, um ein Drittel der Potsdamer Haushalte zu versorgen, erläuterten EnBW-Projektleiter Konstantin Schulz und Stadtplaner Erik Wolfram am Mittwoch vor Journalisten.

Der Produktionsumfang entspricht mit 47 Prozent fast der Hälfte des Klimaziels, das Potsdam sich bis 2050 gesteckt hat - und wird der Landeshauptstadt angerechnet, auch wenn es sich in der Realität nur um eine theoretische Versorgung der örtlichen Bevölkerung handelt. Denn der Strom wird wie aus jedem anderen Kraftwerk lediglich ins Netz eingespeist und dient dann allen Abnehmern in der Region. Die CO2-Einsparung jedoch trägt grundsätzlich zur Klimaverbesserung in der Landeshauptstadt bei.

Geplant ist die Anlage nordwestlich von Satzkorn entlang der Bahnlinie des Berliner Außenrings. Das Gelände gehört der Agro Uetz-Bornim, die es ihrerseits der Stadt für eine Solaranlage angeboten hat. Genehmigt sind diese Anlagen seit Anfang des Jahres in einer Entfernung von maximal 200 Metern von Bahnlinien oder Autobahnen. Der Potsdamer Solarpark soll in die vorhandenen Grünstrukturen integriert werden und keine Unterbrechung für kleinere Wildtiere darstellen, da er zwar umzäunt, im unteren Bereich aber durchlässig sein wird. Auch die Bodenversiegelung ist minimal, da für die Module lediglich Metallpfähle in den Boden geschlagen werden und überall Platz für natürlichen Bewuchs bleibt. Die Anlage greift also weitaus weniger in die natürliche Umgebung ein als beispielsweise ein Windpark.


Ein neuer Bebauungsplan muss aufgestellt werden - Bürgersprechstunde am 25. Februar

Dennoch, bevor es zwischen Satzkorn und Kartzow losgehen kann, muss ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Deshalb laden EnBW und Bauverwaltung interessierte Anwohner am 25. Februar zwischen 14 und 19 Uhr zu einer Bürgersprechstunde ins Gemeindehaus, Dorfstraße 2 in Satzkorn ein. Pandemiebedingt sind dort Einzelberatungen von maximal 15 Minuten vorgesehen, zu denen eine Anmeldung mit Angabe von drei Wunschterminen erforderlich ist. Wer nicht persönlich vor Ort sein kann, sollte sich trotzdem bei der EnBW melden, damit wichtige Fragen eventuell per Telefon oder Videochat beantwortet werden können.

Die Nutzung des Solarparks ist zunächst für 30 Jahre angelegt. Da die Weiterentwicklung der Module aber schnell voranschreitet, sei auch schon früher eine Aufrüstung der Anlage durch stärkere Photovoltaikmodule möglich, die weniger Platz benötigen. Eine spätere Rückführung in die landwirtschaftliche Nutzung sei nicht nur ohne Nachteile möglich, sondern berge sogar Vorteile, da sich der Boden zwischenzeitlich vom intensiven Anbau erholen könne, erklärte Erik Wolfram. Auch eine behutsame Weiterentwicklung von Satzkorn sei durchaus denkbar, denn ausreichende Abstände würden eingehalten. sg


Kontakt zur EnBW:
solarenergie.berlin@enbw.com, Betreff Energiepark Satzkorn
oder telefonisch unter 030/234 55 150