Sport, Schulen, Kitas: Zahlreiche Projekte auf der Tagesordnung

Kommunaler Immobilien Service: Die Bilanz ist positiv, aber Fachkräfte fehlen

Potsdam. Der Kommunale Immobilien Service (Kis) blickt trotz der Herausforderungen durch die Coronapandemie auf ein erfolgreiches Jahr 2020 zurück. Auch für den Kis sei es kein normales Jahr gewesen, sondern eines der besonderen Herausforderungen, hieß es am Dienstag.

Begonnen hat es im Januar mit einem unerwartetes Ereignis, das mit Corona noch gar nichts zu tun hatte: Die IT der Stadtverwaltung wurde gehackt. Das hatte über Monate in vielen Bereichen einen digitalen Totalausfall zur Folge. Dank des Engagements und der Kreativität von Mitarbeitern des Kis seien die meisten Prozesse jedoch auch unter erschwerten Bedingungen aufrechterhalten worden, so der Eigenbetrieb. Wesentliche Auswirkungen habe es nur im Bereich der Bauprojekte gegeben. Hier sei über mehrere Wochen die Durchführung von Vergabeverfahren über den digitalen Marktplatz nicht möglich gewesen. Insbesondere beim Schulzentrum am Stern habe das zu spürbaren Projektverzögerungen geführt.


Besondere Aufgaben seit Pandemiebeginn

Nach dem Digitalausfall kam der Corona-Lockdown und der Kis musste zusätzliche Dienstleistungen erbringen. Innerhalb weniger Tage seien beispielsweise die Abstrichstellen in der Jägerallee und in der Pietschkerstraße eingerichtet worden. Für die zur Unterstützung des Gesundheitsamts zur Verfügung gestellten Bundeswehrsoldaten mussten erst zwei, dann vier Etagen im bereits leer geräumten Haus Zwei der Stadtverwaltung wieder in Betrieb genommen werden, verbunden mit der Beschaffung von Büromöbeln für etwa 120 Arbeitsplätze und Umzügen. Auch die Reinigungsmaßnahmen seien an Coronabedingungen angepasst worden. Hausmeister und Handwerker legten Abstandsmarkierungen, Absperrungen und die Ausweisungen von neuen Wegeführungen an. Später wurde auch die Metropolishalle vom Kis für den Ausbau als Landesimpfzentrum vorbereitet. Dabei lobt Kis-Chef Bernd Richter die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Betreiber der Halle, Friedhelm Schatz, und seine professionelle Leitungsbereitschaft. "Ich bin stolz darauf, dass es uns gelungen ist, trotz der zusätzlichen Corona-Anforderungen und unter den Bedingungen des Lockdowns auch die wesentlichen Ziele des Wirtschaftsplanes 2020 erreicht zu haben", freut sich Richter rückblickend.

Der Großteil der Investitionen des Kommunalen Immobilien Service floss 2020 in den Ausbau und die Sanierung der Potsdamer Bildungsin-frastruktur. Für Schulen und Sportstätten sieht der Wirtschaftsplan 2020 allein 39,9 Millionen Euro für die bauliche Infrastruktur vor. Hinzu kommen weitere 2,8 Millionen Euro Investitionen in Kitas und Horte. Somit ergibt sich ein Gesamtvolumen von 42,7 Millionen Euro für die Kinder- und Bildungslandschaft der Landeshauptstadt im Jahr 2020. Die Gesamtinvestitionen des Kis lagen bei 53,8 Millionen Euro.

Bis zum Jahr 2023 sollen laut Wirtschaftsplan 2020 insgesamt 308,2 Millionen Euro investiert werden. "Investitionen in die Bildungsinfrastruktur waren und sind weiterhin oberste Priorität für uns", betont Kämmerer Burkhard Exner (SPD). So wurde unter anderem die Grundschule Am Jungfernsee an den Roten Kasernen Ost inklusive einer neuen Sporthalle fertiggestellt und im Frühjahr bezogen. Auf dem derzeit größten Bauprojekt, dem Schulzentrum am Stern in der Gagarinstraße, ging es ebenfalls voran. Hier konnte das Bestandsschulgebäude fertig saniert werden.


Gute Zusammenarbeit im Sportbereich

Auch im Sportbereich wurden mehrere wichtige Hürden genommen. So konnten nach der bereits im Februar erfolgten Inbetriebnahme der neuen Sporthalle im Sommer auch die Außensportanlagen des Hannah-Arendt-Gymnasiums und der Zeppelin-Grundschule am Schul-standort Haeckelstraße eröffnet werden.

Dank der Bereitschaft des Vereins Potsdamer Sport-Union 04 e.V. (PSU), selbst die Verantwortung für die Projektumsetzung zu übernehmen, ist es mit fachlicher Begleitung des Kis nicht nur gelungen, die beiden stark sanierungsbedürftigen Kunstrasenplätze des Vereins zu erneuern, sondern zusätzlich auch noch das Fußballgroßspielfeld in einen modernen Kunstrasenplatz zu verwandeln. Richter lobt die hervorragende Zusammenarbeit zwischen dem Verein, der Sportverwaltung der Landeshauptstadt und dem Kis. Bemerkenswert sei zudem, dass die neu gestalteten Hockeyplätze nun über den so genannten Tokio-Rasen verfügen, der vom Hersteller speziell für die Olympischen Spiele in Tokio entwickelt wurde und zu 60 Prozent aus Zuckerrohr gewonnen wird. Aber auch der neue Fußballplatz sei ein besonderer, denn er steht nach seiner Fertigstellung durch die PSU nun auch mehreren anderen Fußballvereinen zur Verfügung.

Nach einem erfolgreichen Architekturwettbewerb fiel 2020 auch der Startschuss für ein weiteres Leuchtturm-Projekt im Bereich des Sports, das "Sportforum Am Schlaatz". Nach den architektonisch und funktional anspruchsvollen Entwürfen des Architekturbüros Huber Staudt Architekten aus Berlin wird in den kommenden Jahren ein für den Schul- und Vereinssport gemeinsam nutzbarer neuer Standort ent-wickelt. Auch die Sanierung der "Historischen Sporthalle Kurfürstenstraße" konnte 2020 starten. Ab Herbst 2022 soll die denkmalgeschützte Halle wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen.


Drei Kitas und ein Hort fertiggestellt

Im Bereich Kinderbetreuung konnte der Kis im zurückliegenden Jahr die Kita in der Burgstraße, den Hort am Nuthepark neben der Kita Sausewind und die Kita "Pipapo" in Fahrland fertigstellen. Ebenfalls abgeschlossen wurden die Arbeiten am Erweiterungsbau der Kita Ginsterweg. Zum Jahresbeginn hat der Kis die Verwaltung von fast 1.900 Kleingärten und Garagen übernommen.

Auf dem Campus der Stadtverwaltung wurde mit der Einführung eines neuen Wegeleitsystems begonnen, das gerade auch in der Zeit der Pandemie eine bessere Orientierung und somit kürzere und schnellere Wege auf dem Campusgelände ermöglicht. Im kommenden Jahr wird es vervollständigt und mit digitalen Informationsstationen ergänzt.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres starten zwei große Architekturwettbewerbe für die Schulstandorte Pappelallee und Waldstadt Süd. Beide Standorte sind wichtige Bausteine bei der Umsetzung der Schulentwicklungsplanung. Bei beiden Wettbewerbsverfahren und bei der nachfolgenden Projektumsetzung spielt das Thema "Nachhaltiges Bauen" eine große Rolle. Der Kis lässt sich hierbei durch externe Experten beraten und strebt eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen an.


Schulcampus am Stern fast fertig

Mit den Außenanlagen wird der Schulcampus Am Stern in der Gagarinstraße in diesem Jahr fertiggestellt. Auch die langjährigen Sanierungen der Kita "Regenbogenland" und der Kita "Löwenzahn" werden 2021 abgeschlossen. Für die Sanierung und Erweiterung der Turnhalle der Rosa-Luxemburg-Schule in der Burgstrasse beginnen die Planungen, Ende 2023 soll die Halle fertiggestellt sein. Beim Neubau der Turnhalle für die Lennéschule und die Grundschule am Humboldtring beginnt ebenfalls in diesem Jahr die Planungsphase, die Fertigstellung ist für 2024 geplant. Am Schulstandort Nuthewinkel wird zunächst eine Interimslösung in Form einer Containeranlage für die neue Grundschule geschaffen. Die Planungen zur Sanierung und Erweiterung der Waldstadtgrundschule und der Comenius-Förderschule gehen in die nächste Runde.

Auf dem Campus der Stadtverwaltung wird die Sanierung des Rathauses fortgeführt und im Haus 1 der Brandschutz verbessert. Bei aller Zuversicht betont Kis-Chef Richter jedoch auch, dass für die erfolgreiche Umsetzung des Investitionsprogramms auch die notwendigen Fachkräfte gefunden werden müssen. Hier setzt er in erster Linie auf Unterstützung durch den Personalbereich der Stadtverwaltung. sg