Büffelfarm: Nebenan ein Freizeitpark

Am Waldschlösschen regt sich Unmut wegen geplanter touristischer Angebote

Mittenwalde. Eine Büffelfarm bringt die Bewohner der beschaulichen Siedlung Am Waldschlösschen in Aufruhr. Die Wasserbüffel selbst, ausgesprochen friedliebende Tiere, stören nicht und leben die meiste Zeit auf der Weide. Doch deren Besitzer möchte neben der ehemaligen Rinderzuchtanlage, in der er seine Büffel seit Ende letzten Jahres untergebracht hat, noch eine Schaukäserei, Gastronomie, Ferienwohnungen sowie einen Streichelzoo und Spielmöglichkeiten für Kinder errichten.

Und schon stehen die Nachbarn auf den Barrikaden. Ob berechtigt oder nicht, weiß bislang niemand, denn der Ärger basiert in erster Linie auf einem von der Stadt veröffentlichen Antrag für einen Bebauungsplan, der offenbar ungeprüft vom Gemeinderat abgesegnet und Ende Juni auf die Webseite der Stadt gestellt wurde. Der Eigentümer der schwarzen Herde musste ihn stellen, denn das Gelände befindet sich im Außenbereich und darf ohne B-Plan gar nicht bebaut werden.

Dass das Papier nun Fehler enthalte, habe auch er erst im Nachhinein festgestellt, sagt der Unternehmer, den dort erwähnten Campingplatz habe er jedoch nie bauen wollen. Zu viele Parkplätze direkt an ihrer Hecke kontern Nachbarn, die dort schon seit mehr als zehn Jahren wohnen und ihr Idyll nicht missen möchten. Denn Stein des Anstoßes ist vor allem der befürchtete starke Autoverkehr, wenn die Anlage fertig ist.

Geärgert hat die Anrainer jedoch auch die Tatsache, dass der Antrag nur im Internet veröffentlicht und nicht ausgelegt wurde. In Corona-Zeiten ist das gängige Praxis, da sonst alle Bauvorhaben gestoppt werden müssten. Viele Kommunen hätten sich ohnehin ganz für die Veröffentlichung im Internet entschieden, heißt es vom Bauamt. Dann hätte die Stadt sie wenigstens darüber in Kenntnis setzen müssen, zum Beispiel über das Amtsblatt, meinen die Anrainer. Doch das Amtsblatt kam bei ihnen gar nicht erst an. Mittlerweile werfen sie sogar ihrer Bürgermeisterin vor, die Belange der Bürger nicht zu berücksichtigen. Denn die Stadtchefin ist wie der Landrat froh über die wirtschaftliche Neuansiedlung.

Ganz andere Bedenken hat mittlerweile der Naturschutzbund (Nabu) geäußert. Er hält den vorgelegten Plan für grundsätzlich fehlerhaft, da Teile der Planfläche im Landschaftsschutzgebiet lägen. Da ein Bebauungsplan mit der ersten Auslegung noch nicht in Stein gemeißelt ist, gibt es bis zum 31. Juli noch die Möglichkeit, per E-Mail Einwände einzureichen. Dieses Vetorecht haben schon so Viele genutzt, dass die Bürgermeisterin gemeinsam mit dem Bauherrn die Beteiligten am kommenden Mittwoch zu einem Gespräch einlädt. Ausgang offen. sg


Plan und ausführliche Projektbeschreibung sind auf www.mittenwalde.de veröffentlicht. Dort können auch Einwände per E-Mail eingereicht werden.

Kommentare

  1. User
    Silke Wahl Blankenfelde, Fr, 24.07.2020 20:30

    Dafür musste der Reitverein Mittenwalde weichen, der sich deutlich über 10 Jahre auf dem Gelände befunden hat. Dieser sollte offensichtlich um sein Vorkaufsrecht gebracht werden, um das Land über Wert zu verkaufen. Natürlich kam final Corona dazu,aber der Betrieb wurde bereits vorher gefühlt systematisch kaputt gemacht.