Uni Potsdam: Diversity Audit zur Gestaltung von Vielfalt

Stifterverband startet Umfrage im Wintersemester

Potsdam. "Vielfalt gestalten" ist das Motto des Diversity Audits des Stifterverbands, das die Universität Potsdam in den kommenden zwei Jahren durchlaufen wird. Sie ist eine von sieben Hochschulen, die der Stifterverband aktuell dabei unterstützt, ein spezifisches Verständnis von Diversität und eine dazu passende Strategie zu entwickeln. Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Hochschulen ein Zertifikat, das ihnen bescheinigt, die Verschiedenheit ihrer Studierenden und Beschäftigten als Chance zu begreifen und dieses Potenzial für ihre weitere Entwicklung zu nutzen.

Bundesweit wurden bereits 42 Hochschulen auditiert. Egal ob Studierende in Teilzeit, mit Migrationsgeschichte oder aus einem nichtakademischen Elternhaus - alle Studierenden sollen die Chance haben, erfolgreich an Bildung teilhaben zu können. Ebenso wichtig ist die Förderung von Diversität unter den Beschäftigten, in der Wissenschaft wie in der Verwaltung. "Um eine entsprechende Universitätskultur zu schaffen und Chancengerechtigkeit herzustellen, müssen wir uns auch mit diskriminierenden Strukturen und Barrieren beschäftigen", sagt Dr. Nina Khan, Referentin für Chancengleichheit und Diversity an der Universität Potsdam. "Dies wird nicht nur für benachteiligte Gruppen gewinnbringend sein, sondern für alle Hochschulangehörigen und die Universität als Ganzes. Das Audit bietet die Chance, diesen Prozess voranzubringen und kritische Impulse zu setzen", so Khan.

Im kommenden Wintersemester wird es eine Umfrage zu Erfahrungen mit Diskriminierung und zu den Dimensionen der Diversität an der Universität geben. Die Daten helfen dabei, eine hochschulweite Strategie zum Schutz vor, insbesondere auch rassistisch motivierter, Diskriminierung zu entwickeln, Ansprechpersonen für Schutzsuchende zu benennen und Antidiskriminierungsrichtlinien zu erarbeiten. Bereits bestehende Maßnahmen sollen in die Strategie einfließen. Eine Steuerungsgruppe und ein Lenkungskreis werden dafür sorgen, dass Chancengerechtigkeit als Querschnittsthema verstanden und auf den unterschiedlichsten Ebenen der Hochschule nachhaltig institutionalisiert wird.

Geplant sind mehrere Workshops, die von externen, unabhängigen und fachlich ausgewiesenen Personen moderiert werden. Parallel dient ein Diversity-Forum dem Austausch mit allen Hochschulen, die sich derzeit ebenfalls einem Audit unterziehen. Hierzu gehören in den kommenden zwei Jahren etwa die Freie Universität Berlin, die Philipps-Universität Marburg und die Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.  red/sg