Elche im Anmarsch: Neues Verkehrsschild warnt vor Europas größtem Säugetier

Elche werden in der Nuthe-Nieplitz-Region heimisch

Dobbrikow.  Ein "Elch-Warnschild" wurde am Freitag in der Nähe von Dobbrikow aufgestellt. Es soll Verkehrsteilnehmer vor einer möglichen Begegnung mit der größten Säugetierart Europas warnen und so letztlich auch die Tiere schützen. Das Schild sollte bereits im März seinen Platz bekommen, der Termin musste aber  coronabedingt verschoben werden.

Die für den Tier- und Naturschutz zuständige Kreis-Beigeordnete Dietlind Biesterfeld freut sich umso mehr, dass die Aktion jetzt nachgeholt werden konnte. Elche gehören zu den seltenen Säugetieren Brandenburgs. Sie wandern ab und an aus Polen kommend in Brandenburg ein. Mittels GPS-GSM-Telemetrie wird eine solche Wanderung seit dem 27. Februar 2018 bis heute von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde beobachtet. Erstmalig war das Wildtier am 5. Februar 2018 auf der Wildbrücke Teupitz (A13) mit einer Video-Überwachungsanlage in Brandenburg nachgewiesen worden.


Ein kräftiger Geselle: Elch "Bert" wiegt etwa 350 Kilo

Der männliche Elch wurde in der Gemeinde Mühlenfließ im Landkreis Potsdam-Mittelmark im Rahmen einer Managementmaßnahme mit einem Sender versehen. Er wog zu diesem Zeitpunkt rund 350 Kilo, wurde wahrscheinlich im Jahr 2016 geboren und hat von den Elch-Beobachtern den Namen "Bert" erhalten. Bert hat den Sommer 2018 in der Nuthe-Nieplitz-Region verbracht. Mit Beginn der Brunftzeit ist der Elchbulle über Treuenbrietzen, Zahna und Wittenberg zur Elbe und von dort über Roßlau in die Niederung im Oberlauf der Zerbster Nuthe gewandert. Dort hat er den Winter 2018 verbracht. Im Frühjahr 2019 ist Bert südlich von Wiesenburg und Belzig in den Raum Beelitz gezogen. Seitdem hält er sich stabil im Naturpark Nuthe-Nieplitz auf einer Fläche von knapp 100 Quadratkilometern auf.

In Dobbrikow war Bert ein regelmäßiger Gast am Silage-Silo der Rinderhaltung. Er musste mehrfach "zur Ordnung gerufen" werden, weil er mit seinen langen Beinen durch die Silage lief. Dadurch kann Luft eindringen, was wiederum die Silage für die Fütterung der Rinder unbrauchbar macht. Im Sommer 2019 hielt sich nachweislich mindestens ein weiterer männlicher Elch im Naturpark auf. Die Nuthe-Nieplitz-Niederung scheint in Südbrandenburg ein sehr geeignetes Habitat für diese größte Säugetierart Europas zu sein.

Um auf die Elche aufmerksam zu machen und Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren, hatte sich die Gemeinde Nuthe-Urstomtal an das Straßenverkehrsamt des Landkreises gewandt. Ein offizielles Verkehrsschild zur Warnung vor Elchen gibt es in Deutschland bislang nicht. Der jetzt aufgestellte Hinweis auf das Einstandsgebiet des Elchs entstand in kreativer Zusammenarbeit des Straßenverkehrsamts, der Jagd- und der Naturschutzbehörde des Landkreises Teltow-Fläming. Die kreisliche Straßenmeisterei hat das Schild auf der Höhe der Rinderhaltung an der Kreisstraße zwischen Dobbrikow und Nettgendorf angebracht.  red/sg