Naturlehr- und Trimm-Dich-Pfad statt Bauland

Verein Waldsiedlung Wildpark-West will ehemaliges DDR-Ferienlager kaufen

Schwielowsee. In der Waldsiedlung Wildpark-West gab es zu DDR-Zeiten ein Ferienlager. Dessen Glanz ist längst vergangen, im Waldgebiet an der Schweizer Straße stehen heute nur noch ein paar übriggebliebene Wände der ehemaligen Unterkunft. Eigentlich könnte dieses Waldstück bebaut werden. Doch wer das beabsichtigt, macht die Rechnung ohne die Wildparker.

Die Bewohner der Waldsiedlung, vor allem die, die dort schon seit vielen Jahren leben, sind nämlich entschlossen, den Wald und damit auch den Charakter des vor etwa 100 Jahren als Ferienhaussiedlung entstandenen Gebiets zu erhalten. Zu viel ist in den vergangenen Jahren durch Nachverdichtung auf geteilten Grundstücken gefällt worden. Gegen diese Zerstörung setzt sich seit Jahren winw Bürgerinitiative ein, die mittlerweile zu einem Verein mit rund 250 Mitgliedern herangewachsen ist, von denen allein 200 in der Siedlung wohnen. Der Verein "Waldsiedlung Wildpark-West" möchte nun auf einem Teilstück des alten Ferienlagers einen Naturlehr- und Trimm-Dich-Pfad für die Wildparker Bevölkerung zu errichten.

Das Teilstück ist im Besitz der Gemeinde, deshalb hat der Verein gute Chancen, es zu einem Preis kaufen zu können, den die Mitglieder aufbringen können. Darauf hat der Vorstand bei der Gemeindevertretersitzung am 24. Juni aufmerksam gemacht. "Unser Verein beabsichtigt, einen Naturlehr- und Trimm-Dich-Pfad für die Einwohner und Besucher unserer Waldsiedlung als generationsübergreifendes Projekt zu errichten. Dieses Projekt ist von besonderer Bedeutung für Natur und Landschaft und würde eine wertvolle Bereicherung für alle Erholungsuchenden darstellen", erklärt der 2. Vereinsvorsitzende René Braunsdorf.

Um das Waldstück dauerhaft zu erhalten, haben der Naturschutzbund Brandenburg (Nabu) und der  Waldsiedlung Wildpark-West e.V. bereits ihren gemeinsamen Antrag beim Umweltministerium Brandenburg zur Unterschutzstellung der Waldfläche erweitert. Ziel ist es, ein Teilstück des Waldes als geschützten Biotop und Erholungswald auszuweisen. Der Verein ist nun auf die Unterstützung von Bürgermeisterin Kerstin Hoppe (CDU) sowie des Geltower Ortsvorstehers Matthias Fannrich und der Gemeindevertretung angewiesen. Mit ihrer Hilfe können die Pläne schon bald Realität werden.  sg