Kunst im Stadtraum: Spektrale öffnet am 17. Mai

Zwölf Künstler setzen sich mit dem Thema "Flucht" auseinander

Luckau.  Zum neunten Mal wird Luckau zum Zentrum der Kunst im Raum. Und da die Ausstellung "Flüchtlinge - ein zeitloses Feindbild?!" unter freiem Himmel zwischen Kulturkirche und ehemaligem Landesgartenschau-Gelände stattfindet, kann sie auch in Coronazeiten mit wenigen Hygienemaßnahmen besucht werden. Zwölf sozial engagierte Künstler aus Brandenburg und Berlin setzen sich im Zusammenhang mit dem Kulturland-Thema 2020 "Krieg und Frieden" mit durchgehend kritischen Reaktionen nicht nur auf Folgeerscheinungen der unmittelbaren Kriegs- und Nachkriegszeit auseinander.

Auch wenn Objekte und Installationen von Flucht und Vertreibungen vor und nach 1945 bestimmt seien, nehmen sie vielmehr die immerwährenden Muster menschlichen Verhaltens ins Visier - Abgrenzung gegenüber dem fremd Erscheinenden und Stigmatisierung ganzer Menschengruppen, abwertende Stereotype, aber auch die gesellschaftliche Übereinkunft des Verschweigens, erklärt Kurator Herbert Schirmer. Wer den Weg von der Luckauer Kulturkirche zwischen Stadtgraben und Stadtmauer in Richtung Laga-Park nimmt, könne die Kunstobjekte und Installationen verunsichernd, vielleicht sogar verstörend finden. Alle ausgestellten Werke demonstrieren die eigene Sicht der Künstler auf die Welt, was bei interessierten Betrachtern zu unerwarteter Resonanz führen könne, so Schirmer weiter.

An der Ausstellung beteiligt sind die Berliner Künstler Roland Boden, Rainer Görß & Ania Rudolph, Astrid Köppe, Nele Probst, Roland Schefferski und Hans Scheib sowie Micha Brendel aus Hohendorf, Catrin Große aus Doberlug-Kirchhain, Birgit Knappe aus Michendorf, Jost Löber aus Groß Pankow und Marietta Thier aus Lübben.

Bei näherer Beschäftigung verweisen ihre Werke über beziehungsreiche Titel und ihre ästhetische Dimension hinaus auf eine gemeinsame und zutiefst menschliche Aussage, die sich als offensive Zeichensetzung in der Landschaft versteht. Mobilisierung gegen immerwährende Gleichgültigkeit und das Hinterfragen eines schläfrigen Gewissens - das sei die Botschaft der Spektrale 9, so der Kurator.  sg


Eröffnung am Sonntag, 17. Mai um 11 Uhr zwischen Kulturkirche und Archiv des Landkreises Dahme-Spreewald in Luckau mit Sozialdezernent Carsten Saß vom Landkreis Dahme-Spreewald, Brigitte Faber-Schmidt von Kulturland Brandenburg und Kurator Herbert Schirmer.

Laufzeit vom 17. Mai bis 17. September. Die Kunstwerke können kostenfrei im öffentlichen Stadtraum besichtigt werden. Weitere Informationen erhalten die Besucher in der Kulturkirche Luckau.