Pflanzen machen keine Corona-Pause

Mitarbeiterinnen des Landschaftspflegevereins trafen sich

Rangsdorf. Seit acht Jahren treffen sich im April mit Arbeitshandschuhen und Spaten ausgestattete Naturfreunde an den wunderschönen Zülowseen in Rangsdorf. Bei der vom Landschaftspflegeverein Mittelbrandenburg organisierten Aktion rücken stets rund ein Dutzend Freiwillige dem invasiven Japan-Staudenknöterich zu Leibe und verschaffen den heimischen Pflanzenarten wieder mehr Platz. Die aktuellen Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie brechen auch mit dieser Tradition – der Knöterich wächst jedoch unbeeindruckt weiter. Damit die Erfolge ehrenamtlicher Arbeit gesichert werden, haben die Mitarbeiterinnen des Landschaftspflegevereins unter Einhaltung des gebotenen Abstandes allein zum Spaten gegriffen. Am Ende des Einsatzes war der wüchsige Japan-Staudenknöterich wieder ein Stückchen mehr zurückgedrängt.

Wie der Name verrät, stammt der Knöterich ursprünglich aus Japan. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde er als Gartenpflanze nach Europa eingeführt, verbreitete sich unbeabsichtigt jedoch auch außerhalb von Gärten. Ein wenige Millimeter großes Wurzelstück genügt, damit innerhalb von einer Woche eine neue Pflanze heranwächst. Rasch kann sich ein dichter Bestand entwickeln, der anderen Pflanzen keinen Platz mehr zum Wachsen lässt und der Knöterich wird zur Plage für die Natur.

Ausgegrabene Pflanzen müssen immer fachgerecht entsorgt werden, denn selbst kleine Stängelteile können wieder austreiben und zu neuen Pflanzen heranwachsen. Allerdings lässt sich auch etwas Positives über den Japan-Staudenknöterich sagen: Er hat durchaus kulinarische Qualitäten. Kuchen, Chutney oder Wodka - es gibt Einiges wozu man die jungen, nach Rhabarber schmeckenden Sprosse verarbeiten kann. Aus diesem Grunde trägt die Veranstaltung den Titel „Naturschutz mit Messer und Gabel“ – im nächsten Jahr kommen dann hoffentlich wieder viele fleißige Helfer und Naturfreunde als Dankeschön in den Genuss einer Rangsdorfer Knöterich-Leckerei. Dr. Mareike Conrad, LPV / red

Kommentare

  1. User
    Frank Rangsdorf, Di, 05.05.2020 10:12

    Schön, auch mal wieder was aus Rangsdorf zu lesen! Und das die Sache mal nicht sich nur um corona dreht. gibt es dennmehr Naturaktionen?