Verkehrsverbund verlängert S2 nach Rangsdorf

Bessere Anbindung für das Gewerbegebiet Dahlewitz

Berlin/Rangsdorf. Das Land Brandenburg und die Deutsche Bahn haben am Dienstag eine Finanzierungsvereinbarung für die weiteren Planungen zur Verlängerung der S-Bahn-Linie S2 von Blankenfelde nach Rangsdorf unterzeichnet. Laut Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) könne die umfangreiche Vor-, Entwurfs- und Genehmigungsplanung nun zügig starten. Rund 16 Millionen Euro Landesmittel stünden dafür zur Verfügung.

Das Vorhaben gehört zum Infrastrukturprojekt i2030, in dem sich die Länder Berlin und Brandenburg, die Deutsche Bahn und der VBB zusammengeschlossen haben, um für die Hauptstadtregion mehr und bessere Verbindungen auf der Schiene zu schaffen. Durch die rund fünf Kilometer lange Verlängerung der S-Bahn-Linie S2 im Süden von Berlin sollen drei neue Stationen entstehen: Dahlewitz, Dahlewitz-Rolls-Royce und Rangsdorf. Dadurch entsteht für Pendler eine direkte S-Bahn-Anbindung ins Berliner Zentrum und in Gegenrichtung zum Gewerbegebiet Dahlewitz, unter anderem Firmensitz des Turbinenherstellers Rolls-Royce.
In Rangsdorf halten nach dem Umbau sowohl Regionalverkehrs- als auch S-Bahn-Züge.

"Das sind gute Nachrichten für die vielen Pendlerinnen und Pendler von und nach Dahlewitz und Rangsdorf sowie zum Gewerbegebiet Dahlewitz und damit vor allem für Rolls-Royce. Sie können künftig das Auto stehen lassen und mit der S-Bahn bequem und dazu klimaschonend zu ihrem Ziel kommen. Wer hier im Landkreis Teltow-Fläming wohnt oder arbeitet, profitiert genauso davon wie die Menschen im Norden des unmittelbar angrenzenden Landkreises Dahme-Spreewald. Denn die Gemeinden sind sehr eng miteinander verflochten", so Brandenburgs Infrastrukturminister Guido Beermann (CDU). Ihn freue besonders, dass damit eine Strecke wieder befahren werde, die mit dem Bau der Berliner Mauer gekappt wurde. Zudem sei die Verlängerung ein deutliches Zeichen: "Es geht voran! Das Land Brandenburg unterstützt die zügige Weiterplanung aller i2030-Projekte", so Beermann weiter.


Bahnfahren ist umweltfreundlich

"Bahnfahren ist Klimaschutz. Wir wollen, dass Menschen die umweltfreundliche Bahn benutzen. Das gelingt nur mit schnellen, zuverlässigen und komfortablen Bahnverbindungen. Mit der heutigen Finanzierungsvereinbarung ist der Startschuss für eine solche Verbindung zwischen Berlin und dem südlichen Umland gefallen. Davon profitiert die Region, profitieren die täglichen Pendlerinnen und Pendler nach Berlin beziehungsweise in das Gewerbegebiet Dahlewitz - und damit langfristig auch das Klima", erklärte der für Infrastruktur zuständige Vorstand der Deutschen Bahn AG, Ronald Pofalla.

"Mit i2030 erweitern wir die Netzverbindungen für Pendlerinnen und Pendler in der Metropolregion Berlin-Brandenburg. Hiermit kommen wir unserem Ziel näher, auch für die Menschen in den stark wachsenden Nachbargemeinden künftig bessere klimafreundliche Anbindungen zu schaffen. Die S-Bahnverbindung nach Rangsdorf und der neue S-Bahnhof für das Dahlewitzer Gewerbegebiet bringt deutlich mehr Komfort, nicht nur für weite Verbindungen, sondern auch für die Verknüpfung zwischen den Ortsteilen Mahlow, Blankenfelde und Dahlewitz", betonte Berlins Verkehrssenatorin Regine Günther (B'90/Grüne).

Und VBB-Geschäftsführerin Susanne Henckel betonte, dass die Finanzierungsvereinbarung ein wichtiger Meilenstein im Teilprojekt Berlin-Dresden/Rangsdorf und ein weiteres Signal für die Fortschritte im Gesamtkonzept sei. Schritt für Schritt werde gemeinsam die Infrastruktur in der Region ausgebaut. Damit könne das Bahnangebot in den kommenden Jahren deutlich ausgeweitet werden.

Im Laufe dieses Jahres werden im Rahmen der Vorplanung detaillierte Untersuchungen zum Streckenverlauf erstellt. Hierfür wird sowohl die Realisierung zweigleisiger Teilstücke als auch ein vollständig zweigleisiger Ausbau der S-Bahn-Strecke untersucht. Ziel der Vorplanung ist außerdem, konkretere Angaben zu Kosten und Dauer der Umsetzung zu ermitteln.  red/sg

Kommentare

  1. User
    Konrad Tschorn Zossen OT Wünsdorf, Di, 14.04.2020 17:08

    So viel Gutes und Richtiges. Aber keiner stellt die Frage ob die Ziele/Erwartungen tatsächlich nur mit den ZWEI Bahnsytemen erreicht werden können. All das kann, so meine Meinung, besser erreicht werden wenn auf dem angedachten S-Bahngleis die Regionalbahn fährt und die bisherigen Gleise für den Schnell- und Güterverkehr frei bleiben. Ich gehe davon aus das der "Speckgürtel" in wenigen Jahren noch breiter sein wird. Ergo das in diesem Zossen, Wünsdorf aber auch Baruth oder gar Golßen einbezogen ist. Was dann? Erweitern wir dann die S-Bahn erneut oder müssen die Nutzer aus diesen Orten umsteigen?