Verkehrsachse im Potsdamer Norden wird mit Berlin geplant

Bundesstraße 2 bleibt Hauptverbindung zwischen Krampnitz und Spandau

Potsdam. Mit der Entwicklung des ehemaligen Kasernengeländes in Krampnitz zu einem Wohngebiet für 10.000 Menschen ergeben sich auch zusätzliche Verkehrsströme zwischen dem Potsdamer Norden und Berlin-Spandau. Die Bundesstraße 2 (B 2) ist bereits heute vielfach überfüllt. Potsdams Baudezernent Bernd Rubelt sowie der Abteilungsleiter Verkehr in der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, Hartmut Reupke, und der Spandauer Bezirksstadtrat Frank Bewig haben sich deshalb nun verständigt, die zukünftige Verkehrsplanung mit gemeinsamen gebietsübergreifenden Maßnahmen voranzubringen.

Derzeitige Bevölkerungsprognosen gehen von einem deutlichen Wachstum im Planungsbereich Berlin-Spandau und Landeshauptstadt Potsdam aus. Die vorhandenen Verkehrstrassen sind jedoch bereits heute in der Hauptverkehrszeit, von einem hohen Verkehrsaufkommen betroffen. Verflechtungen im Pendlerverkehr bestehen sowohl in Richtung Berlin-Spandau als auch in Richtung Potsdam. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die B 2 zwischen der Heerstraße in Berlin und dem Potsdamer Zentrum. Seit der Verabschiedung des Masterplans Krampnitz durch die Potsdamer Stadtverordnetenversammlung im vergangenen Jahr stehen die Landeshauptstadt Potsdam und das Bezirksamt Spandau in einem intensivierten Austausch zu Verkehrsfragen, sowohl auf Fach- als auch auf Führungsebene.

"Um das prognostizierte Wachstum in der Region auch verkehrlich abwickeln zu können, ist jetzt eine Orientierung auf den Umweltverbund notwendig. Vorrangig kommt hierbei insbesondere die Weiterentwicklung des ÖPNV in Frage. Zusammen mit dem Ziel, die Radverkehrsinfrastruktur auszubauen, sollen gemeinsame Maßnahmen entwickelt werden, die attraktive Alternativen im Verkehrskorridor Berlin-Spandau - Landeshauptstadt Potsdam darstellen", so Bernd Rubelt. Es bestehe Einigkeit darüber, dass der begonnene Weg der Zusammenarbeit als lang angelegter Prozess zu verstehen sei, der sich über viele Jahre erstrecke, betont Spandaus Bezirksstadtrat Frank Bewig. Deshalb sei es auch notwendig, sich regelmäßig über den Fortschritt einzelner Entwicklungen auszutauschen. Das gelte neben Krampnitz auch für alle weiteren Maßnahmen innerhalb des Verkehrsraums.

Im Zuge der Entwicklung des ehemaligen Kasernenstandorts Krampnitz mit 10.000 zusätzlichen Einwohnern im Norden Potsdams hat Potsdam auch die zu erwartenden Auswirkungen auf die Verkehrsabwicklung ermittelt. Sie bilden die Grundlage für weitere Betrachtungen und die Erarbeitung von möglichen Maßnahmen entlang der B2. Bereits im Bestand wird deutlich, dass gerade die größeren Knotenpunkte entlang der Verkehrsachse zu Einschränkungen in der Leistungsfähigkeit führen. Während einzelne Kreuzungen außerhalb der besiedelten Gebiete durch bauliche Anpassungen weiter optimiert werden könnten, könne gerade in den innenstadtnahen Bereichen nur eine spürbare Verlagerung von Verkehrsanteilen auf den sogenannten Umweltverbund zu einer Entlastung führen, sind sich die Planer einig.

Unter anderem sei deutlich geworden, dass der Knotenpunkt B 2 - Potsdamer Chaussee/Ritterfelddamm durch einen Ausbau in der Leistungsfähigkeit verbessert werden kann, wobei auch eine Anbindung der nördlich gelegenen Waldsiedlung umgesetzt werden könnte. Der Umbau zu einem Kreisverkehr werde hingegen nicht weiter favorisiert, da ein Kreisverkehr die zukünftig notwendige Verkehrsabwicklung nicht gewährleisten könne.  sg

Kommentare

  1. User
    Jörg Manteuffel Groß Glienicke, Mo, 09.03.2020 15:40

    Es ist erfreulich, dass die Politiker endlich zur Kenntnis nehmen, dass der zukünftige Verkehr aus Krampnitz überwiegend durch Groß Glienicke fließen wird. Warum aber gerade an dem Knotenpunkt Potsdamer Chaussee/Ritterfelddamm auf einen Kreisverkehr verzichtet werden soll, bleibt mir auch nach mehreren Diskussionsrunden mit der Stadtverwaltung Potsdam ein Rätsel! Europaweit werden Ampelgeregelte Kreuzungen zu Kreisverkehren umgebaut, nur Potsdam negiert dies. Allein der Kreisverkehr auf der B 2 vor Groß Glienicke beweist jeden Tag im Berufsverkehr, dass er mehr Verkehr verkraften kann, als die Ampel am Ritterfelddamm!