Treuenbrietzen, die kleine Galische Stadt in Brandenburg!

Diana Woithe aus Treuenbrietzen informiert (BlickPunkt berichtete zum Thema am 22. Februar)

Treuenbrietzen. Wie lange wollen wir uns den noch lächerlich machen und keine „Eindringlinge“ hier rein lassen?  
Am Donnerstag den 13.02.2020 habe ich eine Informationsveranstaltung besucht, in der es sich um die Ansiedlung eines EDEKA- Verbrauchermarktes handelte. Diese Veranstaltung war sehr interessant.
Wie uns ja allen bekannt ist, läuft ja grade eine Unterschriftensammlung um das beschlossene Einzelhandelskonzept wieder aufzuheben. Mit Recht! Ich habe mir mal die Mühe gemacht und die 107 Seiten des Einzelhandelkonzepts gelesen.

Die erste Frage die sich mir stellte war: „Wie kann man so etwas nur beschließen?“. Dieses Konzept ist in meinen Augen so zugeschnitten, dass sich in dieser Stadt nichts mehr außerhalb des Stadtkerns ansiedeln kann und darf. Unsere alterwürdige, teils schon sehr schöne sanierte Altstadt soll somit belebt werden. Glauben sie das wirklich? Sicherlich gibt es noch genügend Potenzial was sanierungsbedürftig ist, aber nicht um jeden Preis. Wie kann man den nur auf die Idee kommen einen Vollsortimenter mit einer Größe von ca 2500 Quadratmetern, plus Anlieferzone und Parkplätzen in die Altstadt integrieren zu wollen. Nur um die Lücken zu schließen? Scheißegal wie? Es sind in den letzten Jahren in der Innenstadt so viele Parkplätze weg rationalisiert worden, z. B. Neue Marktstraße und Breite Straße, so das es jetzt schon schwierig ist ein Parkplatz zu bekommen.

In diesem Konzept, wird in meinen Augen, mit Grundstücken spekuliert die unter Denkmalschutz stehen oder vielleicht gar nicht verkauft werden. Es gibt nicht eine Stadt die so etwas macht. Dort werden solche Märkte an den Stadtrand gebracht. Es kann ja durchaus sein das sich dann Bürger um solch einen Markt ansiedeln, dann wächst aber die Stadt um den Markt herum und nichts anderes. Wie bitte schön will man hier den Anlieferverkehr gewährleisten ohne die Anwohner zu stören und zu belästigen. Das gleiche gilt für den Antrag der Fraktion Treuenbrietzener Bürgerverein e. V./FDP die Fläche der ehemaligen Gärtnerei in der Bismarkstraße für ein Bebauungsplanverfahren vorzuschlagen! Wie bitte schön erklären Sie den Bürgerinnen und Bürgern das mitten in einem Wohngebiet und hinter einem Kindergarten in Zukunft Belieferungsverkehr und PKW-Verkehr von Morgens bis Abends herrscht. Ich habe mal durchgerechnet von wie vielen LKW’ s so ein EDEKA -Vollsortimenter, in der Woche, beliefert wird. Es sind ca 18 Stück. Und wir reden hier nicht von Kleinlastern. 50 % dieser LKW’ s sind 40ig Tonner.

Dazu kommen noch diverse Postautos, Müllautos, Kleinlieferanten und die täglich passierenden Kunden, bei geplanten 150 Parkplätzen. Ich kann mich noch erinnern als die Diskussion um die Umgehungsstraße entflammt ist- wir wollen keine LKW’ s in der Stadt! Sie müssen raus, die Häuser reissen, der Lärm, der Feinstaub und und und. Selbst Herr Knape äußerte sich zu diesem Thema ähnlich und befürwortete dass die LKW’ s nicht in die Stadt gehören. Und jetzt wird dieses Problem- LKW in der Innenstadt- eigenhändig von Seiner Fraktion rangezüchtet und verstärkt. Klasse!  In dem Einzelhandelskonzept ist weiterhin die Wirtschaftlichkeit verankert. In der Informationsveranstaltung wurde erwähnt, dass ein solch großer Markt so wenig wie möglich Belastung für den Anwohner bringen soll, er aber gleichzeitig wirtschaftlich sein muss. Ich fand die Äußerung von Herrn Knape im Hauptausschuß sehr witzig, dass der Aldi sich doch sehr gut in die Altstadt integriert hat. Gewiss!

Aber wieso ist denn Aldi weggegangen? Weil er sich an diesem Standpunkt, in der zu engen Altstadt, nicht vergrößern konnte und damit unwirtschaftlich wurde. Warum vergrößerte sich denn Netto? Damit sie wirtschaftlich bleiben! Und deshalb finde ich solche Äußerungen lächerlich, in denen es heißt – dann bauen die eben kleiner und dann werden auch nur 7,5 Tonner zum beliefern benötigt. Die Bismarkstraße als Standort auszuwählen ist der größte Humbuck den es gibt. Weder vom logischen Menschenverstand, noch von der Machbarkeit, noch von der Wirtschaftlichkeit. Denn solche Märkte leben nicht nur von den Einwohner der Stadt, sondern auch vom vorbeifahrenden Verkehr. Siehe Aldi, er war versteckt hinter zwei Häusern der Altstadt. Außerdem finde ich es auch respektlos dem Bürgerbegehren gegenüber überhaupt so einen Antrag einzubringen solange wie dieses Begehren noch in vollem Gange ist. Das ist, in meinen Augen, ein verunsichern der Einwohner. Ich rufe deshalb alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf ihre Unterschrift abzugeben, um diesem Bürgerbegehren Nachdruck zu verleihen. Denn sollten die nötigen Stimmen dafür zusammen kommen, müssen die Stadtverordneten darüber befinden, dass das Einzelhandelskonzept wieder aufgehoben wird. Sollten Sie dieses nicht tun kommt es zu einem Bürgerentscheid und dann sollten alle Bürgerinnen und Bürger in dieser Stadt auch zur Wahlurne gehen und ihre Meinung kundtun. Lassen Sie nicht zu das unnütz Steuergelder verschwendet werden durch noch eine Machbarkeitsstudie und noch einen Bebauungsplanung und noch ein Gutachten und noch irgendwelchen Statistiken. Herr Höhne äußerte sich im Hauptausschuß, dass sich dieses B-Planverfahren auf ca 25000,- € beläuft.

Nach meinem Kenntnisstand betragen diese Verfahren um die 70000,- €. Die Angestrebte Machbarkeitsstudie kostet etwa 25000,- €, das Einzelhandelskonzept hat 25000,- € gekostet. Wie viel Geld wird noch verschwendet und verbrannt? Treuenbrietzen lebt nur noch von Statistiken, Konzepten und Studien. Anstatt einmal Rückgrat und Mut zu zeigen und die Stadt sich entfalten und entwickeln zu lassen, anstelle sie mit einem Einzelhandelskonzept zu drangsalieren.
Wenn die Stadtverwaltung oder die Stadtverordneten der Meinung sind, dass alles was wir haben, entwickelt sich doch ausreichend und das genügt doch- dann haben sie den Wandel der Zeit nicht erkannt. Das Einzelhandelskonzept belebt diese Stadt nicht, es vernichtet sie!

Kommentare

  1. User
    Perdue Potsdam, Mo, 02.03.2020 13:03

    Was immer auch eine "Galische" Stadt ist.... Im Geschichtsunterricht wohl vom Urlaub an der Ostsee geträumt.