Geschichte(n) aus dem Wald

Ludwigsfelder will Wietstocker Kriegsgräberstätte wieder ein würdiges Ansehen geben

Wietstock. Geschichte in jeder Form ist seine Passion. Schon sehr früh interessierte sich der Ludwigsfelder Andreas Heinze  nicht nur für die Historie anderer Länder sondern auch für die seiner Heimat.

Nach der Wende orientierte sich der Berufsfeuerwehrmann neu und machte sein Hobby zum Beruf. Er schulte um, wurde anthropologischer Forensiker. Im Auftrag der Bundesregierung war er dann in den Kriegsgebieten dieser Welt unterwegs,  identifizierte Tote im Balkankrieg oder in Weißrussland.  Ohne Folgen blieb diese psychisch extreme Belastung für ihn nicht. Seinen letzten Einsatz hatte er 2005.
Danach begann eine medizinische Odyssee, bevor ihm irgendwann eine postmortale Depression bescheinigt wurde. 2010 wurde er berentet.

Doch zu Hause sitzen und nichts tun, ist nicht das Ding von Andreas Heinze. Während er in den Jahren zuvor im Havelland gelebt hatte und sich dort mit der Heimatgeschichte beschäftigt hatte, stieß er hier bei einer  Fahrt in Richtung Wietstock auf das alte Kriegsdenkmal aus dem Napoleonkrieg 1813 an der L 79. Durch seine Arbeit in all den Kriegsgebieten dieser Welt, der Identifizierung namenloser Toter und der Entdeckung von Massengräbern hat Heinze eine besondere  Beziehung zu Friedhofsanlagen und Gräbern entwickelt. So auch zu der Gedenkanlage im Wald bei Wietstock.
Viele Menschen fahren dort täglich vorbei, ohne dem alten Stein, der direkt an der Straße auf das Denkmal hinweist, zu beachten. Heinze will das nun ändern. Seit 2013 wühlt er sich deshalb durch die Archive des Landkreises, recherchiert, trägt Informationen zusammen. Er weiß inzwischen, dass dort Offiziere begraben wurden, die in der Schlacht gegen napoleonische Truppen 1813 kämpften. Jahre nach der Schlacht gab König Friedrich Wilhelm IV. Geld für ein Sandsteinkreuz und eine Gedenkanlage an eben jener Stelle. Diese fiel in den siebziger Jahren dem Vandalismus zum Opfer. Auf der anderen Seite der Straße steht ebenfalls ein etwas besser erhaltener Obelisk an der sogenannten „Schanze“. Dort liegt Carl Gottlieb Major von Wedel begraben der ebenfalls in besagter Schlacht fiel und für den sein Sohn dieses Grabmal errichten ließ. Da dieses besser erhalten ist als das Denkmal auf der anderen Straßenseite, legen hier in jedem Jahr im August die Traditionsverbände, die das Großbeerener Siegesfest besuchen, Kränze nieder.

Möglichst kostenneutral, von Spendengelder finanziert, hofft Andreas Heinze nun die Wietstocker Denkmalanlage wieder aufzubauen.  Wer  ebenfalls Interesse daran hat, der Kriegsgräberstätte wieder ein würdiges Ansehen zu verleihen, der kann sich gerne an Andreas Heinze wenden. E-Mail-Adresse: schanze-wietstock 1813@t-online.de HA.          

Kommentare

  1. User
    Katrin Lukoschus Cottbus, So, 23.02.2020 18:54

    Ich lese gerne mal Zeitungen aus Brandenburg. Da ich mich für Geschichte, Archäologie, Forensik... interessiere, bin ich auf diesem Artikel gestoßen und war sehr neugierig. Am Ende aber nur entsetzt. Es wurde sehr viel Blödsinn geschrieben. Ließt kein Zweiter oder Dritter nach? Dann könnte so etwas nicht passieren. Post mortale Depression. Wobei "post" für nach und "mortem" für tot steht. Also wurde ein toter Depressiver interviewt.Auch kann man antrophologische Forensik nicht umschulen, sondern man muss studieren. Was gar nicht so einfach in Deutschland ist. Es geht nur über viele Umwege und Studiengänge. Ist Journalistik nicht auch zu studieren und lernt man nicht, dass Recherche an erster Stelle steht? Mit freundlichem Gruss Katrin Lukoschus.