Volkshochschulen werden 100 Jahre alt

Lange Nacht am 20. September im Bildungsforum

Potsdam. Vor 100 Jahren wurden in Deutschland die ersten Volkshochschulen gegründet. Das wird in diesem Jahr bundesweit gefeiert - so auch in Potsdam. Die Volkshochschule im Bildungsforum (VHS) hat am Freitag mit zahlreichen Gästen aus Kultur, Bildung, Wirtschaft und Verwaltung in Potsdams "klügsten Haus der Stadt" am Platz der Einheit ihren 100. Geburtstag gefeiert.

"Ich gratuliere dieser ganz besonderen Bildungseinrichtung und ihrem Team zum Jubiläum. Die Volkshochschule ist mehr als ein Ort zum Lernen: Sie ist ein Anlaufpunkt für Wissensdurstige, Kreative, Gesundheitsbewusste und Experimentierfreudige, ein lebendiger Treffpunkt für alle Generationen und Nationen, der für alle Interessensgebiete etwas zu bieten hat. Ich wünsche der VHS viele weitere erfolgreiche Jahre im Sinne der Bildung", sagte die Bildungsbeigeordnete Noosha Aubel.

VHS-Direktor Dr. Myrtan Xhyra betonte, dass das Gründungsmotto der Volkshochschulen "Bildung für alle" auch heute noch wichtiger Leitgedanke der täglichen Arbeit aller VHS-Mitarbeitenden sei. "Die heutige Feier ist eine hervorragende Gelegenheit, einen Blick zurück und nach vorn zu werfen. Für mich spricht die Tatsache, dass die VHS verschiedenste politische Systeme überstanden hat, für die wichtige Arbeit und Flexibilität der Volkshochschulen in Deutschland. Die Menschen wollen unsere Weiterbildungsangebote. Unser Angebot spiegelt die Vielfalt der Interessen unserer Besucherinnen und Besucher wider und regt zum Ausprobieren an."

Für den Rückblick hat die VHS Zeitzeuginnen und Zeitzeugen ausfindig gemacht, deren Erlebnisse von dem Potsdamer Historiker Dr. Johannes Leicht in einer Festschrift veröffentlicht und zur Feier vorgestellt wurden. Für den Blick nach vorn sorgte eine spannende Diskussionsrunde zur "Zukunft der Bildung", mit Bildungsexperten wie Professor Bernd Käpplinger von der Universität Gießen und der SPD-Bundestagsabgeordneten Manja Schüle, die auch Schirmherrin des VHS-Projektes "Grundbildung im Sozialraum" ist.

Die Volkshochschule Potsdam begann im Jahr 1919 mit allgemeinverständlichen Vorträgen in den Räumen mehrerer städtischer Schulen. Vermittelt wurden Kenntnisse aus Naturwissenschaften, Technik, Medizin, Geschichte, Geografie, Recht und Bürgerkunde. Lehrkräfte waren freiwillige Bürger. 1930 bezog die Volkshochschule ihre Räumlichkeiten in der Dortustraße 37. Seit 2013 befindet sich die VHS im zweiten Obergeschoss des Bildungsforums. Die Anzahl der Kurse und Kursteilnehmenden steigen beständig. Vergangenes Jahr hat die Volkshochschule rund 900 Kurse angeboten, die von 7.700 Teilnehmenden besucht wurden.

Anlässlich des 100. Geburtstages der Volkshochschulen in ganz Deutschland findet am 20. September bundesweit die "Lange Nacht der Volkshochschulen" statt. Die VHS Potsdam und der Brandenburgische Landesverband der Volkshochschulen laden für diesen Tag ab 17.30 Uhr zu einem bunten Programm ins Bildungsforum ein. Geplant sind ein Solo-Programm des Poetry-Slamers Sebastian Lehmann sowie eine Diskussion zum Thema Klimaschutz in Potsdam, zu der auch Jugendliche von Fridays for Future und Vertreter des Instituts für Klimafolgenforschung kommen werden. red/sg