Illegale Deponie verschwindet

Entsorgungs- und Beräumungskosten vorerst bei 3,3 Millionen Euro

Jänickendorf. Nein, einen Baggerführerschein habe er zwar nicht, aber dafür einiges an Erfahrung im Umgang damit, meinte Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft, nachdem der mit dem Greifarm kürzlich den ersten symbolischen „Spatenstich“ zur Beräumung der Deponie vollzog.
Nach der Deponie in Neuendorf bei Niemegk (Potsdam-Mittelmark), wo im April die Beräumungsarbeiten endeten, ist die Deponie nun die zweite von rund 150 weiteren im Land, die durch Steuermittel von ihren Altlasten befreit wird.

„Der heutige Tag ist für uns das nun sichtbare Ende dieses unrühmlichen Kapitels mitten in unserer Gemeinde. Wir freuen uns ein Stück Natur zurück zu bekommen und nach allen Zweifel, ob man dieses Gelände nun erwerben solle oder nicht, zeigt der heutige Tag, das Engagement hat sich gelohnt“, so Stefan Scheddin, Bürgermeister von Nuthe-Urstromtal, der nicht zuletzt dem Landesamt für Umwelt für das Engagemet in dieser Sache dankte. Die Kosten der Beräumung belaufen sich entgegen ursprünglich 2 Millionen aktuell auf 3,3 Millionen. Gründe seinen neue konkrete Untersuchungsergebnisse des dort lagernden Mülls, sowie gestiegener Entsorgungspreise.

Insgesamt, so informierte Dipl. -Geol. Eberhard Casals, lagern dort 25.000 Kubikmeter Abfall und in den Wällen rings um das Gelände noch einmal rund 10.000 Tonnen mehr.
All dies soll in zwei Bauabschnitten bis zum April kommenden Jahres beräumt werden. Im Anschluss soll das der Gemeinde gehörende Gelände renaturiert und in Ruh gelassen werden. Von einstigen Plänen dort einen Solarpark zu errichten habe man sich indes verabschiedet, zumal der Gewinn dieser Anlage ohnehin nicht der Gemeinde, sondern dem Landeshaushalt zufließen würde.
Minister Vogelsänger sprach am Rande der Veranstaltung von illegalen Machenschaften und krimineller Energie, durch die es  überhaupt erst zur Anhäufung ganzer Berge unsortierten Mülls kommen konnte, für die es niemals eine Genehmigung gab. Wohl gab es aber zwischen 1994  und 2004 aber eine  Genehmigung seitens der Landesumweltamtes zum Betrieb einer Abfallaufbereitungsanlage für Bauschutt, die 1996 um Baumischabfall wie Plastik und Metall erweitert wurde. Das Amt für Emmissionsschutz, das in der Pflicht steht, derartige Anlagen regelmäßig zu kontrollieren, habe dies seierzeit zwar getan, nur wie Eberhard Casals gegenüber dem BlickPunkt betonte „...viel zu wenig!“ und begründete dies mit „wir haben nicht genug Leute dafür!“

Man habe damals nach der Wende, so wurde in der Runde gesagt, sicher einige Fehler gemacht. Doch man hat aus negativen Erfahrungen gelernt! Auch das wurde gesagt: „Mittlerweile gibt ein Gesetz, nachdem Betreiber diverser Abfallentsorgungsbetriebe eine Sicherheitsleistung hinterlegen müssen, mithilfe derer, im Falle einer etwaigen Insolvenz des Unternehmens, die Beräumungskosten beglichen werden.
In Jänickendorf rollen nun erst einmal die Lkw´s, rund 20 pro Tag, was Bürgermeister Scheddin um Verständnis bei den Anwohner bitten und einen Blick nach vorn richten lässt: „Ist das Gelände hier im nächsten Jahr wieder eine Wiese, stellen wir ein Zelt drauf und feiern gemeinsam den Erfolg. fdk