Wildpark-West: Baumpaten gesucht

Bürgerinitiative braucht Hilfe beim Wässern

Geltow. Jahrelang haben sich die Bewohner von Wildpark-West für den Erhalt des Charakters ihrer Waldsiedlung eingesetzt und gegen ungerechtfertigte Fällgenehmigungen gekämpft. Ihr Einsatz hat sich gelohnt, die Gemeinde hat inzwischen einen unabhängigen Gutachter beauftragt, die Fällanträge zu prüfen, bevor eine Genehmigung erteilt wird.

Der ehemalige Baumbeauftragte der Verwaltung habe mittlerweile andere Aufgaben bekommen, erzählt Ulrich Tietze von der Bürgerinitiative Waldsiedlung Wildpark-West (BI). Im öffentlichen Raum sind durch die Gemeinde Jungbäume nachgepflanzt worden, so dass die den Ortsteil prägenden Alleen erhalten bleiben. Doch die jungen Bäume leiden auch hier unter der anhaltenden Trockenheit. Deshalb hat die Bürgerinitiative mit der Gemeinde einen Bewässerungsrhythmus vereinbart, an dem sie sich beteiligt.

Zweimal pro Woche fährt ein Mitglied mit einem Wassertank, der auf einem Anhänger platziert ist, durch den Amselweg und füllt die Baumscheiben der vor etwa drei Jahren gepflanzten Kastanien, meist ist es Ulrich Tietze selbst. In den Parallelstraßen wässert die Gemeinde.


BI ist jetzt im Ortsbeirat

Tietze sitzt seit der letzten Kommunalwahl für die Wählergruppe, die sich aus der Bürgerinitiative gebildet hat, im Ortsbeirat von Geltow und setzt sich dort ganz direkt für die engagierten Wildparker ein. Außerdem besitzt der leidenschaftliche Tüftler einen historischen Traktor von 1951, der durch das Wässern etwas Bewegung bekommt. Auf ihn ist Tietze besonders stolz: "Er ist genauso alt wie ich", sagt er und freut sich, dass der knatternde Oldtimer noch so gute Dienste leistet. Den Tausend-Liter-Tank, der am Bewässerungshydranten der Gemeinde aufgefüllt wird, zieht das gute Stück mühelos.

Trotzdem braucht die Bürgerinitiative weitere Unterstützung aus der Bevölkerung. Bei vielen Jungbäumen sind die Baumscheiben zu klein, um ausreichend Wasser aufnehmen zu können. Das bedeutet in vielen Fällen, dass ein zweimaliges Wässern pro Woche nicht ausreicht. Zur Abhilfe hat die Bürgerinitiative nun ein Tropfen-Bewässerungssystem angeschafft. Das ist jedoch zu kostspielig, um alle Bäume damit gießen zu können.

Einfacher wäre es, wenn Anwohner zu Spaten oder Schaufel greifen und die Baumscheiben etwas vergrößern würden. Besonders wichtig ist der angehäufelte Rand, damit das Wasser nicht gleich wieder wegfließt. Auch Bewohner, die keine Zeit haben und sich lieber finanziell an der Aktion beteiligen möchten, können als Baumpaten helfen, indem sie sich am Kauf der Bewässerungsanlage beteiligen, sagt Ulrich Tietze. Eins ist sicher: Dieser Sommer wird nicht die letzte heiße Jahreszeit sein und die Bäume spenden wertvollen Schatten und Sauerstoff. Die Wildparker haben allen Grund, ihre Alleen zu schützen. sg