Wasserstoff für grüne Energie

Brandenburg soll Vorreiterrolle übernehmen

Potsdam. Brandenburg kann Vorreiter für Strom aus Wasserstoff werden. Wirtschafts- und Energieminister Jörg Steinbach (SPD) hat am Mittwoch ein innovatives Projekt vorgestellt, dass den Ausstieg aus dem Kohleabbau erleichtern würde und zahlreichen Unternehmen nicht nur die Nutzung grüner Energie, sondern auch die Schaffung von rund 7.000 neuen Arbeitsplätzen im ganzen Land ermöglichen könnte. Hinzu kämen Stellen bei Zulieferfirmen.

Hintergrund der so genannten "H2-Initiative" ist die Tatsache, dass die zahlreichen Windparks im Land die produzierte Energie nicht nutzbringend einspeichern und weiterleiten können, weil der Netzausbau viel zu langsam vorangeht. Steinbach favorisiert deshalb die Installation von Elektrolyseanlagen an Windrädern, mit denen der Strom in Wasserstoff umgewandelt und in das vorhandene Gasnetz eingespeist werden soll. Diese Energie wäre komplett CO2-neutral und könnte nicht nur von der energieintensiven Stahlindustrie, sondern auch für die Mobilität genutzt werden. Vor allem bei hohem Verbrauch mache sich der Nutzen bemerkbar, so Steinbach.

Die notwendigen Elektrolysegeräte sollen ebenfalls in Brandenburg hergestellt werden. Bis Ende des Jahres sollen zunächst zwei Wasserstoff-betriebene Busse zum Test in Cottbus eingesetzt werden. Später sei der Einsatz im Bahnbetrieb bei Hybridloks und in der Luftfahrt denkbar. Um die Umstellung zu finanzieren schwebt Steinbach ein System vor, bei dem Strafzahlungen für Betriebe, die sich weigern, die grüne Energie einzusetzen, deutlich höher ausfallen als die Kosten der Wasserstoffproduktion.

Allerdings sei eine grundsätzliche Umkehr nur auf Bundesebene möglich, deshalb hat Brandenburg beschlossen, eine Bundesratsinitiave einzubringen, die den Aufbau einer erneuerbaren Wasserstoffwirtschaft vorantreiben soll. Die IHK Potsdam hat die Initiative bereits als "sehr gutes Signal" bezeichnet. sg