Gartenstadt Drewitz: Untersuchung bestätigt verbesserte Lebensqualität

Flächendeckende Tempo-30-Zone, weniger Stellplätze und deutlich mehr Grün

Potsdam.  Stadtverwaltung und ProPotsdam haben am Dienstag alle interessierten Bewohnern der Gartenstadt Drewitz bei einer Veranstaltung über die aktuellen Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung im Quartier informiert. Demnach wurden die Ziele und Eckpunkte, die mit dem Gartenstadtkonzept verbunden waren, auch im Bereich Verkehr erreicht.

Die Gartenstadt Drewitz ist mittlerweile ein Vorzeigeprojekt, in dem die überdimensionierte Konrad-Wolf-Allee in einen Park mit Naherholungsfunktion umgewandelt wurde. Die beiden Stadthälften nördlich und südlich der Konrad-Wolf-Allee werden heute durch das grüne Kreuz miteinander verbunden. Mit der Umgestaltung einher geht die Aufwertung und Sanierung der Wohnbebauung und die Erstellung eines Verkehrskonzepts für die Gartenstadt, das nun untersucht wurde.

Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen: Des Wohngebiet Drewitz ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Es gibt eine gute ÖPNV-Anbindung - den Potsdamer Hauptbahnhof erreicht man in 18 Minuten, den Regionalbahnhof Rehbrücke in zwölf Minuten. Die Bus- und Straßenbahnhaltestellen entsprechen den derzeitigen Qualitätsansprüchen: Sie verfügen über einen Witterungsschutz mit Sitzplätzen, einen barrierefreien Zugang zur Haltestelle und zu den Fahrzeugen, Querungsanlagen und dynamische Fahrgastinformationen an den Straßenbahnhaltestellen und der Bushaltestelle Hans-Albers-Straße. Außerdem hängen Abfahrtspläne, Tages- und Nachtliniennetzen und Hinweise zum ViP-Taxi-Ruf-Service aus.


Rückbau der Straßen hat Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gefördert

Die Fahrgastzahlen im Gebiet sind gestiegen. Die Verkehrsflächen und Knotenpunkte in der Konrad-Wolf-Allee wurden umgebaut und damit zweieinhalb Hektar Fahrbahn entsiegelt. Damit verbunden ist eine Reduzierung der Stellplätze entlang des Grünen Kreuzes. Tempo 30 gilt flächendeckend in der Gartenstadt, die Straßen und Wege im Bereich des grünen Kreuzes sind barrierefrei ausgebaut.

Der Parkplatz vom Havel-Nuthe-Center ist um eine zweite Zufahrt direkt zur Konrad-Wolf-Allee ergänzt worden. Schleichverkehre werden durch punktuelle Sperrungen in der Sternstraße und Conrad-Veidt-Straße unterbunden. Der Durchgangsverkehr durch das Quartier an der Hauptverkehrsstraße ist um 72 Prozent zurückgegangen und insgesamt wurde die Verkehrsbelastung im gesamten Untersuchungsgebiet halbiert.

Das zeigt, dass durch den Rückbau und die Umwidmung von überdimensionierten Verkehrsflächen die Aufenthaltsqualität gesteigert und Wohnen attraktiver gestaltet werden kann - ohne die Erreichbarkeit und Mobilität einzuschränken. Dadurch konnte unter anderem auch die klimatische Situation in der Umgebung verbessert werden, in dem Lärm- sowie Schadstoffemissionen im Stadtteil vermindert wurden. Die Situation für Fußgänger und Radfahrer im Quartier hat sich seit 2010 bis heute verbessert, insbesondere im Bereich der Konrad-Wolf-Allee und des Grünen Kreuzes.

Verbesserungsmöglichkeiten werden noch in der Aufwertung bestehender und Schaffung neuer und sicherer Fahrradabstellmöglichkeiten gesehen. Der KfZ-Bestand in Drewitz ist rückläufig und für 1.798 Pkw stehen heute insgesamt 2.033 Stellplätze zur Verfügung, die mieterunabhängig in der Bewirtschaftung der ProPotsdam liegen. Eine Schaffung von zusätzlichen öffentlichen Stellplätzen in Drewitz wird als Ergebnis der Untersuchung nicht empfohlen, da bereits ein hohes Stellplatzangebot vorhanden ist. Punktuelle Anpassungen der Parkraumbewirtschaftung seien möglich und sollen geprüft und diskutiert werden, heißt es von der Stadt. Langfristig steht jedoch der Anspruch einer Gartenstadt mit mehr Raum für andere Nutzungen und Funktionen des öffentlichen Raumes und gesteigerter Aufenthaltsqualität sowie mehr Platz für Fuß- und Radverkehr im Vordergrund.  red/sg 

Kommentare

  1. User
    Marion Kirchsteigfeld Potsdam, Mi, 10.04.2019 10:59

    Sehr schön geworden. Leider gibt s nur noch vermietete Autostellplätze. Wo sollen eigentlich Besucher parken? Solte ein Umzugswagen oder Rettungswagen benötigt werden, würde dieser die gesamte enge Strasse blockieren, ganz zu schweigen, dass die Feuerwehr da bestimmt nicht wirklich da durchpasst. Zumal müssen unsere ausländischen Nachbarn noch lernen, dass man nicht einfach dort uriniert oder sich wäscht.