Junge Union Großbeeren diskutiert über kostenfreie Kinderbetreuung

Finanzielle Entlastung für Familien in Großbeeren gefordert

Großbeeren. Unter dem provokanten Thema „Kitabeitragsfreiheit vs. Qualität“ lud die Junge Union Großbeeren zum Anfang der Woche zu einer Podiumsdiskussion im Gemeindesaal Großbeeren ein, um mit ausgewählten Gästen sich den Fragen einer möglichen finanziellen Entlastung, unter Beibehaltung der Qualität in Kindertageseinrichtungen, zu stellen. Frau Klawoon, Praxisberaterin des DRK Kreisverbandes Fläming-Spreewald e.V., stellte eröffnend klar, dass Qualität insbesondere vom Personal abhängig ist und finanziell gesichert sein müsse. Dabei waren sich unabhängig des Standpunktes alle einig, dass eine finanzielle Entlastung nur dann zur Debatte stehen darf, wenn dem ein gesunder Gemeindehaushalt gegenübersteht.

Trotz der verständlichen Feststellung betonte der Vorsitzende der Jungen Union Martin Wonneberger, welcher zugleich Gastgeber und Moderator des Abends war, dass angesichts der Kitabeitragssatzung der Gemeinde Großbeeren eine zu starke finanzielle Belastung der Eltern erfolgt. „Es kann nicht sein, dass mit einem Familien Bruttojahreseinkommen von 65.000 Euro Höchstbeiträge eingefordert werden. Dies ist nicht gerecht und überfordere teilweise den Geldbeutel“, so der Vorsitzende weiter. Nach Auffassung des Landes- sowie Bundeselternsprecher Herr Fischbach wollen Eltern beides. Qualität sowie Beitragsfreiheit. Dabei stellte er fest, dass Kindertagesstätten für ihn Bildungseinrichtungen darstellen und somit beitragsfrei zu sein haben. Außerdem gehöre Großbeeren gegenwärtig mit seiner Gebührensatzung zu den Gemeinden, die ihre Eltern mit am stärksten an den Kitaplatzkosten beteiligt. Die anwesenden Gemeindevertreter, Herr Hepp (CDU), Frau Brückner (SPD) und Herr Grzeskowiak (FDP), welche gleichbedeutend die Fraktionsvorsitzenden ihrer Partei sind, waren gegenüber den Bestrebungen der Jungen Union, eine Beitragsfreiheit in Großbeeren ermöglichen zu wollen, grundsätzlich nicht abgeneigt. Führten aber an, dass diesbezüglich die Landesregierung in die Pflicht zu nehmen wäre.

Außerdem hat Großbeeren in der Vergangenheit massive Investitionen in den Kitabereich getätigt, um die Qualität sicherzustellen. Abschließend hielt die Generalsekretärin der FDP Brandenburg Frau Krüger in ihren Ausführungen fest, dass wenn die Qualität gesichert ist, die Beitragsfreiheit das langfristig erklärte Ziel sei. So könnte die größte Ungerechtigkeit, dass im gesamten Brandenburg von Kommune zur Kommune unterschiedliche Beitragssatzungen existieren, beseitigt werden. Großbeerens Verwaltung erwirtschaftet ca. 480.000 Euro im Jahr durch die zu entrichtenden Elternbeiträge. Damit finanziert die Gemeinde einen Teil der Platzkosten selbst. Darüber hinaus transferiert die Verwaltung zusätzlich 250.000 Euro pro Jahr nach Berlin. Begründet liegt dies in der Beitragsfreiheit von Kindertagesstätten in der Hauptstadt. Wer mit Wohnsitz in Großbeeren sein Kind in Berlin betreuen lässt, zahlt keinen Euro dazu. Dies muss nach den gesetzlichen Regelungen die Gemeinde Großbeeren ersatzweise sicherstellen. Die Junge Union Großbeeren wird in den nächsten Wochen die Ergebnisse der Podiumsdiskussion in einem Konzeptpapier zusammenfassen und als Handreichung der Verwaltung sowie den Gemeindevertretern als Empfehlung zum weiteren Vorgehen übergeben.

Man ist sich bewusst, dass eine Beitragsfreiheit durch die Gemeinde alleine nicht zu stemmen ist, wobei eine Novellierung der Beitragssatzung eine spürbare finanzielle Entlastung der Großbeerener Eltern bedeuten kann. Daher fordert die Junge Union Großbeeren die Verwaltung dazu auf, zeitnah eine neue Satzung zu erarbeiten. Unsere märkische Heimat braucht kinderreiche Familien. Auch mit Hinblick auf den demographischen Wandel sollten Familien deshalb finanzielle Unterstützung erfahren. red/jr