Wo ein Weg ist, zieht der Wille nach

„Firnessalter - Minus 10“: Projekt des Bundes in der Kreisstadt klar auf Erfolgskurs

Luckenwalde. Silvestervorsätze hat ja fast jeder, immer wieder daran denken, das tun viele, umsetzen schon weniger und durchhalten kaum noch einer. Dass diese Litanei von „mehr Sport, dafür weniger Stress, fettes Essen und, und und...“ meist eben so schnell vergessen, wie in leutseeliger Stimmung entstanden ist, das weiß jeder.
 Dass es aber auch Vorsätze rund um mehr Gesundheit oder Wohlbefinden so ganz ohne Verfallsdatum gibt, das macht neugierig. Und wirklich, mit der vom Bund geförderten Aktion „Fitnessalter - minus 10“ ging das Betriebliche Gesundheitsmanagemet, kurz BGM genannt, auch im Landkreis Teltow-Fläming auf Sieg-Kurs. Bestes Beispiel dafür ist das der Erfolg von Dipl. oec. troph. Yvonne Brademann,  einer jungen Ernährungswissenschaftlerin und Sporttherapeutin, die das Bundes-Programm erfolgreich ins Portfolio ihres Gesundheitsstudios „Feel Good“ aufnahm. Im September 2018 berichtete der BlickPunkt darüber.
Heute, bereits ein knappes halbes Jahr später, kann Yvonne Brademann auf eine Erfolgsgeschichte verweisen, bei der die wahren Gewinner der Aktion die Teilnehmer selbst sind - all die vielen Mitarbeiter lokaler Betriebe, Institutionen oder Unternehmen, die am Programm teilgenommen haben, oder es gerade tun.

Vier Beispiele belegen es:
1. Mühle Steinmeyer (Luckenwalde)
Julia Kaiser, verantwortlich für Personal, Buchhaltung, Sekreteriat und Marketing sagt: „Wir beginnen im Februar mit dem Gesundheits-Aktiv-Programm im Feel Good. Unsere Mitarbeiter sind zwischen 25 und 56 Jahre alt und niemand betreibt regelmäßiges Fitnesstraining. Wir sind normale und bodenständige Mitabeiter eines Unternehmens, in dem fast jeder alles beherrschen muss, von der Produktion bis hin zur Büroarbeit. Einseitige Belastungen, die gibt es immer wieder einmal in beiden Bereichen und das Programm ´Fitnessalter - minus 10´ soll quasi der Ausgleichsport unter professioneller Anleitung dazu sein. Unser Vorteil dabei: Alle Mitarbeiter wohnen in der Nähe und so können wir bequem Arbeitsweg und Gesundheitsprogramm miteinander verbinden. Wir sind ein gutes Team in der Steinmühle, doch viele freuen sich schon jetzt, dass dank des Sports nun auch ein Gemeinschaftsgefühl über die Arbeitszeit hinaus entsteht. Dass wir dann noch fitter sind und der Krankenstand weiter sinkt“, freut mich als Personalveranstwortliche natürlich ganz besonders.“

2. Tierärztliche Gemeinschaftspraxis Kreher-Stamnitz (Luckenwalde)
Die BGM-Verantwortliche Julia Neumann dazu: „Von unseren zehn Mitarbeitern am Standort Luckenwalde machen neun seit dem 14. Januar mit beim Gesundheitsprogramm. Der Hintergrund ist klar, denn es hilft, dass sich die Mitarbeiter wohler fühlen, fitter und somit auch motivierter sind. In einer Tierarztpraxis gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Beanspruchungen, von denen langes Stehen am OP oder das Heben schwerer Hunde nur zwei der körperlich anspruchsvollen sind. Unser Team ist jung, alles Frauen und wir freuen uns, dass das Bundesprogramm Anstoß und Möglichkeit gibt, mal wieder etwas für uns und unsere eigene Gesundheit zu tun. Das wir die gemeinsame Zeit beim Trainieren genießen werden, versteht sich natürlich von selbst.“

3. Die Städtische Betriebswerke Luckenwalde GmbH beteiligte sich und Katrin Schönwälder-Knack, kaufmännische Leiterin, erklärt warum: „In unserem Unternehmen stehen die Mitarbeiter/innen im Mittelpunkt und wir wollen, dass sie sich wohlfühlen, langfristig zum Unternehmenserfolg beitragen und sich dank sehr guter Rahmenbedingungen in punkto Arbeitsplatz, Vergütung, sozialer Zusatzleistungen      oder Weiterbildung gut aufgehoben fühlen. Mit der Einführung des Betrieblichen Gesundheitsmanagements und der Teilnahme am Programm „Fitnessalter - Minus zehn“ boten wir unseren Mitarbeitern eine weitere attraktive Leistung an - den Weg hin zu mehr Gesundheit, Wohlbefinden und Entspannung. Von der ersten Infoveranstaltung,  der Ermittlung des Handlungsbedarfes, der Mitarbeiterbefragung und Analyse der individuellen Belastungs- und arbeitsbezogenen Situation jedes einzelnen Mitarbeiters, bis hin zum 4-Wochen-Gesundheits-Aktiv-Programm, immer konnten wir vom ´Rundum-Sorglos-Programm“ des Gesundheitszentrums profitieren.“
Und wie geht es jetzt, nach Abschluss des Gesundheitsprogramms weiter? „Die Resonanz war sehr positiv und so werdden wir unseren Mitarbeiter/innen auch künftig eine Teilnahme an präventiven Rückenkursen anbieten und zudem die Erkenntnisse der Arbeitsplatzanalyse (ergometrische Maßnahmen) in praxi umsetzen. Ein weiterer Effekt ist das positive Miteinander, das bei gemeinsamen Trainingsstunden entsteht“, so Katrin Schönwälder-Knack.

4. HikelCom - Ihre Websitelösung (Luckenwalde): Firmeninhaber Andreas Hikel dazu: „Wir möchten unseren Mitarbeitern etwas Gutes tun und wissen, dass jedes Unternehmen seit dem 1. Oktober 2013 verpflichtet ist eine psychische Gefährdungsbeurteilung zu erstellen, in der die Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter aufgelistet sind. Diese haben wir mit Hilfe der Firma Feel Good, der Firma „Gesunder Betrieb“, und einer BUndesförderung durchgeführt. Unser Ziel ist eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit und die Minimierung psychischer Belastungen. Auch haben wir jetzt ein BGM-System eigeführt und als ersten Schritt bieten wir den Mitarbeitern nun den wöchentlichen Gesundheits-Newsletter und Entspannungsmassagen an.“

Der Spaß langfristiger Erfolge
 Und Yvonne Brademann sagt zur erfolgreichen Zwischenbilanz: „Der Sinn dieser Aktion liegt auf der Hand. Mitarbeiter, die sich in ihrem Körper wohl und sich selbst gesund fühlen, meistern ihren Arbeitsalltag doch viel besser. Sie dabei zu begleiten, die individuellen Belastungsmomente ihrer Tätigkeit zu analysieren, dann gegenzusteuern, um langfristig Erfolge zu erzielen, macht einfach nur Spaß. Es geht doch gar nicht darum, anschließend wie Arnold Schwarzenegger auszusehen, viel wichtiger ist es den Menschen belastungsbedinge Schmerzen zu nehmen und ihnen zu zeigen, wie diese künftig vermieden werden können.“

Vortrag zum Thema Betriebsgesundheit
Tipp: Am 28. März findet ein Vortrag zum Thema Betriebsgesundheit und BGM statt, bei dem Referent Sascha Krugler zu Themen wie psychische Gefährdungsanalyse, Finanzierung mit Fördergeldern und andere Themen zur betrieblichen Gesundheitsförderung informiert. Interessierte Unternehmen können sich schon jetzt via Telefon 03371 / 4065 52 oder unter www.gesunderbetrieb.com informieren. fdk