Laufsteg für den Fischotter

Indikator für gesunde Gewässerlebensräume

Rangsdorf. Naturschützer gaben am vergangenen Dienstag, dem 11. Dezember, an der Bundesstraße 96 südlich von Groß Machnow einen neuen sicheren Weg für Fischotter frei. Unterhalb der Brücke über den Zülowkanal ist in den letzten Tagen ein neuer Otter-Laufsteg, eine sogenannte Berme, entstanden. Damit bekommt die Region einen weiteren wirksamen Baustein gegen den Todfeind des Fischotters, den Straßenverkehr. Uferstreifen oder Bermen können lebensrettend sein. Fehlen diese, wählt das Tier oft die Straße, um auf den Gewässerabschnitt jenseits der Brücke zu wechseln.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) engagiert sich bundesweit dafür, dass Fließgewässer ihrer Funktion als Lebensraumkorridore wieder gerecht werden können. Dafür müssen Wanderhindernisse für Tiere beseitigt und Flüsse naturnah entwickelt werden. Dann finden zahlreiche Tier- und Pflanzenarten auch außerhalb geschützter Feuchtgebiete eine Heimat und wandernde Tierarten können die Landschaft auf sicheren Pfaden abseits der Straßen durchqueren. Vor Ort hat der Landschaftspflegeverein (LPV) Mittelbrandenburg e.V. den Umbau der B96-Brücke gesteuert. Als regionaler Verein kennt er die Gegebenheiten und ist gut mit Behörden, Landnutzern und weiteren lokalen Akteuren vernetzt. Durch die Bündelung und Koordination verschiedener Maßnahmen konnte der Zülowkanal schon vielerorts durch Fischtreppen und den Rückbau funktionslos gewordener Stauanlangen ökologisch aufgewertet werden. Dank der Kooperation mit der der DUH ist nun ein weiterer wichtiger Baustein hinzugekommen.

„Ein Monitoringprogramm in der Zülowniederung hatte das Vorkommen des Fischotters belegt und die Bundesstraße B96 als eine der größten Gefahrenquellen identifiziert. Erst kürzlich haben wir in der Nähe der Brücke über den Zülowkanal Kot des Fischotters nachweisen können, der damit sein Revier markiert“, so Markus Mohn, Mitarbeiter des LPV. Katrin Schikorr, Projektmanagerin der DUH ergänzt: „Es werden leider immer wieder tote Fischotter am Straßenrand gefunden. Das lässt sich mit dem Umbau von Brücken vermeiden. Daher freuen wir uns besonders, dass in diesem Jahr auch die Postcode Lotterie das Projekt unterstützt hat. Die Rückkehr des Fischotters in unsere Natur ist auch ein Indikator für gesunde Gewässerlebensräume.“

Die neue Berme für den Fischotter im Zülowkanal ist hergestellt aus gebrochenen Granitsteinen, gefasst in Beton. Sie misst eine Länge von rund 15 Metern, die ebene Lauffläche ist ca. 40cm breit und hat einen flach auslaufenden Anschluss ans Gewässer und die Uferböschungen. Weitere Informationen unter www.landschaftspflegeverein.com. red/jr 

Kommentare

  1. User
    willibald groß maChNoW, Mo, 17.12.2018 08:17

    ich kenne den Fischotter noch von früher, da konnte man ihn am Machnower See beobachten. er hat uns beim angeln manchmal die Fische stibitzen wollen :) Toll, wenn er sich wohlfühlt.