PotsPresso: Bechern mit gutem Gewissen

Bürgerstiftung startet Crowdfunding-Aktion für Pfandbecher-System in Potsdam

Potsdam.

320.000 Einweg-Kaffeebecher wandern in Deutschland in den Müll - stündlich! Auch in der Landeshauptstadt sind die kurzlebigen Trinkgefäße ein Riesenproblem - sie verstopfen die Mülleimer oder werden gleich auf Plätzen oder in Parks weggeworfen. Allein am Bassinplatz füllt der achtlos weggeworfene Unrat eines Sommerwochenendes bis zu 60 Müllsäcke. Das geht auch der Potsdamer Bürgerstiftung gehörig gegen den Strich. Deshalb hat diese nun das Projekt "Pots-Presso - der Pfandbecher für Potsdam" gestartet: Ein Pfandsystem für Coffee-to-go-Becher, dass den Kaffeetrinkern, den Händlern, aber auch der Umwelt und dem Geldbeutel zugute kommt. Die Idee: Wie gewohnt das Lieblingsgetränk bei einer der teilnehmenden gastronomischen Einrichtungen kaufen und im PotsPresso-Becher für zwei Euro Pfand mitnehmen. Sind Kaffee oder Tee ausgetrunken, kann dieser bei jedem anderen PotsPresso-Partner wieder abgegeben werden. Nach einer hygienischen Reinigung ist der Becher dann bereit für seinen nächsten Einsatz.

Für das Projekt sollen möglichst viele Potsdamer Bäcker, Kaffeeläden und andere Getränkeverkäufer ins Boot geholt werden. Vorbild für PotsPresso ist das Pfandsystem "Nachfüllbar" der Hochschule für nachhaltige Entwicklung (HNE) in Eberswalde. Auch in Hannover gibt es bereits mit "Hannoccino" ein sehr erfolgreiches Leihsystem. Die Becher dort stammen vom Familienunternehmen Nowaste (Englisch für "kein Müll"), das auch die Trinkgefäße für Potspresso liefern wird.

Die Becher bestehen überwiegend aus Biopolymeren, Naturharzen, Cellulose und natürlichen Verstärkungsfasern und sind biologisch abbaubar, schadstofffrei und bio-zertifiziert. Laut Hersteller überstehen die Becher 100 Waschgänge, im Praxistest erwiesen sie sich aber als noch viel haltbarer: Bis zu 500 Waschungänge seien drin, berichtete Marie-Luise Glahr. Zu Mehrwegbechern, die die Konsumenten kaufen und in den Geschäften befüllen lassen, möchte PotsPresso nicht in Konkurrenz treten. Vielmehr sei das Pfandsystem nützlich für spontanen Trinkgenuss oder auch Besucher der Stadt.

Um das Projekt stadtweit ins Rollen zu bringen und den Prototypen des Bechers in Serie gehen lassen zu können, werden laut der Bürgerstiftung mindestens 20.000 Becher benötigt. Die dafür erforderlichen 60.000 Euro sollen nun per Crowdfunding-Aktion gesammelt werden. "Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt", sagte Marie-Luise Glahr, Vorsitzende der Potsdamer Bürgerstiftung. "Uns ist die Akzeptanz der Bürger wichtig. Erstes Ziel ist die Herausgabe einer ersten Edition der Becher. Das stadtweite Pfandsystem soll dann um die Weihnachtszeit an den Start gehen.    rue

Alle Infos zum Projekt unter potsdamer-buergerstiftung.com. Zum Crowdfunding geht es unter www.betterplace.org