Wasserschutzpolizei: "Kontrolloffensive Jetski"

Beim Flug über die Havel konnte der Polizeihubschrauber einen Jetski feststellen, der 3-4 Mal so schnell fuhr, wie erlaubt

Potsdam. An zwei Tagen kontrollierte die Wasserschutzpolizei der PD West mit einer Kontrolloffensive gezielt Jetski. Peter Meyritz, Leiter der Polizeidirektion West: „Auch dieses Jahr haben wir uns entschlossen, auf den Wasserstraßen der Polizeidirektion West all diejenigen zu kontrollieren, die in dem Irrglauben unterwegs sind, dass auf dem Wasser keine Regeln und Vorschriften gelten, sondern der Spaß im Vordergrund und die Sicherheit anderer Menschen im Hintergrund stehen. Schwerpunktmäßig werden bei diesen Kontrollen Wassermotorräder im Fokus der Kollegen stehen. Um die Chaoten und potentiellen Raser besser lokalisieren und später antreffen zu können, haben wir Kollegen zu Wasser, auf dem Land, und in der Luft, deren enge Zusammenarbeit im Ergebnis die Sicherheit auf den Wasserwegen erhöhen wird.“

Ein Jetski verleitet aufgrund der Motorisierung und Wendigkeit zum schnellen und risikoreichen Fahren. Doch das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit und die Missachtung der geltenden Vorschriften auf Binnengewässern Brandenburgs ist eine Ordnungswidrigkeit und kann mit Bußgeldern von 150 und 250 Euro geahndet werden. Da in der Vergangenheit festgestellt werden musste, dass Jetski auch immer mehr auf Binnengewässern benutzt werden und die Polizeidirektion West tatsächlich ca. 300 km# schiffbare Wasserstraße zu kontrollieren hat, sind die Wassermotorräder ein Themengebiet, welches uns zunehmend beschäftigt. Auch die in den letzten Jahren merklich zunehmende Anzahl an sogenannten Partyflößen beeinflusst das Einsatzgeschehen von der Wasserschutzpolizei mehr als noch vor einigen Jahren. Da Geräusche auf dem Wasser, wie jeder weiß, sehr gut und über eine große Distanz getragen werden, fühlen sich Menschen, deren Wohnsitz am Wasser liegt, nicht selten gestört. Sollten sich Bürger wegen der Lärmbelästigung beschweren, was zwangsläufig zum polizeilichen Einsatz wegen Ruhestörung führt, ist dieser Einsatz nicht in jedem Fall einfach zu bewältigen, da sich die Verursacher in einer exponierten Position auf dem Wasser befinden, wo man sie kaum oder nur schwer erreichen kann. Die Wasserschutzpolizei der Polizeidirektion West beabsichtigte durch die Kontrolloffensive der letzten beiden Tage (Freitag, den 29. und Samstag, den 30.06.2018) das höhere Gefahren- und Belästigungspotenzial der Wassermotorräder aufzuzeigen und bei den Nutzern ein selbstkritisches Verständnis für Ihren fahrbaren Wasseruntersatz zu erreichen.

Denn Jetski können nicht nur sehr laut sein, sondern für Menschen, insbesondere für Schwimmer, Badende, Erholungssuchende aber auch für Flora und Fauna nicht unerhebliche Gefahren sowie Belästigungen erzeugen. Aus diesen benannten Gründen hat der Gesetzgeber für das Nutzen eines Jetskis auf Binnenschifffahrtsstraße gewisse Regeln aufgestellt und Grenzen aufgezeigt, die in der Wassermotorräder-Verordnung festgelegt worden sind. Da sich manche Fahrer der Wassermotorräder vor dem Fahren auf Binnengewässern nicht mit den geltenden Regeln vertraut machen, sollten die zurückliegenden Kontrollen auch einen aufklärenden Charakter haben. So hielten die Kollegen auch Fahrer von Wassermotorrädern an, die sich korrekt verhielten, es wurden hier zum Beispiel Hinweise auf Änderungen in den geltenden Vorschriften gegeben und Fragen beantwortet. Unwissenheit schützt zwar nicht vor Strafe, aber man begeht einen Fehler üblicherweise ja nur einmal, sodass die präventiven Unterhaltungen der Kollegen auf dem Wasser hoffentlich Erfolg hatten. Zur Erklärung: Schnelle Wasserfahrzeuge dürfen nur auf besonders gekennzeichneten und dafür freigegebenen Wasserflächen gefahren werden. Im Land Brandenburg sind bisher keine Wasserflächen (Binnenschifffahrtsstraßen) zum Fahren mit Wassermotorrädern freigegeben. Insofern können die Wassermotorräder nicht wie normale Sportboote betrieben werden, sondern dürfen erst in unmittelbarer Nähe einer freigegebenen Binnenwasserstraße überhaupt ins Wasser gesetzt werden. Das schnelle Fahren auf Wasserskistrecken ist – ohne einen Wasserskiläufer zu ziehen - ebenfalls nicht zulässig. Weiterhin sind grundsätzlich die geltenden Geschwindigkeitsbeschränkungen einzuhalten und lediglich ein Geradauskurs zu fahren. Mehrmalige Hin- und Herfahrten in kurzer Zeit sind ebenfalls nicht zulässig. Bei jeglichen Fahrten darf kein anderer gefährdet, behindert oder über Gebühr belästigt werden. Zur Einhaltung dieser Vorschriften führte die Wasserschutzpolizei spezielle Kontrollen durch. Die WSP der Polizeidirektion West führte heute (30.06.2018) und gestern (29.06.2018) eine groß angelegte Kontrolloffensive auf den Gewässern rund um Werder/Havel durch.

Da die Sonne strahlte und die Temperaturen die Menschen ans Wasser zogen, herrschte reger Sportbootverkehr. Mit mehreren, teils auch zivilen WSP-Booten, der schwimmenden Leitzentrale WSP 1 sowie zeitweise auch mit einem Polizeihubschrauber und Kollegen an Land auf Motorrädern, kontrollierten die Polizisten insgesamt 48 Wasserfahrzeuge, wovon 12 der Kontrollen Jetski galten. 22 Ordnungswidrigkeitenverfahren wurden geahndet, wobei 13 Verstöße im Bußgeldbereich lagen und 12 hiervon wiederum Verstöße gegen die Wassermotorräderverordnung darstellten. Am 30.06.2018 wurde außerdem ein Mann angetroffen, der sein Boot mit 1,43 Promille führte. Er wurde zur Blutprobe an die Kollegen auf dem Land übergeben. Weiterhin konnten die Kollegen des Krad- und Eskortendienstes noch 3 Ordnungswidrigkeiten auf der Straße ahnden.

In drei Fällen wurde eine Mitteilung zum Ruhen bzw. des Entzuges des Sportbootführerscheines gefertigt. Beim Flug über die Havel konnte der Polizeihubschrauber einen Jetski feststellen, der 3-4 Mal so schnell fuhr, wie erlaubt. Zu allem Überfluss hatte er auch seinen Sohn mit auf dem Wassermotorrad. Durch die gelungene Vernetzung der Kollegen in der Luft mit denen auf dem Wasser, konnte der Mann wenig später durch die Kräfte auf dem Wasser angetroffen werden. Der Mann muss mit einer Entziehung seiner Fahrerlaubnis rechnen. red/jr

Kommentare

  1. User
    Potsdamer Potsdam, Di, 03.07.2018 09:29

    Nur, dass ich das richtig verstehe: die Polizei führt an 2 Tagen mit Hubschrauber, Booten und Motorradkräften aufwändige und (s.o.) teure Kontrollen durch, und das Ergebnis sind 13 Bußgelder und 9 weitere Ordnungswidrigkeiten? Da kann dann ja wohl von einem wirklichen Probleme kaum die Rede sein. Deutlich günstiger könnte man in der gleichen Zeit das Hundertfache an Verstößen bei Kontrollen des Fahrradverkehrs feststellen. DAS ist ein Problem!

  2. User
    Krueger Werder, Di, 03.07.2018 15:36

    @Potsdamer: Wer an der Havel wohnt oder mal ein Wochenende auf dem Wasser verbracht hat, weiß, dass das nur ein ganz kleiner Teil derer ist, die regelmäßig vorsätzlich mit ihrem jetski oder Motorboot eine Ordnungswidrigkeit begehen und keinerlei Verständnis haben, ihnen sogar egal ist, dass sie alle anderen um sich herum tyrannisieren und teilweise gefährden. Da sind viele der Fahrer lieber im Hafen geblieben. Und wenn jemand mit seinem Jetski oder Boot mit vorgeschriebener Geschwindigkeit und Geradesaus fährt, gibts auch kein Bußgeld :-) zur Freude ALLER

  3. User
    Potsdamer Potsdam, Di, 03.07.2018 16:12

    @Krueger: Ich habe das Glück, tatsächlich direkt am Wasser hier in Potsdam zu wohnen. Und ich gebe Ihnen Recht, dass auf dem Wasser vieles passiert, was so nicht sein dürfte. Dabei finde ich allerdings die alkoholisierten Gelegenheitskapitäne bedenklicher, als ein Wassermotorrad, das (meist) zu laut ist. Mein Beitrag bezieht sich eher darauf, dass die Aktion brandenburgtypisch mal wieder sehr effizient zu sein schien.