Festival in Schlössern und Gärten

Groß Schönebeck. Die Leiterinnen des Festivals KulturSchlagLicht Anna Barbara Kastelewicz und Johanna Krumin sind stets auf der Suche nach neuen Herausforderungen, dieses Mal zum Thema „Barock“ im Jagdschloss Schorfheide, das auf eine spannende Geschichte zurückblicken kann.

Das Jagdschloss bietet ganzjährig ein hoch modernes und weit über die Grenzen eines Heimatmuseums hinaus konzipiertes Museum, welches von archäologischen Anfängen über das Thema „Jagd und Macht“ bis hin zum jagenden Boxer Max Schmeling reicht.

Passend zum Rahmen entwickelte der neue Manager Peter Hartmann zusammen mit KulturSchlagLicht das Konzept für das diesjährige Barockfest: die sinnlichen Konzertaufführungen wurden mit Licht und kleiner Choreographie inszeniert. 

Gewonnen werden konnte das neue barocktrio berlin, das im Schloß-Saal auf historischen und bei den Open-Air-Darbietungen auf modernen Instrumenten spielte.

Die Sopranistin und super sonic sound award Preisträgerin  Johanna Krumin besang u.a. feurig die Jagd mit einer Arie aus der Kantate BWV 208.
Auch die Instrumentalstücke wurden passend zum Thema ausgewählt: „Grounds“, zu Deutsch „Boden“, „Erde“, „Fundament“, sind Stücke mit gleichbleibenden Bass-Figuren unter hochvirtuosen und schwelgerischen Violin-Variationen.

Das hohe Niveau zog sowohl Fachpublikum als auch den Klassik-Laien in den Bann: durch die charmante Moderation von Anna Barbara Kastelewicz wurden die unterschiedliche Bau- und Spielweise einer Barock-Violine zu ihrer modernen Schwester, wie der jeweils spezifische Klang spannend präsentiert.

Patrick Sepec am Barockcello lieferte Erklärungen zur historischen Spielweise, Sabina Chukurova brachte am bildschönen Cembalo das Publikum zum Staunen über die geforderten Improvisationskünste.

Die Regie von Peter Müller spielte mit stimmungsvollen Lichtwechseln und dem sphärischen Gesang von Johanna Krumin. Das Publikum verließ gleichermaßen begeistert und berührt das Konzert: „Ich wollte erst nicht in das Konzert gehen, aber meine ,bessere Hälfte’ hat mich überzeugt. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Die Aufführung der vier Musiker hat mich zu Tränen gerührt. Die Musik wurde nicht einfach aufgeführt, sondern gelebt!“

Wem dieses ereignisreiche Wochenende durch die Lappen gegangen sein sollte, kann sich auf die Lauer legen und auf’s nächste Jahr hoffen. red