Imkerverband zieht mit Landwirten an einem Strang

Feldtag zeigt Alternativen für einen Anbau von Raps ohne Pflanzenschutzmittel

Beerfelde. Der Landesverband Brandenburgische Imker e.V. möchte nicht mehr tatenlos zu-sehen, wie dessen Mitglieder Jahr für Jahr um den Lohn von einem Teil ihrer für die Gesellschaft so wichtigen Arbeit gebracht werden: Honig wird durch die in der Landwirtschaft eingesetzten Pflanzenschutzmittel kontaminiert und muss vernichtet werden. Ebenso unbefriedigend ist der Status quo aber auch für die Landwirte, denn der Einsatz der Insektizide und Pestizide erzeugt hohe Kosten, die wiederum deren ohnehin nicht üppigen Ertrag schmälern.

Beide Seiten verbindet damit ein gemeinsames Interesse. Der Imkerverband geht nun in die Offensive und organi-siert in Zusammenarbeit mit Dietmar Näser von der Grünen Brücke, einem der Begründer der Regenerativen Landwirtschaft, am 05.07.2018 einen Feldtag für die Landwirte in Brandenburg. Auf den Betriebshof Martin Suer in Beerfelde (Ortsteil der Gemeinde Steinhöfel im Landkreis Oder-Spree) wird gezeigt, wie ein Rapsanbau ohne Insektizide möglich ist und gleichzeitig zur Wirtschaftlichkeit der Betriebe beiträgt.

„Die physiologische Knospenwelke bei Raps und die Schäden durch den Rapsglanzkäfer haben sich in diesem Jahr für die Landwirte bundesweit zum Problem entwickelt.“ berichtet Dietmar Näser und ergänzt „Bei den vielen von uns betreuten Betrieben haben wir jedoch kaum Schäden festgestellt, die Ernteausfälle erwarten lassen. Durch die Bewirtschaftung nach den Methoden der Regenerativen Landwirtschaft schließen wir aus, dass Nährstoff-mängel das Pflanzenwachstum, die Blüte und damit den Ertrag negativ beeinflussen. Die-ses Wissen möchten wir an die Teilnehmer des Feldtages weitergeben.“

Fast 50% der Deutschen essen Honig mehrmals im Monat auf ihrem Brot. Damit ist das Naturprodukt eines der beliebtesten Lebensmittel Deutschlands. Es ist gleichzeitig eines der sichersten, mit niedrigen Grenzwerten für Schadstoffe und strengen Qualitätskontrol-len. Wahr ist aber auch: Tonnenweise wird Honig jedes Jahr als Sondermüll in Müllver-brennungsanlagen oder Biogasanlagen entsorgt, weil er mit Pflanzenschutzmitteln konta-miniert ist. Wie viel genau vernichtet wird, darüber gibt es keine Statistik. „Ich war dieses Jahr selbst betroffen“ berichtet Hannelore Huth, Obfrau für Honig und Marktfragen beim Landesverband „Ich hatte die Bienen eingesperrt als gespritzt wurde. Ich konnte sie aber nicht den ganzen Tag eingesperrt lassen. Es war zu warm, die Bienen wären verbraust, das heißt, sie wären alle verendet. Betroffen war der Rapshonig, den ich komplett vernich-ten musste. Aber die Qualität unserer Produkte hat für uns erste Priorität, nicht nur, weil der Gesetzgeber es so vorschreibt.“ Der Feldtag bei Martin Suer ist ein erster Schritt, dass Landwirte und Imker gemeinsam die Situation verändern, damit Pflanzenschutzmittel und vernichteter Honig endlich der Vergangenheit angehören.

Dietmar Näser befasst sich seit vielen Jahren mit der Regenerativen Landwirtschaft. Ziel seiner Arbeit ist es, die Wirtschaftlichkeit der Landwirtschaftsbetriebe zu stärken. Anstei-gender, lebend verbauter Boden-Kohlenstoff als Nährhumus liefert Nährstoffe, verbessert die Pflanzengesundheit und unterdrückt den Unkrautwuchs. Die Regeneration des Boden-Kohlenstoffgehaltes erfolgt während der Anbauverfahren mit den gleichen Methoden, die für hohe und stabile Erträge erforderlich sind. Das System der Regenerativen Landwirt-schaft hat Dietmar Näser gemeinsam mit vielen Landwirte und Autoren entwickelt und in Zusammenarbeit mit Dr. Ingrid Hörner und Friedrich Wenz methodisch strukturiert. red

Informationen zum Feldtag „Regenerativer Rapsanbau - insektizidfrei“:

www.gruenebruecke.de/veranstaltungen/events/feldtag-regenerativer-rapsanbau-insektizidfrei.html

Weitere Informationen zur Grünen Brücke:
youtu.be/SUPFtv4vfBc
www.gruenebruecke.de

Weitere Informationen zum Landesverband Brandenburgische Imker e.V.:
www.imker-brandenburgs.de