Stadt Zossen und EWZ halten Visionen des Vereins ICEC für unrealistisch und nicht finanzierbar

Teil der benötigten Flächen steht ohnehin nicht zur Verfügung

Zossen. „In mehrfacher Hinsicht als völlig unrealistisch“ hat Zossens Bürgermeisterin Michaela Schreiber die Visionen des neu gegründeten Vereins ICEC (Internationale Campus und Eco-City Wünsdorf) für die Nutzung des ehemalige Militärgeländes bezeichnet, die dieser am 21. Juni 2018 im Bücherstall der Bunker- und Bücherstadt Wünsdorf vorstellen will. Volle Unterstützung erhält sie dabei von Birgit Flügge, Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Waldstadt Wünsdorf/Zehrensdorf mbH (EWZ), in deren Eigentum sich die für das Projekt „Wünsdorf 3000“ benötigten Flächen befinden. In einer gemeinsamen Pressemitteilung erklären Birgit Flügge und Michaela Schreiber, die als Bürgermeisterin auch Mitgesellschafterin in der EWZ ist, dass sich die EWZ für einen Teil der in Frage kommenden Flächen schon länger mit anderen Investoren in Verhandlungen befindet, die zum Teil schon weit vorangeschritten sind.

„Im Moment boomt es in Wünsdorf, da können wir es uns nicht leisten, nachgefragte Flächen zu blockieren, damit sich jemand irgendwann ein Luftschloss bauen kann“, so Bürgermeisterin Schreiber. Zwar habe es tatsächlich schon vor mehr als einem Jahr von einem Projektentwickler eine Anfrage sowohl an die EWZ als auch an die Stadtverwaltung Zossen gegeben, wie Flügge und Schreiber sagen, allerdings habe sich danach niemand mehr mit konkreten und realistischen Vorstellungen gemeldet.

„Ich habe damals deutlich gemacht, dass die Stadt mit solchen visionären, finanziell nicht untermauerten Riesenprojekten schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht hat und das Ganze wie eine Seifenblase geplatzt ist“, so Bürgermeisterin Schreiber. Die Rede ist von der SGW Multiversa AG, die den Wünsdorfern einst das Blaue vom Himmel versprochen hatte. Dass milliardenschwere Sport- und Gesundheitszentrum mit Höhentrainingszentrum, Ski-Indoor-Anlage, Schwimm- und Erlebnisbad, Schulungs-, Bildungs- und Forschungseinrichtungen sowie zahlreichen Hotels, gesundheitlichem Rehabilitationszentren und einem Reiterhof mit Tierklinik blieb allerdings lediglich eine unrealistische Vision auf dem Papier, nicht finanzier- und damit nicht umsetzbar.

Auch wenn in diesem Fall eine gänzlich andere Projektidee verfolgt wird, so muss man doch festhalten, dass es sich bislang lediglich um eine Idee handelt. Konkrete Investitionsabsichten bzw. -möglichkeiten wurden bislang nicht an die EWZ herangetragen. „Wir werden nur wegen einer Vision keinen Stillstand in Wünsdorf herbeiführen“, so Schreiber und Flügge unisono. PStZo