Potsdam Museum erhält Schenkung von Künstler Joachim Palm

Gebürtiger Potsdamer überlässt dem Museum Grafiken aus allen Schaffensperioden

Potsdam.

Der gebürtige Potsdamer Joachim Palm hat dem Potsdam Museum am Freitag 40 Radierungen und ein Ölgemälde geschenkt. Die Werke stammen aus allen Schaffensphasen des 1936 in Potsdam geborenen Künstlers.

Museumsdirektorin Jutta Götzmann nahm die Neuzugänge gemeinsam mit der wissenschaftlichen Mitarbeiterin Anna Havemann entgegen. „Da bisher kein Werk des bekannten Grafikers und Malers in unserer Grafiksammlung vertreten ist, freuen wir uns sehr über diese Erweiterung unseres Bestandes, sagte Jutta Götzmann.

Rund zwei Jahre lang war Anna Havemann mit dem in München und Potsdam lebenden Künstler im Gespräch. „Wir haben bei der Auswahl der Werke auch auf den regionalen Bezug geachtet“, erklärte die Museumsmitarbeiterin. Die Grafiken bereichern nun die etwa 6000 Werke umfassende Grafiksammlung des Hauses. Eine eigene Ausstellung mit den Neuzugängen ist derzeit jedoch nicht geplant.

Joachim Palm wuchs in Potsdam auf. „Sanssouci war mein Indianergebiet“, berichtete er den Journalisten am Freitag. Um in Berlin studieren zu dürfen, musste Palm zusätzlich das „West-Abitur“ ablegen. Kurz nach dem Mauerbau floh er mit seiner späteren Frau Helga mit Hilfe gefälschter Pässe aus der DDR.

Dass Potsdam immer ein Sehnsuchtsort für den Künstler geblieben ist, ist auch seinen Werken anzusehen. „Ich kann’s auch nicht definieren, aber ich weiß, was es ist“, sagt Palm über den Begriff Heimat. Von der Stadt oder auch von Berlin inspirierte Motive sind auch auf den Grafiken zu finden, die der 81-Jährige nun dem Potsdam Museum überlassen hat. Darunter ist eine Radierung aus dem Jahr 1971, die den Reichstag mit davorliegendem „Todesstreifen“ zeigt. Auch die Stadt Rom, wo Joachim Palm 1970/71 Stipendiat in der Villa Massimo war, ist auf den mehr als 40 Werken vertreten. Neben den Radierungen beinhaltet die Schenkung mit zwei Collagen aus dem Jahr 1967 auch echte Unikate.

Seit dem Mauerfall verbringt Joachim Palm wieder regelmäßig Zeit in Potsdam. Das Haus seines Vaters in der Forststraße am Rande des Wildparks ist sein zweites Zuhause, in der Garage hat er sich ein Atelier eingerichtet. „Es ist eine angenehme Zerrissenheit, wenn es so was gibt“, sagte der Künstler.    rue