Potsdam gedenkt der Opfer des Nationalsozialismus

Potsdam.

Am vergangenen Freitag, dem Internationalen Gedenktag an die Opfer des Holocaust, hielt Oberbürgermeister Jann Jakobs eine Rede auf der gemeinsamen Gedenkveranstaltung der Fördergemeinschaft Lindenstraße 54 und der Landeshauptstadt Potsdam. Außerdem sprachen Claus-Peter Ladner, Vorsitzender der Fördergemeinschaft Lindenstraße 54, und Uta Gerlant, Leiterin der Gedenkstätte Lindenstraße.

„Wir erinnern und gedenken heute den sechs Millionen ermordeten Juden. Wir erinnern daran, wie erbarmungslos das nationalsozialistische Regime gegen seine Gegner vorging“, sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs. „Diese Erinnerung festzuhalten, wird in diesen Tagen umso wichtiger, wenn versucht wird, den Holocaust zu instrumentalisieren, zu relativieren und zu verharmlosen. Es ist unsere gemeinsame Pflicht aus unserer Vergangenheit heraus, durch Mut und Engagement moralische Entscheidungen zu treffen und nach diesen Entscheidungen zu handeln. Ein zentraler Anker dieser moralischen Entscheidungen liegt in der aktiven Auseinandersetzung mit unserer Vergangenheit, die hier in der Gedenkstätte Lindenstraße vorbildlich aufgearbeitet ist und weiter aufgearbeitet wird.“

Schon zuvor hatten in Babelsberg Bürgermeister Burkhard Exner, die Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Birgit Müller, und Vertreter der Fraktionen des Stadtparlaments der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Sie legten am Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust auf dem Willi-Frohwein-Platz Kränze zum Gedenken nieder. Zum dritten Mal fand das Gedenken auf dem Platz statt, der nach einem Potsdamer Zeitzeugen der NS-Verfolgung benannt ist.

Burkhard Exner bezog sich in seiner Rede auch auf Willi Frohwein: „Einer, der immer wieder mahnte und erinnerte, der redete, von dem, was ihm und Millionen von Menschen widerfahren ist und der die unteilbare Würde des Menschen einforderte, war Willi Frohwein. Er hatte Auschwitz überlebt und fand in Potsdam seine neue Heimat. Bis zu seinem Tod 2009 mahnte Willi Frohwein sehr eindrücklich und mit großer Menschlichkeit vor allem junge Leute vor den Folgen von Totalitarismus und Gewalt. Ihm zu Ehren ist dieser Platz benannt. Seine Geschichte und das Schicksal der Millionen Opfer der nationalsozialistischen Zeit sind unser Vermächtnis.“