Die magische rote Nase

Die magische rote Nase

Die Schauspielerin und Sängerin Polina Borissova aus Potsdam hilft kranken Kindern im Klinikum Ernst von Bergmann, sich von ihrer Angst vor Operationen und Klinikaufenthalten zu befreien. Fotos (2): Gregor Zielke

Wie ein Clown die Welt verändert

Polina Borissova ist ausgebildete Schauspielerin und Sängerin und lebt in Potsdam. Eigentlich tritt sie auf internationalen Bühnen auf, hat Engagements in unterschiedlichen Ländern. Seit dreieinhalb Jahren gehört die 31-Jährige aber auch zum Team von Rote Nasen Deutschland e.V. Dort ist sie "Fenomena", ein Clown, der kleine Patienten der Klinik für Kinderchirurgie am Klinikums Ernst von Bergmann in den OP begleitet und größere auf der Station besucht, und die sich jedem Umstand und jedem Patienten anpassen kann.

Erste Erfahrungen hat Polina Borissova als Clown bei internationalen Einsätzen von "Rote Nasen" in Flüchtlingscamps in der Ukraine und in Griechenland sammeln können. In der Ukraine halfen ihr ihre muttersprachlichen Russischkenntnisse, eine Verständigungsebene zu finden, in Griechenland in einem Camp mit Flüchtlingen aus Afghanistan, Afrika und Syrien war das viel schwieriger. Letztlich seien aber Mimik und Gestik viel wichtiger als Sprache, sagt Polina in einem Moment, in dem sie zwar als Fenomena verkleidet ist, aber gerade mal aus ihrer Rolle herausschlüpft. Dieser ganz bestimmte Clowncharakter wird von den Mitgliedern von "Rote Nasen" bei der Bewerbung bereits mitgebracht. Er ist Voraussetzung, um überhaupt zum Casting eingeladen zu werden, erklärt deren künstlerischer Leiter, Reinhard Horstkotte.


Kein Job, sondern eine Lebenseinstellung

Polina Borissova hat keinen Job gesucht, als sie sich beim Verein "Rote Nasen" bewarb, sie wollte ihrem Leben einen Sinn geben und die Welt ein wenig besser machen. Das hat sie bei ihren Einsätzen in der Ukraine und auf der Insel Lesbos unter Beweis gestellt. "Auch im tiefsten Elend bleibt das Herz des Menschen unzerstörbar", sagt die Künstlerin, und auf dieser Ebene sei es möglich, anderen in der Seele ganz nah zu kommen und ihnen das Leben ein wenig zu erleichtern.

Nur eine Woche nach ihrem letzten Auftritt in der "Dreigroschenoper" vor wohlhabendem Publikum im schweizerischen Lugano hat Polina ihren ersten Einsatz auf Lesbos gehabt und Menschen getroffen, die alles verloren hatten. Zu ihnen habe sie, wie bei den Kindern, die sie in der Kinderchirurgie des Klinikums Ernst von Bergmann als Fenomena betreut, ein ganz persönliches Verhältnis aufgebaut.

Für die kleinen Patienten ist der Einsatz der Clowns als OP-Begleitung oder auch auf der Station eine wertvolle Ablenkung, die ihnen Angst und manchmal auch Schmerz nimmt. Wer es einmal erlebt hat, möchte die Clowns nicht mehr missen und auch nicht unbegleitet in den OP-Saal gehen. So hat Polina den elfjährigen Maximilian als "Bodyguard" zu seiner Leistenbruch-Operation begleitet und hat ihm die große Angst genommen, die er seit der Entdeckung seiner Krankheit hatte.

Auch die Kinderchirurgen und das Pflegepersonal auf der Kinderstation sind von der positiven Wirkung durch die individuelle Begleitung überzeugt. Der ganze Ablauf sei mithilfe der Clowns, die seit Anfang 2018 mit in den Operationssaal dürfen, sehr viel entspannter, erzählt die Chefärztin der Klinik für Kinder-chirurgie, Dr. Petra Degenhardt. Sie ist sich sicher, dass den Kindern auf diese Weise ein Großteil ihrer Angst genommen wird.

Ihre Unterstützung ist gefragt

Wenn auch Sie die wertvolle Arbeit der Clowns in der Potsdamer Kinderchirurgie unterstützen wollen, freut sich der Freundes- und Förderkreis des Klinikums Ernst von Bergmann über Ihre Spende. sg

Ihre Spende geht an
Freundes- und Förderkreis
Klinikum Ernst von Bergmann e.V.

Verwendungszweck: Die Region hilft helfen
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IBAN: DE 9512 0700 2403 0926 6500