Ausstellung: Horst Zickelbein. Obsessionen (Malerei, Grafik, Kunst am Bau)

Ausstellung: Horst Zickelbein. Obsessionen (Malerei, Grafik, Kunst am Bau)

Horst Zickelbein Gouache.

übersicht

  • Ausstellung
  • Datum: So, 25.02.2018 - So, 27.05.2018
  • Ort: Burg Beeskow (Galerie/Unterm Dach), Frankfurter Straße 23, 15848 Beeskow
Die Kunstwerke des in 1926 in Frankfurt (Oder) geborenen Malers und Grafikers Horst Zickelbein auf die Beeskower Burg zu holen, war ein langgehegter Wunsch seiner Freunde und Wegbegleiter. Anne Becker, Berlin, und Friedrich Stachat, Fürstenwalde (Spree), übernahmen die Aufgabe, aus dem reichen OEuvre
des Künstlers auszuwählen. Die von ihnen kuratierte Ausstellung zeigt mit rund fünfzig Werken nicht allein Horst Zickelbeins ausdrucksstarke Malerei und Grafik, sondern stellt auch erstmalig einen dokumenta-rischen Überblick seiner baugebundenen Arbeiten vor.

Ein Teil der Kunstwerke stammt von Privatleihgebern sowie aus Sammlungen, in denen Horst Zickelbein heute mit seinen Arbeiten vertreten ist: aus den Kunstsammlungen Chemnitz, der Akademie der Künste Berlin, dem Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst Cottbus-Frankfurt (Oder), dem Staatlichen Museum Schwerin, dem Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn sowie dem Kunstarchiv Beeskow.

Von 1950 bis 1955 studierte Horst Zickelbein Wandmalerei an der Hochschule für Bildende und Ange-wandte Kunst Berlin-Weißensee bei den Professoren Horst Strempel und Bert Heller; später war er Mei-sterschüler bei Heinrich Ehmsen an der Deutschen Akademie der Künste. Hier lernte er mit Manfred Böttcher, Ernst Schroeder, Harald Metzkes und Werner Stötzer junge Künstlerkollegen kennen, die sich wie er im kulturpolitischen Streit zwischen Formalismus und sozialistischem Realismus zu behaupten hatten.
Horst Zickelbein nahm dabei einen außerordentlich interessanten Weg, indem er sich nach und nach vom Figurativen löste und zu abstrakten Form- und Farbklängen fand. Gerade auch seine baugebundenen Arbeiten, von denen leider nur ein Teil bis heute erhalten ist, zeugen von diesem Wandel.
Den Frühwerken, den Bleiglasfenstern und dem Sgraffito für das Kinderheim "A.S. Makarenko" in der Berliner Königsheide, die im Auftrag von Bert Heller entstanden, folgten raumgreifende Kompositionen z.B. in Berlin-Adlershof und für die Berliner Betriebsgaststätte DIA Chemie in der Storkower Straße (mit Hans Vent). Ende der 1960er-Jahre schuf er auf Empfehlung Fritz Cremers für die Stadthalle Karl-Marx-Stadt sein künstlerisch überzeugendstes Wandbild: „Die Befreiung der Wissenschaft durch die sozialistische Revolution“ von 1974 – Horst Zickelbein nannte es „Kopernikus und die Befreiung der Wissenschaft“. Die dazu auf Pergament gezeichneten, in der Ausstellung gezeigten Entwürfe stehen beispielhaft für eine Schaffensphase des Künstlers, in der er mit farbigen Faserstiften experimentierte. Andererseits regten ihn Landschaften wie der Darß, das Balkanland Rumänien und die Mittelmeerinsel Zypern zu malerisch oder grafisch höchst verschiedenen, stimmungsvollen Werkgruppen an.