Das Ende ist erst der Anfan - Les premiers, les derniers, F / B 2016

Gilou (Bouli Lanners) und Cochise (Albert Dupontel) verfolgen zwei junge Obdachlose, die ein Smartphone mit äußerst sensiblen Daten in ihren Besitz gebracht haben. Der reiche Besitzer des Geräts ist bereit, für das Auffinden ein beachtliches Sümmchen zu zahlen.

So fahren die beiden mit ihrem Pick-up durch die endlose Weite Nordwestfrankreichs, mitten durch plattes Ackerland mit endlosem Horizont. Die Suche an sich ähnelt schon der nach einer Nadel im Heuhaufen, noch dazu bringt sie die beiden Kumpel an ein gottverlassenes "Ende der Welt". Was aber wollen Esther (Aurore Broutin) und Willy (David Murgia) hier, dieses verliebte Paar auf der Flucht und ohne festen Wohnsitz?

Und dann taucht in dieser Einsamkeit auch noch ein Mann namens Jesus auf (Philippe Rebbot), der seltsame Wundmale an den Händen trägt. Ob er der Echte ist? Und woher mag die Mumie im Schlafsack kommen? Karge Landschaft und Leute, die ihr irgendwie entsprechen. Kein Wunder, das die beiden harten Kerle nur noch lakonisch darauf regieren.

Liebe versteckt sich hinter rauen Fassaden, Mord begegnet Moral, Zweifel trifft auf Hoffnung und Gewalt auf Glaube. Bouli Lanners spielt nicht nur Gilou, er hat auch Regie geführt und überrascht mit unerwarteten Blicken auf seine Charaktere, die aus welchem Grund auch immer, ziemlich nah am Rande der Gesellschaft stehen. Außerdem Michael Lonsdale als Blumen züchtender Pensionsbesitzer und Max von Sydow, der als Priester ein eindrucksvolles Abschiedslied für eine unbekannte Leiche singt. Am Ende ist die Leichtigkeit in diesem Neo-Western etwas verflogen ... sg

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