Happy Burnout, D 2017

Fussel (Wotan Wilke Möhring) ist aus vollster Überzeugung Punk und hat nie einen Beruf gehabt. Frauenheld, Lebenskünstler und Systemverweigerer, die drei Begriffe charakterisieren ihn am besten. Arbeiten will er nicht, sollen sich doch andere kaputt machen. Er lässt es lieber ruhig angehen.

Mit coolen Sprüchen und jungenhaftem Charme schafft er es immer wieder, Frauen um den kleinen Finger zu wickeln - und zwar die Zufallsbekanntschaft aus dem Supermarkt genauso wie seine Sachbearbeiterin beim Arbeitsamt, Frau Linde (Victoria Trauttmansdorff). Schon lange ist sie ihm verfallen und unterstützt seine Abneigung zur Arbeit, bis sie durch eine interne Prüfung reagieren muss.

Von einem echten Job kann sie Fussel zwar nicht überzeugen, aber einem Arbeitsunfähigkeits-Attest mit der Diagnose Burnout und einer Therapie in einer stationären Klinik stimmt der Arbeitsverweigerer schließlich zu. Und plötzlich steckt Chaot Fussel zwischen zahlreichen Gestrandeten des Effizienzwahns unserer Gesellschaft.

Mit seiner flapsigen Art mischt er den tristen Alltag in der Klinik tüchtig auf und macht auch vor Psychologin Alexandra (Anke Engelke) nicht halt. Aufheiterung können der lebensmüde Sonnenstudiobesitzer Günther (Michael Wittenborn), der cholerische Kinder-Entertainer Datty (Kostja Ullmann), die überforderte Hausfrau und Mutter Merle (Julia Koschitz) und der Geschäftsmann Anatol (Torben Liebrecht) andererseits aber bestens gebrauchen. Doch je mehr Fussel mit ihren Problemen konfrontiert wird, umso mehr macht er sich Gedanken über sein eigenes Leben ...  sg

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