Fahrgastverband: Bund will Berlin – Stettin auf schlechterem Standard als vor dem Krieg ausbauen

Fahrgastverband: Bund will Berlin – Stettin auf schlechterem Standard als vor dem Krieg ausbauen

Bahnhof Angermünde. Die Triebwagen der maroden Eisenbahnlinie RB66 beginnen und enden hier auf einem Stumpfgleis. Foto: Andreas Schwarze (asc)

Pro Bahn e.V. reagiert auf Proteste entlang der "Stettiner Bahn"

Berlin/Szczecin. Der Fahrgastverband PRO BAHN kritisiert den teilweise nur eingleisigen Ausbau der Bahnstrecke Berlin - Stettin (Szczecin) als vollkommen unzureichend. Während der Ausbau unterdimensioniert ist, seie eine Sperrung für bis zu vier Jahren absolut inakzeptabel und grob fahrgastfeindlich. Ein solch unterdimensionierter Ausbau im grenzüberschreitenden Schienenverkehr widerspricht damit den vollmundigen Tönen aus Berlin zum einheitlichen Europa.

Laut vorgestellten Plänen soll die Strecke auf dem Abschnitt zwischen Passow und der deutsch-polnischen Grenze weiter nur eingleisig bleiben. Das 1873 errichtete zweite Gleis war nach dem Krieg demontiert worden.

Lukas Iffländer, stellvertretender Bundesvorsitzender von PRO BAHN, hält dies für einen schlechten Witz: "Wir können doch nicht ernsthaft einen Bundesverkehrswegeplan 2030 ansetzen, in dem die Strecke mit weniger Kapazität als vor hundert Jahren eingeplant ist. Damit machen wir uns in Europa lächerlich. Das ist sicher keine Art, den Einsatz vieler Engagierter vor Ort für einen ordentlichen Ausbau zu würdigen. Die Strecke hat im europäischen Netz eine sehr große Bedeutung, da muss ein zweites Gleis noch drin sein!"

Während des unterdimensionierten Ausbaus ist außerdem geplant, die Strecke zwischen Passow und der Grenze für anderthalb Jahre zu sperren.

Peter Cornelius, Vorsitzender des PRO BAHN Landesverbandes Berlin-Brandenburg, hält dies für ein katastrophales Signal: "Einerseits soll die Strecke gewaltig Potential haben, aber dann vergrault man die Fahrgäste mit einer langen Vollsperrung. Das passt hinten und vorne nicht zusammen. "

Der Ausbau zeigt leider auch, welchen Stellenwert die deutsche Bundesregierung dieser Bahnverbindung nach Polen zumisst", beklagt Anja Schmotz, Sprecherin der vom Fahrgastverband PRO BAHN unterstützten Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenverkehr (KolejDEPL). "Eine Überwindung der Grenze in den Köpfen und im Alltag der Menschen erreicht man so sicher nicht." red

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Uckermark

Guter Wind am Großen Lychensee
Lychen

Guter Wind am Großen Lychensee

Wenn auf dem kleinen Gelände des Seglerhafens am Großen Lychensee Zelte und Wohnmobile aufgeschlagen sind, dann muss dort etwas besonderes sein. So war es auch am Wochenende zur 50....

Energie und Arbeitsmarkt
Prenzlau

Energie und Arbeitsmarkt

Am Mittwoch, den 9. August fand ein informatives Treffen der Unternehmervereinigung Uckermark e.V. im Wasserwerk der Stadtwerke Prenzlau GmbH statt. Etwa 25 Unternehmer waren der Einladung des...

Gelungenes Pokalspiel
Angermünde

Gelungenes Pokalspiel

Den letzten Test vor dem wichtigen Punktspielstart in Form eines Pokalspiels gewann der AFC im Elfmeterschießen. Gegen den Oberligisten aus Brieselang stand es nach 120 Minuten 1:1 und danach hatten...

Medizin studieren in der Hafenmetropole
Schwedt/Szczecin

Medizin studieren in der Hafenmetropole

In Polen und Deutschland studieren und in der Zukunft als Mediziner in Deutschland arbeiten: das ist das Ziel des Asklepios-Studiengangs der Pommerschen Medizinischen Universität in Szczecin...

RufBus-Hotline im Landkreis Uckermark weiterhin ausgefallen
Uckermark

RufBus-Hotline im Landkreis Uckermark weiterhin ausgefallen

Die Rufbuss-Bestellhotline 03332 / 44 27 55 der Uckermärkischen Verkehrsgesellschaft (UVG) ist seit dem vergangenen Freitag auf Grund einer schwerwiegenden Störung bei der Deutschen Telekom...

Sicherer Schulweg
Uckermark

Sicherer Schulweg

Am 4. September beginnt das neue Schuljahr. Den Weg von der Wohnung zum Schul­standort legen Schüler und Auszubildende auf sehr unterschiedliche Weise zurück. Rund 5.000 der insgesamt etwa 12.900...

Lebensretter ein Dankeschön gesagt
Schwedt

Lebensretter ein Dankeschön gesagt

Der 78-jährige Schwedter Gerhard Ostendorf bedankte sich mit dem BlickPunkt „Blumenstrauß der Woche“ (KW32) beim Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie am Asklepios-Klinikum, Professor Guido...