Landesregierung knickt ein

Landesregierung knickt ein

Straße bei Gramzow. Viele LKW-Fahrer nutzen nicht immer die dafür ausgebauten und Autobahnkreuz Uckermark, sondern nehmen mit ihren Trucks lieber Abkürzungen durch Dörfer wie in diesem Fall Zichow und Gramzow. Selbst wenn die Straßen hier enger sind und Kinder die Straßen überqueren müssen. jec

Monstertrucks kommen auch in Brandenburg

Potsdam.

Der Deutsche Bahnkunden-Landesverband Berlin-Brandenburg (DBV) hält überhaupt nichts von der Zulassung von Monstertrucks auf ausgewählten Brandenburger Straßen. Die "testweise" Zulassung von 25,5 Meter langen und 44 Tonnen schweren Lkw wird kein verkehrs- und umweltpolitisches Problem lösen. Im Gegenteil: durch den Verlagerungseffekt weg vom umweltfreundlichen Schienenverkehr werden die Probleme noch größer werden. "Wenn Brandenburg beim Feldversuch mitmacht, zeigt das, wer die verkehrspolitischen Hosen anhat. Nicht die Politik, sondern die Straßenlobby bestimmt die Marschrichtung" sagt dazu Frank Böhnke, Vorsitzender des Landesverbandes.

Ab dem kommenden Jahr soll es sie auch in Brandenburg geben. Die harmlos als "Lang-Lkw" titulierten Gütertransporte auf der Straße. Brandenburgs Verkehrsministerin Schneider: "Da wir als Logistikregion auch von dem wachsenden Seehafenhinterlandverkehr profitieren, ergibt es keinen Sinn, sich dem Feldversuch zu verschließen." Wenn alle den gleichen Fehler machen, darf Brandenburg nicht abseits stehen? Nutzung der vorhandenen Schieneninfrastruktur und Ausbau von Polen und Tschechien nach Brandenburg wäre das Gebot der Stunde. Da wäre gerade eine Nichtbeteiligung an Bundesverkehrsminister Dobrindts Lieblingsprojekt das richtige Signal.

Angeblich tut die Landesregierung alles für den Erhalt des Bahn-Ausbesserungswerkes in Eberswalde. Dort werden hauptsächlich Güterwagen gewartet und repariert. Andererseits befördert die Zustimmung zum Monstertruck, dass immer mehr Transporte auf die Straße verlagert werden. Hier kommt die Landesregierung logischerweise in Erklärungsnot. Konsequent wäre es, wenn die Verladeeinrichtungen für den Kombinierten Verkehr Straße/Schiene an den Autobahnen und Bahn-Knotenpunkten ausgebaut werden würden. Dann bräuchte man auch im Transit durch Brandenburg keine Zulassungen für diese Lkws.

Untersuchungen zur Verkehrsverlagerung, zur Verkehrssicherheit und zum volkswirtschaftlichen Nutzen der Monstertrucks gibt es auf der Internetseite
www.nomegatrucks.eu/deu/wissenschaftliche-studien/

red

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Uckermark

Arusha Freundeskreis
Prenzlau

Arusha Freundeskreis

 Die Freunde der Massai haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Sie laden zu ihrer jährlichen Benefiz­veranstaltung erstmalig nach Prenzlau mit seinen Sehenswürdigkeiten und der...

Die Würde des Menschen
Schwedt

Die Würde des Menschen

 Kürzlich unterzeichneten die Leiterin der Seniorenpflegeeinrichtung „Haus Harmonie“ in Schwedt, Marita Postler, und der Geschäftsführer und Vereinsvorsitzende des „Auf dem Drachenkopf“ e. V., Horst...

Erste Fischereifachfrau der Uckermark
Angermünde

Erste Fischereifachfrau der Uckermark

 Eigentlich war die Fischerei gar nicht ihre Leidenschaft, zumindest nicht nach der Schule. Sabine Löwe, Tochter von Fischer Thomas Löwe aus Angermünde, lernte Einzelhandelskauffrau in Rosenheim bei...

Mozart statt Atomwaffen
Templin OT Groß Dölln

Mozart statt Atomwaffen

 Die Komponisten Beethoven und Schubert überschritten in ihren Spätwerken bereits die Grenzen des Irdischen. Berio, Kurtag oder Bartók loteten in ihrer Musik spieltechnische Grenzen auf den...

Bahnhofsfest in Gramzow
Gramzow

Bahnhofsfest in Gramzow

 Die Gram­zower Museums-Bahn fährt an dem Wochen­ende natürlich auch, während die Sonder­ausstellung „­RUSSIAN STEAMPUNK“ die verrückten Erfindungen des Igor Lokomowitsch Pofbanow zeigt, eine...

Abgezockt in den Ferien
Potsdam

Abgezockt in den Ferien

Schüler, die nur in den Ferien und damit nicht das gesamte Jahr für einen Arbeitgeber tätig sind, zahlen regelmäßig zu viel Lohnsteuer. Darauf hat vor den beginnenden Sommerferien in Brandenburg das...