Entwicklung eines Ortes

Entwicklung eines Ortes

Johanna Henschel, Thomas Frommhold, Christian Radloff, Anet Hoppe, Gabi Pust, Roy Weiss und Bettina Seidel (vlnr) beim Erfahrungsaustausch. Foto: jec

Neue touristische Entwicklungskonzeption für Angermünde vorgestellt

Rico Klimmek (Mosterei Klimmek) und Thomas Blätterlein (Grumsiner Brennerei) lauschen aufmerksam der Vorstellung der neuen touristischen Entwicklungskonzeption. Foto: jec

Angermünde. Der Angermünder Rathaussaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein  Wunder, denn die neue Konzeption für die touristische Entwicklung der Stadt wurde vorgestellt. „Sie ist für die nächsten 10 Jahre unsere Planungsgrundlage“, meinte Christian Radloff, Fachbereichsleiter Wirtschaft in der Stadtverwaltung.
Zuvor waren Workshops mit touristischen Dienstleistern und Institutionen durchgeführt, Fakten analysiert und Gespräche mit Experten geführt worden.

Federführend war das international tätige Beratungsunternehmen mascontour GmbH. Mit dem fertigen Papier übergab die mascontour GmbH Empfehlungen und definierte Maßnahmen. Das Geld war gut investiert, denn Anette Seidel und Thomas Frommhold von mascontour leisteten gute Arbeit.
Sich in der Uckermark als Erholungsort aufzustellen, so ihre Ausgangsempfehlung, bringt vielerlei Nutzen  für die Bevölkerung: einen erhöhten Lebensstandard, mehr Freizeitmöglichkeiten, steigende Steuereinnahmen und eine bessere Infrastruktur.

In einem ausführlichen Diavortrag fassten sie die Stärken und Schwächen des Standortes Angermünde zusammen. Zu den Stärken zählen sie unter anderem die Umgebungslandschaft und die historische Altstatdt, eine gute Beherbergungskultur, viele Naturerlebnisangebote, eine informative Internetseite und eine  gute Kooperation zwischen allen Partnern. Zu verbessern hingegen seien die touristischen Schlechtwetterangebote, es gibt noch zu wenig Einzelgewerbe (vor allem Gastronomie und Versorgung), ein Alleinstellungsmerkmal fehlt bislang wie auch einheitliche Werbelogos und man verzettele sich noch in den Angeboten.

Vor allem fehlt es aber an Personal und finanziellem Budget im Toursmus. Offensichtlich nicht nur ein Problem in Angermünde. Deshalb muss mindestens auf Landesebene ein Umdenken stattfinden und mehr in touristische Entwicklungen investiert wird. Langfristig wird das sich besonders für strukturschwache Regionen wie die Uckermark auszahlen. Doch dazu bedarf es Visionen, Mut und vor allem Weitblick! „Mit Mindestlohn und Ehrenamt kann man keinen funktionierenden Tourismus aufbauen“, weiss aus eigener Erfahrung der Eigentümer des Flair Hotel Weiss, Roy Weiss. 

Die mascontour GmbH setzte drei strategische Ziele: Angermünde profiliert sich als „staatlich anerkannter Erholungsort“ mit einem guten Qualitätsmanagement, es fokussiert seine Angebote auf Natur, Gesundheit und Kultur und es stärkt seine Wirtschaftskraft durch mehr Tagesgäste, Übernachtungen und regionale Produkte. Die Angebote sollen unter Dach-Ideen zusammengefaßt und durch ein striktes Innen- und vor allem Außenmarketing beworben werden. Viele Angebote ließen sich auch mit überregionalen Partnern vernetzen, Gabi Pust vom Schweizer Haus in Stolpe kombiniert schon lange ihre Angebote mit dem Schiffshebewerk Niederfinow oder dem Kloster Chorin.

Die von Anette Seidel und Thomas Frommhold als Angebotsbeispiel vorgeschlagenen Mittelalteressen, Meditationen in der Natur, Auen- oder Buchenwald-Wanderungen und die „Mahlzeit für die Sinne“ im Schafstall waren verlockend und aus dem Publikum rief es: „Wo kann man buchen?“. 
Dass der Tourismus schon lange auf einem guten Weg ist, davon berichtete im Anschluss Johanna Henschel, Geschäftsführerin des Tourismusverins Angermünde e.V. (TVA).  Vor allem das zukünftige „Haus Uckermark“ in der Innenstadt, inhaltlich zwischen Tourismusinformation und Museum, zählt zu den vier Pilotprojekten im Land Brandenburg!

Über dieses Highlight freut sich besonders Anet Hoppe von der Tourismus Marketing Uckermark GmbH (tmu), mit der eine gute Zusammenarbeit besteht. Ebenso gute Zusammenarbeit besteht zu 14 regionalen Produktanbietern wie die Mosterei Klimmek, die Grumsinder Brennerei, Hemme Milch oder dem Jugendökohof Crussow, die im Saale ihre Produkte präsentierten. 

Zu guter letzt überreichte Thomas Frommhold der Stadt Angermünde das in einem Bilderrahmen eingefaßte - und inzwischen von allen im Saal anweswenden Torismusanbietern, Produzenten, Künstlern, Naturschützern und vielen anderen Mitstreitern unterschriebene - „Leitbild 2020“, das noch einmal die bis dahin gesteckten touristischen Ziele kurz und knapp auf eine Urkunde bringt. 
jec

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