Neues Flüchtlingsportal HelpTo

Neues Flüchtlingsportal HelpTo

Bürgermeister Hendrik Sommer (li) und die Webseiteninitiatoren. Foto: aha

Es bringt ehrenamtliche Angebote und Nachfrage logistisch zusammen

Prenzlau. In der vergangenen Woche startete die Uckermark als letzter Landkreis Brandenburgs das Hilfe-Portal HelpTo. Bürgermeister Hendrik Sommer traf sich dazu mit den Initiatoren des Webauftritts im Prenzlauer Rathaus.
Der Verein „Neues Potsdamer Toleranzedikt“ organisiert seit Oktober 2015 die Website bundesweit. Seine Idee ist, Hilfsangebote für Flüchtlinge von Privatleuten, Firmen und Organisationen direkt zu denen zu bringen, die sie benötigen. Überall in Deutschland sind kleine und große Netzwerke entstanden, die Hilfe für Flüchtlinge in ihrem unmittelbaren Umfeld organisieren. Nun gibt es eine Plattform, die für eine gesamte Vernetzung eine zentrale Logistik anbietet.
Mit der Idee wurden in Brandenburg offene Türen eingerannt. In anderen Bundesländern ist die Initiative noch nicht so bekannt.
Die Website ist praktisch aufgebaut und dabei regional unterteilt, so findet man lokale Angebote und Gesuche schnell. Die Rubriken reichen von Sachspenden über Transporte, Lernangebote, Betreuung und Begleitung bis zu Arbeits- und Wohnangeboten. Es ist vergleichbar mit Kleinanzeigen-Seiten, nur ohne Geld.
Und – nicht nur Flüchtlinge können sich hier Sachen und Hilfen holen, sondern jeder Bedürftige. Voraussetzung ist natürlich ein Zugang zum Internet.
„Die Webseite sehen wir darum als Ergänzung zu den örtlichen Initiativen“ so der Projektleiter vom Neuen Potsdamer Toleranzedikt e.V., Daniel Wetzel, „denn diese sind für die persönliche Vernetzung vor Ort notwendig. Viele Helfer und Hilfesuchende wollen persönliche Kontakte oder sie haben kein Internet.“
Prenzlaus Bürgermeister sagte dazu: „HelpTo bietet die Chance, Aktivitäten zu bündeln, sich zusammen zu schließen und leichter zu organisieren. Das ist eine tolle Sache, bei der wir als Stadt gerne mitmachen und die wir gerne weiter verbreiten.“
Uwe Schmidt, Landtagsabgeordneter aus Prenzlau, ist ebenso begeistert: „Bei meinen Besuchen bei verschiedenen Willkommensinitiativen bin ich auf großes Engagement gestoßen, viel Kreativität und eine hohe Motivation. Über HelpTo könnten auch die Initiativen mehr voneinander erfahren, ihre Arbeit verzahnen und sich gegenseitig helfen.“
Unterstützt wird das Projekt von der Bürgerstiftung Barnim Uckermark. Sie hat für die Uckermark die Kontakte zum Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt geknüpft. Projektmitarbeiterin Katja Neels hebt die gesellschaftliche Komponente hervor: „Selbstbestimmte Vernetzung und bürgerschaftliches Engagement wird damit gefördert - ohne bürokratischen Überbau auf Augenhöhe. Gerade im ländlichen Raum ist eine online-gestützte Vernetzung wichtig. Es gibt viele Menschen, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe engagieren möchten. Oft fehlen Informationen, welche Unterstützung an welcher Stelle gerade dringend gebraucht wird.“
Der Aufbau der Website ist übersichtlich, in deutsch und englisch verfügbar sowie kostenlos nutzbar nur durch die Registrierung mit Benutzername, Email-Adresse und Passwort. Durch übersichtliche Struktur und klare Erläuterungen ist die Übersetzung in andere Sprachen mithilfe von Sprachguides gut möglich. Dazu bietet die Seite Informationen – wie auch zu vielen anderen Themen rund um die aktuelle Flüchtlingssituation.
Der Träger und Organisator von HelpTo, der gemeinnützige Verein Neues Potsdamer Toleranzedikt, wurde 2008 im Rahmen einer Diskussion um Toleranz, Weltoffenheit und Demokratie gegründet. Der Vereinsname beruft sich auf das historische Edikt von Potsdam, auf dessen Grundlage vor 330 Jahren zehntausende verfolgter Hugenotten in der Mark Brandenburg aufgenommen wurden und sich dort niederlassen und wirtschaftlich entwickeln konnten. 
aha

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