Kraniche und Singschwäne

Kraniche und Singschwäne

Grauer Kranich hoch oben in der Luft. Foto: NABU / Claus Hektor

Ungewöhnlich frühe Rückkehr der Kraniche / Singschwantage im Nationalpark

Uckermark/Schwedt. Ungewöhnlich früh ziehen die Kraniche wieder in ihre Brutgebiete. In diesen Tagen konnten Kranichschützer in der Uckermark bereits erste Brutpaare beobachten. Wegen der milden Witterung seien die Kraniche in diesem Jahr gut zwei Wochen früher zurück als 2015.
„Die uckermärkischen Kraniche wichen bereits im November nach Westen, Richtung Südfrankreich, Spanien, aus.  Einige größere Gruppen Kraniche wurden aber auch in der Frostperiode im Januar in Westbrandenburg und bei Bernau beobachtet“, sagt die ehrenamtliche Kranichschützerin im NABU, Beate Blahy.
Jetzt zieht es die Kraniche wieder in Richtung Nord/Nordost. „Wetterpendeln“ nennen das die Fachleute. 2.600 Paare brüteten im vergangenen Jahr in Brandenburg, ein Großteil von ihnen im Nordosten des Landes. „Die Mehrzahl der europäischen Kraniche zieht allerdings nach kurzen Zwischenstopps weiter nach Skandinavien“, berichtet Beate Blahy.
In der zweiten Märzhälfte sind dann alle Brandenburger Brutpaare eingetroffen. Junggesellen und Jährlinge kommen später, und auch Skandinavier lassen sich Zeit, da ihre Reviere derzeit noch vereist sind. Hintergrund: Brandenburg gehört zu den wichtigsten Brut- und Rastgebieten Deutschlands. Seit vielen Jahren werden die Rastbestände in koordinierten Zählungen erfasst, und auch die Brutbestände unterliegen einem regelmäßigen, wenn auch nicht flächendeckend alljährlichen Monitoring. Diese Aufgaben werden von einem Netz ehrenamtlicher Zählerinnen und Zähler wahrgenommen und von der Landesarbeitsgruppe Kranichschutz im NABU Brandenburg koordiniert.  In der Broschüre „Anmut in grauen Federn – Kraniche in Brandenburg“ findet man nicht nur Interessantes über die Lebensweise der Kraniche, sondern auch gute Beobachtungsmöglichkeiten inklusive Übersichts- und Gebietskarten inklusive der GPS-Daten sowie Anfahrtsbeschreibungen (https://brandenburg.nabu.de/natur-
und-landschaft/17393.html).

Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal

Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde wird gemeinsam mit Nationalparkleiter Dirk Treichel am kommenden Freitag (12. Februar) die traditionellen Singschwantage im Nationalpark Unteres Odertal eröffnen. Mit den 10. Singschwantagen vom 12. bis 14. Februar bietet die Nationalparkverwaltung ihren Besuchern ein ganz besonderes Veranstaltungs- und Natur-erlebnis rund um das Nationalparkzentrum in Criewen.   
Gegenwärtig halten sich etwa 500 Singschwäne rund um Criewen im mittleren Teil des Nationalparks auf. Mit 1,50 Meter Körpergröße, rund 10 Kilogramm Gewicht und einer Flügelspannweite von mehr als zwei Metern ist der bloße Anblick eines Singschwans schon Grund genug, den Nationalpark Unteres Odertal zu besuchen.  Auf Grund der geringen Niederschläge und wenig Schnee in den Gebirgen ist die Auenlandschaft des unteren Odertals in diesem Jahr nicht überflutet. Die Singschwäne verbringen die Nacht in Gruppen und vor Feinden geschützt derzeit auf den Auen-Gewässern im Nationalpark und suchen im Verlauf des Vormittags vor allem Rapsfelder in der Nationalparkregion auf, um ihren Hunger zu stillen. Mit einsetzender Dämmerung kehren sie zurück und lassen dann ihren klagenden, wehmütigen Singsang hören.   
Die Wetterprognosen für die Singschwantage lassen auf eindrucksvolle Naturbeobachtungen und -erlebnisse hoffen: Bei milden Temperaturen und wahrscheinlich sogar einigen Sonnenstunden wären das ideale Bedingungen, um die beeindruckende Gruppenbalz der Singschwäne beobachten zu können.   
Die Mitarbeiter der Naturwacht erkundeten  zuvor die besten Beobachtungsstellen und das Nationalparkteam bereitete zahlreiche Veranstaltungen vor. Neben naturkundlichen Exkursionen und Vorträgen können Kinder in einer großen Schwanenwerkstatt im Wildnislabor ihren eigenen Singschwan basteln und es gibt „Märchen und Geschichten rund um den Schwan“ aus aller Welt.
Nationalparkfischer Helmut Zahn bietet Räucherfisch, Fischbrötchen und Fischsuppe an. Nationalparkpartner backen für die Gäste Kuchen und es locken uckermärkische Wildbratwürste. (Komplettes Programm: www.nationalpark-unteres-Odertal.eu)

red

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Uckermark

Arusha Freundeskreis
Prenzlau

Arusha Freundeskreis

 Die Freunde der Massai haben sich in diesem Jahr etwas Besonderes einfallen lassen. Sie laden zu ihrer jährlichen Benefiz­veranstaltung erstmalig nach Prenzlau mit seinen Sehenswürdigkeiten und der...

Die Würde des Menschen
Schwedt

Die Würde des Menschen

 Kürzlich unterzeichneten die Leiterin der Seniorenpflegeeinrichtung „Haus Harmonie“ in Schwedt, Marita Postler, und der Geschäftsführer und Vereinsvorsitzende des „Auf dem Drachenkopf“ e. V., Horst...

Erste Fischereifachfrau der Uckermark
Angermünde

Erste Fischereifachfrau der Uckermark

 Eigentlich war die Fischerei gar nicht ihre Leidenschaft, zumindest nicht nach der Schule. Sabine Löwe, Tochter von Fischer Thomas Löwe aus Angermünde, lernte Einzelhandelskauffrau in Rosenheim bei...

Mozart statt Atomwaffen
Templin OT Groß Dölln

Mozart statt Atomwaffen

 Die Komponisten Beethoven und Schubert überschritten in ihren Spätwerken bereits die Grenzen des Irdischen. Berio, Kurtag oder Bartók loteten in ihrer Musik spieltechnische Grenzen auf den...

Bahnhofsfest in Gramzow
Gramzow

Bahnhofsfest in Gramzow

 Die Gram­zower Museums-Bahn fährt an dem Wochen­ende natürlich auch, während die Sonder­ausstellung „­RUSSIAN STEAMPUNK“ die verrückten Erfindungen des Igor Lokomowitsch Pofbanow zeigt, eine...