Victor Hugo nannte ihn den »Homer der Insekten«

Insektenforscher und Autor des 19. Jahrhunderts vorgestellt

Jean-Henri Fabre Foto: Nadar/Wikipedia

Melzow.

Victor Hugo nannte ihn den »Homer der Insekten«.


Jahrzehntelang widmete sich Jean-Henri Fabre der Beobachtung und Beschreibung der Insekten in ihrem Lebensraum: von der Grabwespe, dem Mistkäfer und der Gottesanbeterin über die Spinne bis hin zum Nachtpfauenauge. Dabei gelingen ihm literarische Gattungsbiographien, die zu den schönsten und einfühlsamsten aber auch genauesten Tierbeobachtungen zählen, die je geschrieben wurden.
Fabre stand mit vielen Geistesgrößen seiner Zeit in Kontakt, beispielsweise mit Charles Darwin, dessen Auffassung der Instinkte und der Entstehung der Arten er vehement ablehnte.


Mit seinen Erinnerungen schuf Jean-Henri Fabre ein unvergleichliches, unerschöpfliches künstlerisches Monument, ein so ungewöhnliches wie herausragendes literarisches Meisterwerk, mit dem es ihm gelingt, dem Leser die Poesie des Lebens und der Natur zu offenbaren.


»Ich glaube nicht an Gott, ich sehe ihn«, versicherte er im hohen Alter. Inmitten einer positivistischen Welt, die Analyse und Berechenbarkeit absolut setzt, entdeckt Fabre die Schönheit der Schöpfung. Sein nie endendes Staunen vor den Wundern der Natur und ihrer Schönheit fasste er in Worte und wurde damit für Generationen von Schriftstellern, von Victor Hugo, Marcel Proust und André Gide über die Surrealisten bis hin zu Ernst Jünger zum Vorbild und zur Inspirationsquelle.


Jean-Henri Casimir Fabre, geboren am 22. 12. 1823 in Saint-Léons du Lévézou, war ein französischer Naturwissenschaftler und Autor, Mitglied der Académie Française und der Légion d’honneur. Er gilt als ein Wegbereiter der Verhaltensforschung und der Ökophysiologie. Als Entomologe widmete er sich ab 1870 der Beobachtung von Insekten und schrieb an seinem Werk, den Souvenirs Entomologiques, deren erster Band 1879 erschien. Er war nominiert für den Nobelpreis. Fabres Werk wurde in viele Sprachen übersetzt. Er starb 1915 in Sérignan-du- Comtat, Vaucluse.

Die Erinnerungen des legendären Insektenforschers Jean-Henri Fabre erscheinen derzeit in erstmals vollständig in zehn Bänden auf Deutsch im Verlag Matthes & Seitz Berlin.

MELZOWER LESUNGEN IM FACHWERKHOF
„Erinnerungen eines Insektenforschers“
Jean-Henri Fabre (1823 - 1915)

Am 16. Januar (Sa) um 19 Uhr im Fachwerkhof Melzow Stegelitzer Str. 11 / 17291 Melzow

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