Mitwachsendes Familienhaus

Mitwachsendes Familienhaus

Jean-Jacques Meyer und Martin Mahlke haben alle Hände voll zu tun für „Leben im Heidenreich“, ihrem neuen Arbeitgeber.Foto: jec

Landrat besucht Angermünder Firma, die mitwachsende Häuser entwirft und baut

Angermünde.

Genial einfach: wächst die Familie, wächst das Haus mit. Sind die Kinder erwachsen und ziehen aus, dann verkleinert sich auch das Haus wieder. Das multifunktionale Herz des Hauses bleibt: ein Atrium mit Tageslicht und für Kinder-Autowettrennen ebenso geeignet wie für Sessellandschaften oder Kunstrasen.

Die inzwischen weltweit zum Patent angemeldete Idee hatten Diplom-Ingenieur Bernd Heidenreich und seine Frau Kathleen Heidenreich vom Ingenieurbüro für Bauplanung in Angermünde. Für die USA und Mexiko ist das Patent bereits erteilt, nur Deutschland hinkt noch hinterher und bearbeitet.

Vor 10 Jahren habe er plötzlich dieses Haus vor sich gesehen, sagte Bernd Heidenreich. Doch es dauerte noch Jahre des Tüftelns und Ausprobierens, bis aus der luftigen Idee ein tragfähiges Haus wurde. In den ersten Prototyp des Hauses sind die Heidenreichs erst einmal selbst eingezogen. Das nächste Haus bewohnt der Sohn mit Familie. Inzwischen ist das Modell so ausgereift und Fehler beseitigt, dass jetzt die Firma „Leben im Heidenreich“ expandieren kann.
Das Besondere? Die Wände sind aus einzelnen - mit herkömmlichen wie biologischen Dämmstoffen dämmbaren - Betonelementen um einen mit Glas überdaachten Innenhof errichtet und können je nach Bedarf ab- oder aufgebaut werden. Abgebaute Teile nehmen dann die Kinder als Startkapital für ihr eigenes Haus einfach mit. Unter dem Hausboden liegt ein 70 cm hoher Minikeller, in dem alle Installationen veränderbar angelegt sind.

Landrat Dietmar Schulze, der auf seiner Unternehmertour gemeinsam mit Siegmund Bäsler, Präsident der Unternehmervereinigung Uckermark e.V., die Heidenreichs besucht, ist beeindruckt. Auf die Frage nach der energetischen Bilanz antwortet Bernd Heidenreich, dass die 6,6 cm Stahlbeton plus Holz plus Dämmstoff besser als Fertigteilhäuser die Wärme speichern.

Inwischen  tüfteln die Heidenreichs bereits an neuen Konzepten: eine Halle für Firmen, ein Stadthaus mit einem auf die Dachterasse hochfahrbaren Pool und, für den Urlaub, an einem hölzernen Plan-Wohn-Wagen. Doch an Urlaub und freie Wochenenden ist im Moment nicht zu denken.
jec

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Jean-Jacques Meyer und Martin Mahlke haben alle Hände voll zu tun für „Leben im Heidenreich“, ihrem neuen Arbeitgeber. (Foto: jec)

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