Waldschutz im Fokus

1. Eberswalder Winterkolloquium

Potsdam. Klimawandel, Insekten, Feuer, Sturm und Flächenhunger stehen im Mittelpunkt des 1. Eberswalder Winterkolloquiums am kommenden Donnerstag. Rund 200 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik, Praxis und Verwaltung diskutieren Möglichkeiten zum Schutz des Waldes und dessen Bedeutung für den Naturhaushalt, eine der wichtigsten Aufgaben des Landesbetriebs Forst Brandenburg, der zur Tagung eingeladen hat.
 
Für 1,1 Millionen Hektar Wald in Brandenburg stehen Früherkennung, Prognose, Bekämpfung und Schadensmanagement im Mittelpunkt der Arbeit der Hauptstelle für Waldschutz beim Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde. Neue Entwicklungen, alte Probleme und aktuelle Ergebnisse werden von den Eberswalder Wissenschaftlern und Fachleuten aus der Forstpraxis anlässlich der Fachtagung vorgestellt und mit den Teilnehmern diskutiert.
 
Provokateure, Kahlfraß und Waldschutz mit Hindernissen
 
Die insgesamt 11 Vorträge der Tagung befassen sich mit der Ausbreitungstendenz des Eichenprozessionsspinners, einem „alten Bekannten und neuem Provokateur“ in Brandenburgs Wäldern, Alleen und Parks und dem Einfluss biologischer Vielfalt auf die Minderung des Gefahrenpotenzials durch Forst-Schadinsekten.
 
Es wird gezeigt, wie Satelliten-Bilder helfen können Schäden zu erfassen, Strategien für Folgemaßnahmen zu entwickeln und deren Wirkung zu dokumentieren. Die wirtschaftlichen Schäden durch Insektenfraß, wenn selbst die Naturverjüngung in Mitleidenschaft gezogen wurde, können immens sein und werden von den Wissenschaftlern erfasst und bewertet.
 
Ein Praxis-Beispiel aus Lieberose zeigt exemplarisch welche Folgen es hat, wenn dem wohlüberlegten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln als letztes Mittel zur Rettung von Waldbeständen, immer mehr bürokratische und, wissenschaftlich zweifelhafte, naturschutzfachliche Hindernisse in den Weg gelegt werden.
 
Gesetzesauftrag und gesamtgesellschaftliche Aufgabe
 
Der Schutz und Erhalt des Waldes ist nicht nur Gesetzesauftrag im Waldgesetz des Bundes und der Länder, sondern auch oberstes Prinzip der nachhaltigen forstlichen Bewirtschaftung. Jeglicher Waldverlust, auch eines bisher noch naturfernen Kiefernwaldes, hat negative Auswirkungen auf das Klima, den Boden und die Landeskultur. Ebenso gehen dabei wertvolle Ressourcen des natürlichen und regional verfügbaren Rohstoffes Holz verloren, und die Entwicklungsmöglichkeiten zu einem naturnahen Wald können um Jahrzehnte zurückgeworfen werden.  red

Kommentar schreiben

comment

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Pflichtfelder sind markiert mit*

Weitere Nachrichten aus Teltow-Fläming

Neue Projekte zur Berufsorientierung
Potsdam

Neue Projekte zur Berufsorientierung

Im Land Brandenburg sind die Projekte „Potenzialanalyse“ und „Praxislernen“ mit dem Ziel gestartet, Jugendlichen den Übergang von der Schule ins Berufsleben zu erleichtern. Die Jugendliche sollen...

Schulneubau Dabendorf: Bislang erfolgloser Verlauf jahrelanger Verhandlungen der Stadt mit dem Eigentümer
Zossen

Schulneubau Dabendorf: Bislang erfolgloser Verlauf jahrelanger Verhandlungen der Stadt mit dem Eigentümer

Nachdem Bürgermeisterin Michaela Schreiber auf der Sitzung der Stadtverordneten am 7. Dezember 2016 darüber informiert hatte, dass sich der beschlossene Neubau der Gesamtschule Dabendorf aufgrund von...

Zweibändige Werkschau über das Wirken der Künstler Armgard und Manfred Stenzel
Luckenwaldde

Zweibändige Werkschau über das Wirken der Künstler Armgard und Manfred Stenzel

Beide Künstler sind im Stadtbild Luckenwaldes sehr präsent, denn sie haben zahlreiche Werke für den öffentlichen Raum entworfen. Dazu gehören beispielsweise die Stadteingangsstelen, Objekte für den...