Viel hilft nicht immer viel

IGiB startet Pilotprojekt Polypharmazie

Potsdam. Innovative Versorgungskonzepte über die Sektorengrenzen hinweg: Diesem Credo hat sich die Arbeitsgemeinschaft „Innovative Gesundheitsversorgung in Brandenburg“ (IGiB) verschrieben. Nun gibt es im Erfolgs-Programm agneszwei ein neues Teilprojekt „Polypharmazie“. Dessen Ziel: die Arzneimitteltherapie sicherer machen und die Lebensqualität der Patienten verbessern.
 
Gemeinsam mit dem Apothekerverband Brandenburg (AVB) wurde das Projekt „Polypharmazie“ ins Leben gerufen, das zunächst in der Pilotregion Oberspreewald-Lausitz gestartet wird. Am Mittwochabend fand in Großräschen die Auftaktveranstaltung statt, an der Ärzte, agneszwei-Fallmanagerinnen und Apotheker aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz teilnahmen.
 
Unter Polypharmazie versteht man die gleichzeitige Einnahme von fünf und mehr Medikamenten. Im Land Bandenburg betrifft dies etwa jeden dritten Patienten. Problematisch ist dabei, dass mit jedem zusätzlich eingenommenen Medikament das Risiko für das Auftreten von unerwünschten Arzneimittelwirkungen steigt. Darüber hinaus gefährdet die gleichzeitige Einnahme verschiedener Medikamente die Therapietreue und den Behandlungserfolg. Insbesondere ältere Patienten stehen vor der großen Herausforderung, ihre Medikation zu koordinieren.
 
„Vor diesem Hintergrund haben wir in der IGiB zusammen mit dem AVB ein innovatives Versorgungskonzept entwickelt, das an das erfolgreiche agneszwei-Konzept anknüpft“, erläutert Lutz O. Freiberg, Geschäftsführer der IGiB. „Vertragsarzt, agneszwei, Apotheker und Patient arbeiten gemeinsam an der Arzneimitteltherapiesicherheit und dem Medikationsmanagement.“
 
Der Arzt wählt einen geeigneten Patienten aus. Die agneszwei-Fallmanagerin erfasst alle Medikamente schriftlich und übergibt diese Aufstellung einer teilnehmenden Apotheke. Der Apotheker überprüft die gelisteten Medikamente auf mögliche Wechselwirkungen, Nebenwirkungen oder auch, ob sich Medikamente eventuell in ihrer Wirkungsweise gegenseitig aufheben. Der Arzt wird im Fachgespräch mit dem Apotheker auf mögliche Wechselwirkungen und Risiken hingewiesen. Im Ergebnis entscheidet der Arzt, eventuell nach Rücksprache mit seinen Fachkollegen, über die weitere Medikation und bespricht diese mit dem Patienten.
 
„Der berufsübergreifende Blick auf die Gesamtmedikation des Patienten ist der richtige Weg, wenn es um Gesundheit und Verbesserung von Lebensqualität bei kranken Menschen geht“, ist die Apothekerin Tina Koch vom AVB-Vorstand überzeugt.
 
Das neue Projekt Polypharmazie richtet sich an alle Patienten, die bei der AOK Nordost oder der BARMER GEK versichert sind und im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wohnen. Weitere Voraussetzung sind die bestehende Betreuung durch eine agneszwei-Fachkraft sowie die dauerhafte Einnahme von mindestens fünf verschiedenen Medikamenten. Bei Erfolg des Projektes ist eine Ausweitung auf weitere Teile Brandenburgs geplant. red

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