Volksbegehren gehen in den Endspurt

BIMS e. V.: „Jetzt das Tempo durchhalten bis zum Ziel!“

Mahlow. Mit Beginn des Neuen Jahres gehen die beiden in Brandenburg derzeit laufenden Volksbegehren in den Endspurt. Für das Volksbegehren des Bündnisses Agrarwende gegen die Massentierhal­tung ist die allerletzte Runde bereits eingeläutet. Wer dieses Anliegen als Bürger jetzt noch un­terstützen will, muss schnell mit seinem Ausweis auf`s Amt; für die Briefwahl-Prozedur ist es bereits zu spät. In etwa 14 Tagen dürfte feststehen, ob es in Zukunft in Brandenburg um eine ethisch korrekter  erzeugte Wurst geht oder alles unverändert bei dem alten Elend in der Mas­sentierproduktion bleibt. Den  Gegnern eines BER-Ausbaus durch eine weitere Startbahn bleibt dagegen noch sechs Wochen länger Zeit. Dennoch ist auch für sie ein Ende ihres Volkbegehrens bereits in Sichtweite. Einige Bürgerinitiativen (BIs) legen jetzt noch eine Schippe Kohlen drauf, um den Dampf  im Kessel zu steigern.

50 Zäune wurden plakatiert

Die BI Teltow hat 50 Zäune mit Groß-Bannern plakatiert. Die BI Kleinmach­now hat gegen die dritte Startbahn einen neuen „Brrrum-BER“ in einer Riesen-Auflage heraus­gebracht; das ist eine kleine  selbst erstellte Boulevardzeitung im Stile bspw. der BZ. Sie wird auch in Blankenfelde-Mahlow verteilt werden. Und der Endspurt bei der BI Mahlower  Schriftstellerviertel (BIMS) e.V.? „Wir sind das Rennen um die Unterschriften vom Start weg in einem hohen Tempo angegangen und haben es uns nicht so eingeteilt, als dass wir jetzt im Endspurt noch eine zweite Luft zuschalten könnten.“ sagt die Vereinsvorsitzende. Sigrid Zentgraf-Gerlach. „Wir müssen jetzt vor allem  unser An­fangstempo durchhalten. Rückenwind erhoffen wir uns dadurch, dass viele Bürger in Blanken­felde, Mahlow und Dahlewitz uns in den vergangenen Monaten an unseren Ständen in den Orts­teilen gesehen haben, wo wir auch trotz Kälte stundenlang für ein Gespräch zur Verfügung stan­den. Und auf allen Weihnachtsmärkten in allen Ortsteilen waren wir auch präsent, sogar in Rangsdorf.

Volksbegehren ist kein Hobby

Außer­ dem haben wir alle der über 90 innerörtlichen Vereine angeschrieben, um ihnen zu erläutern, dass das Volksbegehren nicht das Hobby einer einzelnen Gruppierung ist, sondern besser als ei­ne überparteiliche Herzensangelegenheit der ganzen Flughafen-Region verstanden werden sollte.“
Und weiter: „Deshalb haben wir sowohl die Arbeit des offiziellen Kampagnenbüros unterstützt als auch die Begleit-Kampagne des Wahlkreisabgeordneten Christoph Schulze von den Freien Wählern. Wir würden aber auch jeder anderen Partei  helfen und sie loben, die jetzt im Endspurt noch etwas für das Volksbegehren tut.“ Die Mahlower sind an den Ständen auch häufig der Hal­tung begegnet: Auf drei Startbahnen könne man den Lärm besser verteilen. Das entlaste doch  alle.  Dazu hat die BIMS erwidert: „Ja, für einen begrenzte Zeit mag das sogar so sein. Dann aber wird die Luftverkehrswirtschaft den Bedarf nach Flugreisen noch mehr wecken, so dass dieser kleine Vorteil sehr bald von einem weiter wuchernden Wachstum des BER aufgefressen werden wird.„

Druck auf Politiker soll wachsen

Und geworben hat die BIMS. vor allem mit dem Argument, das sie den Vereinen in die Emails und Briefe hinein geschrieben hat, weil sie daraus auch selbst die meiste  Kraft für ihren Kampf schöpft: „Wenn es uns Brandenburger Bürgern gelingt, dem BER klare Wachstumsgrenzen zu setzen, dann denken wir, dass der Druck auf die Politiker so groß sein wird, sich doch noch einen raumverträglicheren und menschenfreundlicheren Standort für den BER zu suchen. Denn alles, was im Kapitalismus nicht wachsen kann, hat keine Chancen auf langen Bestand.“ Und weiter: „Jedesmal, wenn wir von BIMS e. V. einem kleinen Kind in der Flughafenregion einen der azur­blauen Luftballons  in die kleine Hand drücken, tun wir es mit dem Wunsch, dass diese Kinder, die ja gar nicht anders können, als ihre schöne Heimatgemeinde lieben zu lernen, sie dann, wenn sie selbst im Familiengründungs-Alter sind, vielleicht wieder einmal so zurückbekommen, wie sie sie in ihrer frühen Kindheit erleben durften: Obwohl am Rande von Berlin gelegen, den­noch relativ still und beschaulich, mit guter Luft , in überschaubarer Größe, mit familiengerech­ten Häusern in gepflegten Gärten, wirtschaftlich prosperierend, mit hervorragender Infrastruk­tur und einer gut funktionierenden, agilen Zivilgesellschaft!“ Für die Verteidung einer solchen Gemeinde mit all diesen ganzen Qualitäten lohne sich jede Mühe, meint BIMS e. V. Sigrid Zentgraf-Gerlach, BIMS e. V.

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