Brandenburg braucht den Wirtschaftsfaktor Film

Brandenburg braucht den Wirtschaftsfaktor Film

Gefördert vom Medienboard und gedreht in Eisenhüttenstadt und Babelsberg: Das schweigende Klassenzimmer von Regisseur Lars Kraume feierte am Donnerstag bei der Berlinale Premiere und kommt am 1. März in die Kinos. Der Film erzählt die wahre Geschichte einer Schulklasse, die nach dem Ungarn-Aufstand 1956 eine Schweigeminute durchführte und daraufhin vom Abitur ausgeschlossen wurde. Von links: Theo (Leonard Scheicher), Eric (Jonas Dassler), Lena (Lena Klenke), Paul (Isaiah Michalski) und Kurt (Tom Gramenz) mit ihren Mitschülern. Foto: Studiocanal GmbH / Julia Terjung

Stagnierende Regierungsbildung gefährdet Filmförderung in ganz Deutschland

Potsdam. Kurz vor dem Start der Berlinale haben Filmschaffende gemeinsam mit Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber mit Nachdruck auf die Bedeutung der Filmförderung für den Erhalt der Produktionsmöglichkeiten in Deutschland hingewiesen. Von der finanziellen Unterstützung der zahlreichen in der Region entstehenden Kinoproduktionen profitiere das ganze Land, betonte Gerber. Denn Produktionsfirmen beschäftigen nicht nur Fachleute aus der Region, sondern geben auch viel Geld an Drehorten aus.

Lars Kraume, Regisseur des Films "Das schweigende Klassenzimmer", der auf einer wahren Geschichte aus der DDR der 1950er Jahre beruht, hat mit Unterstützung des Medienboards Berlin-Brandenburg beispielsweise sechs Wochen mit seiner gesamten Crew in Eisenhüttenstadt verbracht, wo der Film in der Originalkulisse der ehemaligen "Stalinstadt" gedreht wurde. Das bedeute Einnahmen für Handel und Gewerbe in der Stadt, so Wirtschaftsminister Gerber.

Die langen Koalitionsverhandlungen erschweren zurzeit jedoch die Planung, da es keine verbindliche Fördersicherheit gibt. Studio Babelsberg sei bereits "in Schieflage" geraten, erklärte Studiochef Carl L. Woebken. Ohne beschlossenen Bundeshaushalt bleiben die Fördergelder zurzeit blockiert, was Produzenten die Planungssicherheit nehme. Ohnehin sei die Konkurrenz aus den Nachbarländern groß, da Produktionen dort mit steuerlichen Vergünstigungen angelockt würden, so Woebken weiter. In Deutschland stehe eine Kappung der Mittel diesen Angeboten entgegen.

Eine begrenzte Auslastung der Studios gefährdet jedoch Arbeitsplätze und Gewerke. Die US-Serie "Berlin Station" ist wegen fehlender Sicherheit für die dritte Staffel bereits nach Ungarn abgewandert. Abhilfe schaffen soll nun unter anderem ein neues volumetrisches Studio, in dem dynamische 3D-Modelle von Personen täuschend echt erstellt werden können. Der Modellversuch läuft und soll später auch der Wissenschaft und der Medizin dienen. sg

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