Potsdam wächst schneller als bisher angenommen

Potsdam wächst schneller als bisher angenommen

In Potsdam leben immer mehr Menschen. Foto: Walter Reich / pixelio.de

Landeshauptstadt korrigiert Bevölkerungsprognose nach oben / Mehr als 220.000 Einwohner im Jahr 2035

Potsdam.

Potsdam wächst schneller als angenommen. Deshalb hat die Verwaltung der Landeshauptstadt nun eine aktualisierte Prognose zur Bevölkerungsentwicklung vorgestellt. Die letzte Schätzung basierte auf den Daten des Jahres 2014, als beispielsweise der große Zustrom an Flüchtlingen noch nicht abzusehen war. Damals ging die Verwaltung noch von einem Anstieg der Einwohnerzahl auf 198.297 bis zum Jahr 2035 aus. Diese Schätzung wurde nun nach oben korrigiert und das Jahr 2016 als Basisjahr herangezogen, als die Landeshauptstadt 171.597 Einwohner zählte. Demnach wird die Zahl der Potsdamer bis 2035 auf 220.123 wachsen. Das ist ein Plus von rund 48.000 Einwohnern im Vergleich zu 2016 und elf Prozentpunkte mehr als bei der bisherigen Berechnung.

Auch die 200.000er-Marke wird laut der neuesten Schätzung früher erreicht als bisher angenommen, und zwar um das Jahr 2027. Das sind acht Jahre früher, als in der letzten Prognose geschätzt.

Das natürliche Wachstum durch Geburten wird laut Berechnung um das Jahr 2021 stoppen. Dann wird es voraussichtlich trotz weiterhin erwarteter steigender Geburtenzahlen und höherer Lebenserwartung jährlich mehr Todesfälle als Geburten in der Landeshauptstadt geben. Den größten Anteil an der steigenden Bevölkerungszahl hat der Zuzug. So sind zwischen 2010 und 1016 mehr als 16.000 Menschen nach Potsdam gezogen. Auch weiterhin wird die Zahl der Zuzüge die Wegzüge deutlich übertreffen.

"Wir müssen davon ausgehen, dass diese Stadt weiter wachsen wird", sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs am Freitag. Die neuen Daten dienen nun auch als Instrument, um die Stadtentwicklung entsprechend zu steuern. "Sie ist die Berechnungsgrundlage für weitere Planungen", so Jakobs. So habe das sehr dynamische Wachstum der Stadt Auswirkungen auf viele Bereiche, etwa die Kita- und Schulplanung, die Wohnraumversorgung und das Verkehrsaufkommen. "Das ist jetzt die Aufgabe, die wir anzugehen haben", sagte der Oberbürgermeister. Aktuell sehe es jedoch nicht so aus, als ob beim geplanten Doppelhaushalt 2018/19 größere Anpassungen nötig seien. "Wir haben es 2016 auch hinbekommen", sagte Potsdams Bürgermeister Burkhard Exner mit Blick auf die damals rasant steigende Zahl an Geflüchteten in Potsdam. Exner erklärte, er erwarte derzeit keinen größeren Verwerfungen.

Oberbürgermeister Jakobs merkte zudem an, dass eine wachsende Stadtbevölkerung auch Auswirkungen auf die Einnahmen habe. Er bezog sich dabei etwa auf die Einkommens-, Gewerbe- und Grundsteuer. rue

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