Enteignungsbehörde erteilt Potsdam Wegerecht am Groß Glienicker See

Enteignungsbehörde erteilt Potsdam Wegerecht am Groß Glienicker See

Schon seit mehreren Jahren streitet sich die Landeshauptstadt mit Grundstücksbesitzern am Groß Glienicker See. Am Westufer soll auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern ein durchgängiger Uferweg entstehen. Screenshot: Geoportal des Landkreises Potsdam-Mittelmark

Stadt hofft nun auf Einigung mit weiteren Grundstückseignern

Potsdam.

"Wir sind zuversichtlich, dass nach dem ersten Verfahren auch andere Verfahren gut ausgehen", sagte Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs vergangene Woche. Anlass war die Entscheidung der Enteignungsbehörde des Landes Brandenburg, der Stadt in einem Fall ein Wegerecht über ein Grundstück am Ufer des Groß Glienicker Sees einzuräumen. Dabei handelt es sich um ein Grundstück im Norden des geplanten Uferwegs. Dies könnte ein Durchbruch für die Pläne der Landeshauptstadt sein, den öffentlichen Weg am Westufer des Sees wiederherzustellen. Schon seit Jahren wehren sich Grundstücksbesitzer gegen das Vorhaben.

"Unseren Wünschen wurde nicht ganz entsprochen", merkte Jakobs an. Angestrebt hatte sich die Verwaltung einen vier Meter breiten Weg - drei Meter Weg nebst jeweils 50 Zentimeter Grünstreifen. Auch den Plan, den Uferweg für Fahrräder freizugeben, muss die Stadt wohl verwerfen. Erlaubt sein sollen lediglich Krankenfahrstühle. Auch eine komplette, öffentlich zugängliche Uferlandschaft wird es wohl nicht geben. Endgültig ist die Entscheidung der Enteignungsbehörde indes noch nicht. Mit Widerspruch von Seiten der Grundstücksbesitzer ist zu rechnen. Der Bebauungsplan sieht einen durchgehenden öffentlichen Uferweg am Groß Glienicker See vor. Insgesamt plant die Stadt für den Ankauf von Grundstücken und das Herrichten des Uferwegs fünf Millionen Euro ein. Seit Jahren sperren mehrere Grundstückseigentümer den Weg, seit etwa fünf Jahren ist die Enteignungsbehörde des Landes mit den Fällen beschäftigt. Im Sommer 2017 hat die Landeshauptstadt der Enteignungsbehörde nach mehrjährigen Verhandlungen mit den Sperrern angezeigt, dass keine weiteren gütlichen Einigungen zu erwarten seien

.Aktuell sind abzüglich des jetzt entschiedenen Falls noch 19 Verfahren bei der Enteignungsbehörde anhängig. Darunter sind drei sogenannte "Sperrer", die den Uferweg mit Mauern oder Grün blockieren. "Ich kann nur jeden Eigentümer von Uferflächen auffordern, sich mit uns gütlich zu einigen und somit endlich den rechtsgültigen Bebauungsplan anzuerkennen", appellierte Oberbürgermeister Jakobs an die Verfahrensgegner. Er hofft nun, dass unentschlossene Eigner nach der Entscheidung der Behörde sich mit der Stadt einigen. rue

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