Deutscher Lesepreis für die Stadt- und Landesbibliothek

Deutscher Lesepreis für die Stadt- und Landesbibliothek

Potsdams Stadt- und Landesbibliothek hat den dritten Platz beim Deutschen Lesepreis bekommen. Foto: sg

Projekt "Wie kommt das 'W' in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam" auf dem dritten Platz

Bildungsforum mit Stadt- und Landesbibliothek. Foto: sg

Potsdam / Berlin. Platz 3 beim diesjährigen Deutschen Lesepreis in der Kategorie "Herausragendes kommunales Engagement in der Leseförderung" geht nach Potsdam: Für Ihr Projekt "Wie kommt das 'W' in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam" ist die Stadt- und Landesbibliothek am Donnerstagabend im Berliner Humboldt Carré Unter den Linden ausgezeichnet worden.

"Auf diesen Preis können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt- und Landesbibliothek sowie alle Beteiligten sehr stolz sein. Ich gratuliere herzlich zu diesem tollen Erfolg. Dieses Projekt ist ein schönes Beispiel dafür, wie in unserer Stadt Integration gelebt wird", sagte Oberbürgermeister Jann Jakobs. Der mit insgesamt 19.500 Euro dotierte Deutsche Lesepreis wird in vier Kategorien vergeben und ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Lesen und der Commerzbank-Stiftung. Er wird seit 2013 für vorbildhaftes Engagement in der Leseförderung verliehen. Die Auszeichnung steht unter Schirmherrschaft der Staatsministerin für Kultur und Medien, Professor Monika Grütters.

"Die Bibliothek leistet hervorragende Arbeit, was die Stärkung der Lese- und Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen betrifft. Das Projekt zeigt, mit wie viel Enthusiasmus und Engagement die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Partnern Projektideen entwickeln und erfolgreich umsetzen", sagte Noosha Aubel, Beigeordnete für Bildung, Kultur und Sport der Landeshauptstadt Potsdam. Insgesamt 281 Bewerbungen für den Deutschen Lesepreis hat es in diesem Jahr gegeben, eine elfköpfige Expertenjury hat das Potsdamer Projekt auf den 3. Platz gewählt.

Den Preis hat Direktorin Marion Mattekat mit ihrem Team am Donnerstagabend in Berlin entgegengenommen. "Ich freue mich sehr, dass wir in unserem Jubiläumsjahr zu den prämierten Projekten des Deutschen Lesepreises gehören", sagte Marion Mattekat. Im Rahmen des Projektes "Wie kommt das 'W' in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam" haben im Herbst 2016 zwölf deutsche und geflüchtete Kinder gemeinsam an dem Leseförderungsprojekt "Lesen macht stark! Lesen und digitale Medien" in der Stadt- und Landesbibliothek (SLB) teilgenommen.

Zum Thema "Wie kommt das 'W' in den Baum? Eine Buchstabenreise durch Potsdam" waren die Kinder im Alter von acht bis elf Jahren mit Tablets in der Landeshauptstadt auf Entdeckungstour. Bahare, Mihaela, Eva, Meryem, Vesa, Rana, Finn, Patrik, Leo, Cajus, Moritz und Luca, unter anderem aus Afghanistan und dem Kosovo, haben in Bäumen, Mauerritzen, Uferschwüngen oder Häusern nach Buchstaben gesucht und sie fotografisch dokumentiert. Bei den wöchentlichen Treffen wurden die Fotos künstlerisch und literarisch bearbeitet. Das Projekt fand unter fachlicher Anleitung von Autor und Sprachakrobat Thomas J. Hauck, der Medienpädagogin und Autorin Marikka Pfeiffer sowie der Fotografin und Filmemacherin Kristina Tschesch statt.

Die Stadt- und Landesbibliothek wurde bei dem Projekt durch die Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie e.V. (RAA Berlin), dem Fröbel-Hort in Zentrum Ost und dem Jugendkultur- und Familienzentrum "Lindenpark" unterstützt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte das Projekt im Rahmen des Programms "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung". Der Deutsche Lesepreis zeichnet innovative Leseförderungsmaßnahmen aus und sucht deshalb jedes Jahr herausragende Maßnahmen und Projekte in den Feldern, die dazu beitragen, eine Kultur des Lesens zu erhalten und zu fördern. Lesefreude und Lesekompetenz sind zentrale Grundlagen für die Bildungsfähigkeit und damit für gesellschaftliche Teilhabe. Doch trotz großer Anstrengungen ist es um die Lesekompetenz in Deutschland noch immer nicht optimal bestellt. Leseförderung ist unabdingbar für eine funktionierende Gesellschaft. Alle gesellschaftlichen Gruppen und Akteure sind daher gefordert, sich im Alltag für die Leseförderung in Deutschland zu engagieren.  red / sg

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