OB-Wahl: Die Basis entscheidet im Januar

OB-Wahl: Die Basis entscheidet im Januar

Potsdams Linke zieht mit einer parteilosen Frau ins Rennen um das höchste Amt der Landeshauptstadt. Nach der SPD hat die Linke am Montag im Potsdamer Hafen die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Martina Trauth-Koschnick, als ihre Kandidatin vorgestellt. Mit dabei der Vorsitzende des Kreisverbands, Stefan Wollenberg (l.) und der Stadtverordnete Hans-Jürgen Scharfenberg. Foto: sg

Linke schickt Potsdams Gleichstellungsbeauftragte ins Rennen

Sozialdezernent Mike Schubert ist einer der drei Kandidaten bei der Potsdamer SPD. Foto: LHP

Potsdam. Nachdem bis Ende Oktober drei potenzielle SPD-Kandidaten ihr Interesse am höchsten Amt der Stadt bekundet haben, hat am Montag Die Linke ihre Kandidatin für die im Herbst 2018 anstehende Wahl der Presse vorgestellt. Man habe sich ganz bewusst für ein "überparteiliches Angebot" entschieden, hieß es bereits im Vorfeld. Die richtige Person, um alle Potsdamer in die positive Entwicklung der Landeshauptstadt mit einzubeziehen, sieht die Die Linke in Martina Trauth-Koschnick, demnächst nur noch Martina Trauth, parteilos und seit fast 20 Jahren zunächst als Sozialplanerin und später als Gleichstellungsbeauftragte in der Landeshauptstadt tätig.

Schon durch ihr derzeitiges Amt, das sie seit sieben Jahren ausfüllt, sind der einzigen Frau unter den bislang vier Kandidaten Themen wie Integration, Inklusion und die Öffnung politischer Ämter für Frauen wichtig. Martina Trauth-Koschnick ist dem Oberbürgermeister direkt unterstellt und in die Verwaltungsspitze eingebunden. Für die Linken zu kandidieren entspreche ihren politischen Vorstellungen, in die Partei eintreten wolle sie aber nicht, erklärte die 53-jährige Pfälzerin. Seit zwei Jahren lebt sie in Potsdam, zuvor pendelte sie wegen ihrer mittlerweile erwachsenen Tochter zwischen der Wohnung in Berlin und dem Arbeitsplatz in Potsdam hin und her. In ihrer Jugend hat sie zunächst eine Ausbildung zur MTA absolviert und später Sozialpädagogik studiert.

Bei den Linken wird wie bei der SPD Anfang 2018 die Basis über die Nominierung entscheiden. Am 13. Januar sind die Mitglieder der Potsdamer Linken zu einer Vollversammlung mit geheimer Wahl geladen, eine Woche später treffen sich die Genossen der SPD zur Abstimmung über ihren Mann für die Rathausspitze. Zuvor müssen sich alle Kandidaten parteiintern vorstellen.


Kandidaten stellen sich vor


Während die Linken Termine mit den Ortsvereinen planen, stellen sich bei der SPD jeweils alle drei Kandidaten, Bürgermeister Burkhard Exner, Sozialdezernent Mike Schubert und der sich selbst als "Außenseiter" bezeichnende ehemalige Leiter des Grünflächenamts, Frank Steffens, den Fragen der Mitglieder bei zwei Vorstellungsrunden. Den Parteimitgliedern soll Gelegenheit gegeben werden, mit den Kandidaten ins Gespräch zu kommen. Das Verfahren zur Nominierung des Kandidaten sei auf diese Weise transparent und die Mitglieder können sich ihre eigene Meinung bilden. Dieses Vorgehen habe man bereits vor der Bundestagswahl beschlossen, bei der die SPD im September in Brandenburg eine erhebliche Schlappe erlitten hatte, erklärten die Vorsitzende Ulrike Häfner und ihr Stellvertreter Pete Heuer am vergangenen Freitag vor Journalisten.

Die Vorstellungsrunden seien sowohl bei den Linken als auch bei der SPD den Mitgliedern vorbehalten, da einige darum gebeten hätten, sich nicht in der Öffentlichkeit äußern zu müssen. Am 20. Januar haben alle rund 900 Mitglieder der Potsdamer SPD die Möglichkeit, in einer geheimen Wahl über ihren Kandidaten abzustimmen. Bedauert wird von der Parteispitze, dass sich bis zum Ende der Anmeldefrist keine Frau gefunden habe, die für die SPD das Rennen um den wichtigsten Job der Stadt aufnehmen möchte. Die Landtagsabgeordnete Klara Geywitz hatte bereits frühzeitig erklärt, kein Interesse am Amt des Stadtoberhaupts zu haben. Bei dieser Entscheidung bleibe sie auch nach ihrem spontanen Rücktritt als SPD-Generalsekretärin im Anschluss an die Absage der Kreisreform. Es gelte "Eine Frau, ein Wort", betonte Häfner. sg

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