Besuch von Wäldern und Parks nach "Xavier" weiterhin gefährlich

Besuch von Wäldern und Parks nach "Xavier" weiterhin gefährlich

Nicht nur in Wäldern und Parks sind weiterhin umgestürzte Bäume zu beobachten. Diese Eiche fiel vor ein Autohaus im Zentrum von Michendorf. Foto: ugw

Schwere Schäden in Forsten | Wildwechsel auf der Autobahn

Potsdam. Herbststurm Xavier hat im Land Brandenburg deutlich sichtbare Spuren hinterlassen. Regional ist die Betroffenheit sehr unterschiedlich aber für alle Brandenburger erkennbar. Teilweise gibt es kaum betretbare Waldflächen, umgestürzte Einzelbäume und Kronenabbrüche. Der Boden ist vom vielen Regen aufgeweicht und es können noch weitere Bäume umstürzen.

Förster und Waldbesitzer inspizieren ihre Reviere und die Waldarbeiter des Landesbetriebes Forst (LFB) arbeiten auf Hochtouren, um Waldwege freizuschneiden und von Stämmen und Ästen zu befreien. Im gesamten Land Brandenburg ist etwa ein Viertel der Bäume, die in einem Jahr gewöhnlich geschlagen werden, umgefallen. Das entspricht einem durchschnittlichen Wert von rund 48 Millionen Euro.

Das Aufarbeiten des Holzes sei schwierig und gefährlich, da umgeworfene Bäume häufig unter Spannung stehen und herabfallende Äste die Waldarbeiter gefährden, so das Forstministerium. Trotzdem müsse das Holz schnell aufgearbeitet und an die Holzindustrie geliefert werden. Da viele Waldgebiete schwer zugänglich sind, gehen die Schätzungen und Aufräumarbeiten weiter. In zwei bis drei Wochen rechnet die Forstverwaltung mit genaueren Zahlen. Zuständig für die Beseitigung der Gefahren sind die Waldbesitzer. Beraten werden sie unter anderem von Revierförstern.

Gewarnt werden nach wie vor Spaziergänger, die sich im Wald aufhalten wollen. Bis die Aufräumarbeiten abgeschlossen sind, sollten Waldgebiete gemieden werden, da weitere Bäume umstürzen und Äste abbrechen können. Die Forstverwaltung rät in den kommenden Wochen generell dazu, sich durch einen Blick nach oben zu vergewissern, dass herabhängende Äste oder hängende Bäume nicht gefährlich werden.

Ähnliches gilt auch für die Parks in der Region. Die Potsdamer Schlösserstiftung (SPSG) hat allein für den Park Sanssouci 60 entwurzelte und 90 beschädigte Bäume gemeldet. Der Park konnte allerdings inzwischen wieder teilweise geöffnet werden. In Caputh und Babelsberg hingegen sind weiterhin nur die Schlösser zugänglich. Auch der Park Sacrow bleibt vorerst geschlossen und auf dem Potsdamer Pfingstberg besteht weiterhin Gefahr von Astbruch.

Auf Brandenburgs Autobahnen gab es in dieser Woche nicht immer freie Fahrt. Da durch den Sturm zahlreiche Bäume auf Wildzäune gefallen sind, hatten Wildschweine teilweise freien Zugang auf die Fahrbahn. Verkehrsministerin Kathrin Schneider hat darauf hingewiesen, dass die Räumarbeiten und die Reparaturen der Zäune bis Ende der Woche noch nicht abgeschlossen sein werden. Eine vorsichtige Fahrweise kann deshalb weiterhin vor Überraschungen schützen. Auch Gewässer waren und sind zum Teil von den Folgen des Sturms betroffen. Durch Treibgut sind nach Angaben des Verkehrsministeriums einige Strecken nur zum Teil oder gar nicht befahrbar. sg

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