Besseres Schulessen für alle Kinder

Besseres Schulessen für alle Kinder

Verbraucherschutzstaatssekretärin Anne Quart informiert sich während der Tafelrunden-Gespräche in einer Potsdamer Schule mit Ernährungsbildung. Foto: sg

Verbraucherschutzministerium fördert Ernährungsbildung

Anne Quart (r.) übergibt den Förderbescheid bis 2020 an Projektleiterin Maren Daenzer-Wiedmer und den Chef der Projektagentur, Burkhardt Sonnenstuhl, unter deren Dach die Brandenburger Vernetzungsstelle agiert. Foto: sg

Potsdam.  Seit acht Jahren kümmert sich die Vernetzungsstelle Schulverpflegung darum, dass die Schülerinnen und Schüler in Brandenburg ein gutes Mittagessen bekommen. Erstmalig muss das Projekt, das zu Dreivierteln vom Verbraucherschutzministerium und zu einem Viertel vom Bildungsministerium gefördert wird, seit diesem Jahr ohne Unterstützung durch den Bund auskommen.

Am Montag gab es stattdessen einen Förderbescheid von 264.000 Euro, den Verbraucherschutzstaatssekretärin Anne Quart an die Projektagentur gGmbH zur Weiterführung der Vernetzungsstelle übergeben hat. Die Qualität des Schulessens liegt der Staatssekretärin seit Jahren am Herzen, deshalb begrüßt sie die Fortsetzung der Förderung des Projekts bis 2020. Regionalität sei wichtig, aber auch die Ernährungsbildung spiele eine Rolle, damit bei Eltern und Lehrern mehr Interesse an gutem Essen in Schulen geweckt werde, so Quart.

Vor allem in Grundschulen mit eigener Lehrküche könne man mehr und mehr ein Umdenken beobachten, erklärt die Leiterin der Brandenburger Vernetzungstelle, Maren Daenzer-Wiedmer. Kinder lernen so auf ganz natürliche Weise, dass auch Lebensmittel schmecken, die sie vorher nicht kannten oder nicht essen wollten. Vor allem Gemüsemuffel profitieren dabei auch von einer Art positivem Gruppenzwang und der Anteil an fleischhaltigen Speisen kann so leichter reduziert werden. Das empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) seit vielen Jahren.


Zu geringe Teilnehmerzahlen in ländlichen Regionen


Ein großes Problem in einem Flächenland wie Brandenburg sind die oftmals zu geringen Teilnehmerzahlen beim Schulessen. In ländlichen Regionen kann das dazu führen, dass sich kein Caterer findet, der das Essenangebot aufrecht erhalten kann, wenn die Bestellzahlen zurückgehen. Helfen sollen Schulungen für Lehrkräfte einerseits, aber auch sogenannte Mensakommissionen, denen neben Lehrern auch Eltern und Schüler angehören. In Berlin beteiligen sich diese Kommissionen beispielsweise an der Auswahl der Cateringfirmen und sorgen durch regelmäßige Treffen mit Vertretern der gewählten Firma für einen gleichmäßig hohen Standard beim Essen. Auf diese Weise können auch besondere Rezeptwünsche leichter berücksichtigt werden.

Auch in Brandenburg gibt es bereits in jeder dritten Schule eine Mensa-AG, die mit der Gemeinde als Schulträger bei den Ausschreibungen für Cateringunternehmen zusammenarbeitet. Anders als in Berlin muss aber auf die Wünsche von Eltern und Schule in Brandenburg weniger Rücksicht genommen werden. "Durch die Arbeit der Vernetzungsstelle konnte bereits eine positive Qualitätsentwicklung im Land Brandenburg angestoßen werden", stellt Quart fest. So wurde im Rahmen von Umfragen ermittelt, dass bereits ein Großteil der Brandenburgischen Schulträger schulspezifische Vorgaben zur Qualität der Speisen und Getränke vertraglich formuliert hat.

Qualitätsansprüche in der Schulverpflegung seien aber noch nicht flächendeckend Standard, betont Daenzer-Wiedmer. Ihre Vernetzungsstelle soll sich deshalb besonders den Schulen widmen, die bisher sehr geringe Essensteilnahmequoten aufweisen. Mit den Netzwerkpartnern und Beteiligten werden Initiativen entwickelt, die die Akzeptanz bei den Schülern erhöht. Dass die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure zu einer positiven Entwicklung führt, zeigt sich an der Brandenburger Tafelrunde, die in einer Qualitätsoffensive Schulverpflegung mündete. Einige der im Netzwerk erarbeiteten Maßnahmenideen werden bereits seit 2017 durch das Verbraucherschutzministerium gefördert.   sg 

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